Fortsetzung von „The Handmaid's Tale“: Fundis gegen Frauen
Die Serie „The Handmaid’s Tale“ hat eine Fortsetzung: „The Testaments“. Zurück im totalitären amerikanischen Staat Gilead, ist sie aktueller denn je.
In der theokratischen Diktatur Gilead ist es göttliche Aufgabe und zugleich Segen einer Frau, Kinder zu bekommen. Auch für die 14-jährige Agnes MacKenzie (Chase Infiniti). Sie wartet gespannt auf ihre erste Periode. Bleibt diese aus, ist Agnes wertlos. In der Schule übt sie nicht etwa Lesen und Schreiben, sondern Kochen, Sticken und Haushaltsführung. Dort lernen die Töchter der Elite wie sie, was eine gute Ehefrau ausmacht.
Vier Jahre nach der Handlung der sechsten und finalen Staffel von „The Handmaid’s Tale – Der Report der Magd“, die vergangenes Jahr erschienen ist, nimmt die Fortsetzung „The Testaments: die Zeuginnen“ die Fans mit zurück in den totalitären amerikanischen Staat Gilead. Im Mittelpunkt der Handlung der 10-teiligen Serie von Bruce Miller, deren erste drei Folgen am vergangenen Mittwoch auf Disney+ erschienen sind, stehen die beiden jungen Mädchen Agnes und Daisy.
Dieser Text erschien zuerst in der wochentaz, unserer Wochenzeitung von links!
In der wochentaz geht es jede Woche um die Welt, wie sie ist – und wie sie sein könnte. Eine linke Wochenzeitung mit Stimme, Haltung und dem besonderen taz-Blick auf die Welt. Jeden Samstag neu am Kiosk und natürlich im Abo.
Als adoptierte Tochter eines Kommandanten kommt Agnes aus der Oberschicht Gileads, scheint völlig indoktriniert zu sein – und bringt dennoch eine turbulente Vergangenheit mit sich. Aufmerksame Zuschauer:innen dürften Agnes als Junes verlorene Tochter Hannah wiedererkennen – ihre Mutter war Protagonistin des Originals.
Agnes trifft in der Schule auf Daisy (Lucy Halliday), eine Waise, die als Konvertitin aus dem benachbarten Kanada eingereist ist. Die aber auch eine enge Beziehung zu Rebellen pflegt, die gegen das fundamentalistische Regime kämpfen.
„The Testaments: Die Zeuginnen“, auf Disney+
Wie ihr Vorgänger beruht die Serie auf dem gleichnamigen Roman von Margaret Atwood, weicht jedoch von der Romanvorlage ab. Atwoods Kernaussage bleibt dabei bestehen. Ihre dystopische Version der Zukunft mahnt vor den Gefahren des religiösen Extremismus – und ist heute aufgrund wachsenden Fundamentalismus und frauenfeindlicher Politik aktueller denn je. Wie in der Serie festgestellt wird: Ein Regime wie Gilead entsteht nicht über Nacht.
Gemeinsam für freie Presse
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen
meistkommentiert