piwik no script img

Gewalt im LibanonHisbollah-Führungsmitglied ermordet

Nahe der Haupstadt Beirut wurde ein hochrangiges Mitglied der Hisbollah ermordet. Die Partei macht Israel für den Anschlag verantwortlich.

BEIRUT afp | Die libanesische Hisbollah-Bewegung hat die Ermordung eines ihrer Führungsmitglieder nahe der Hauptstadt Beirut bekanntgegeben. Hassan Hawlo al-Lakiss sei in der Nacht zu Mittwoch nahe seinem Haus in dem Ort Hadath östlich von Beirut ermordet worden, berichtete der Hisbollah-Sender Al-Manar am Mittwoch. Die Hisbollah machte Israel für den Anschlag verantwortlich. Es habe bereits mehrere vergebliche Mordversuche gegeben. Israel werde die „gesamte Verantwortung“ für das Verbrechen tragen müssen.

Aus der Hisbollah verlautete, al-Lakiss habe dem Parteichef Hassan Nasrallah nahegestanden. Dieser hatte in der Nacht zu Mittwoch eine Rede gehalten, in der er Saudi-Arabien für den Anschlag auf die iranische Botschaft in Beirut verantwortlich machte, bei der am 19. November 25 Menschen getötet worden waren. Nasrallah warf dem saudiarabischen Geheimdienst vor, der wahre Drahtzieher des Anschlags zu sein, zu dem sich die syrische Rebellengruppe Abdullah-Assam-Brigaden bekannt hatte.

Die vom Iran unterstützte schiitische Hisbollah-Miliz kämpft im syrischen Bürgerkrieg an der Seite der Truppen von Machthaber Baschar al-Assad. Saudi-Arabien dagegen unterstützt die sunnitischen Rebellen. Riad ringt mit Teheran um Einfluss in der Region.

Israel wiederum ist ein Erzfeind der Hisbollah und hat wiederholt Anschläge auf Mitglieder ihrer Führung verübt. Zuletzt lieferten sich die beiden Gegner im Sommer 2006 einen einmonatigen Krieg, bei dem 150 Israelis und mehr als 1200 Libanesen getötet wurden.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

1 Kommentar

 / 
  • A
    asterix

    Ermordet?