Festnahme in Deutschland und Spanien: Erneut mutmaßlich russische Agent*innen verhaftet
Deutsche Behörden enttarnen einen Mann und eine Frau als mutmaßliche Agenten. Sie sollen einen Mann ausspioniert haben, der Drohnen in die Ukraine liefert.
Foto: Christoph Schmidt/dpa
Der Generalbundesanwalt hat zwei Männer festnehmen lassen, die für Russland spioniert haben sollen. Der Ukrainer Sergey N. wurde schon Mitte Februar im spanischen Elda festgenommen, die Rumänin Alla S. nun am Dienstag in Rheine in Nordrhein-Westfalen. Beide sollen zuvor in Bayern eine Person beschattet haben, die Drohnen in die Ukraine lieferte. Beiden wird geheimdienstliche Agententätigkeit vorgeworfen, parallel zu den Festnahmen durchsuchten Polizist*innen auch die Wohnungen der Beschuldigten.
Laut Bundesanwaltschaft sei es zuerst Sergey N. gewesen, der im Dezember 2025 im Auftrag russischer Stellen als Spion in Deutschland tätig wurde. Als N. dann nach Spanien ausreiste, soll Alla S. ab Anfang März die Spionage-Tätigkeit in Deutschland fortgeführt haben.
Über die Person, die die beiden mutmaßlichen Agenten im Visier gehabt haben sollen, ist wenig bekannt. Die Bundesanwaltschaft schreibt lediglich, es gehe um eine Person, die von Deutschland aus „Drohnen und dazugehörige Bauteile in die Ukraine liefert“. Der Spiegel berichtet, es gehe um einen Unternehmer, der sich zunächst auf kleine Kamikaze-Drohnen spezialisiert habe, inzwischen aber vor allem Drohnenteile in die Ukraine liefere.
Die beiden Festgenommenen sollen im Internet Informationen über ihre Zielperson recherchiert haben und Fotos ihres Arbeitsplatzes aufgenommen haben. Die Bundesanwaltschaft ist sicher: „Die Ausspähaktionen dienten mutmaßlich der Vorbereitung weiterer geheimdienstlicher Operationen gegen die Zielperson.“
Spätestens seit der russischen Vollinvasion der Ukraine und der verschärften Konfrontation mit der Nato steht auch Deutschland verstärkt im Fokus russischer Geheimdienste. Immer wieder werden mutmaßliche Agent*innen verhaftet, zuletzt im Januar 2026 eine Frau und zwei Männer.
In Stuttgart läuft aktuell ein Prozess gegen drei Männer, die im Auftrag Russlands geplant haben sollen, Päckchen mit Brandsätzen in die Ukraine zu senden. Mutmaßliches Motiv war es, Chaos zu sähen und die Unterstützung für die Ukraine zu unterminieren. Ein anderer Fall: Mehrere Männer sollen Anfang 2025 in russischem Auftrag versucht haben, den Grünen im damaligen Bundestagswahlkampf zu schaden, indem sie Auto-Auspuffe mit Bauschaum verklebten.
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