Expertin zu Frauen in der Coronakrise: „An die Bruchstellen ran – jetzt“

Frauen treffe weltweit eine „Schattenpandemie“, sagt Karin Nordmeyer von UN Women Deutschland. Sie seien in der Coronakrise dramatisch benachteiligt.

Frauen mit Mundschutz tragen im Senegal Lebensmittel-Spenden nach Hause

Weltweit leiden besonders Frauen unter der Coronapandemie Foto: Sada Souici/dpa

taz: Frau Nordmeyer, das Jahr 2020 hätte Geschlechtergerechtigkeit global nach vorn bringen sollen. Internationale Gleichstellungskonferenzen waren geplant, viele Länder hatten wie Deutschland und Frankreich angekündigt, das Thema pushen zu wollen. Kann das trotz der Coronapandemie jetzt noch etwas werden?

Karin Nordmeyer: Zunächst müssen wir sehen, dass Mädchen und Frauen in der Pandemie dramatisch benachteiligt sind. Global gesehen sind 70 Prozent der Arbeitenden im Gesundheitswesen Frauen. Sie haben eine deutlich höhere Arbeitsbelastung als Männer und sind einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt. In Italien sind derzeit 66 Prozent der Infizierten im Gesundheitsbereich Frauen, in Spanien 72 Prozent.

Damit aber nicht genug: Auch im häuslichen Sektor haben Frauen die größere Last zu tragen. Schon vor Corona haben Frauen weltweit täglich mehr als vier Stunden unbezahlter Sorgearbeit geleistet. Zu Hause sind sie von Infektionen bedroht, weil sie die Alten und Kranken pflegen. Diese Arbeitszeit hat sich unter Corona weiter massiv verschlechtert.

Wie kommt das?

Wenn mehr Ressourcen in der bezahlten und unbezahlten Pflege gebraucht werden, werden diejenigen belastet, die schon da sind. In vielen anderen Branchen werden Frauen noch immer als „Zuverdienerinnen“ gesehen. Viele haben deshalb ihre Teil- oder auch Vollzeitstellen verloren. Und weil sie in der Pflege und zu Hause gebraucht werden, sind Mädchen vor allem im Globalen Süden in Gefahr, auch nach dem Ende der Schulschließungen nicht mehr weiter zur Schule gehen zu dürfen.

Karin Nordmeyer, Jahrgang 1941, ist Vorsitzende des UN Women Nationales Komitee Deutschland für die Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rechte der Frau. Sie ist Trägerin des Verdienstordens am Bande der Bundesrepublik Deutschland.

Die Vereinten Nationen sprechen von einer „Schattenpandemie“ in Bezug auf Frauen und Mädchen. Was ist damit gemeint?

Im Schatten von Corona entwickelt sich eine weitere Pandemie: Auch Gewalt gegen Frauen steigt exponentiell. Die Aggressionstoleranz von Männern ist noch geringer als ohnehin schon, die Wut kann meist nicht mehr draußen abreagiert werden, beim Sport zum Beispiel.

Schon vor Corona wurde zum Beispiel in Deutschland, Frankreich, Kanada oder Finnland an jedem dritten Tag eine Frau von ihrem Partner umgebracht. Seit dem Lockdown Mitte März sind die Fälle häuslicher Gewalt in Frankreich um 30 Prozent gestiegen. In Singapur, Zypern und Argentinien haben die Hotlines mehr als 30 Prozent mehr Anrufe verzeichnet, in Deutschland sind aktuell mehr als 17 Prozent beim Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ eingegangen.

Wie kommt es, dass die Krise wie ein Brandbeschleuniger für Ungleichheit wirkt?

Wir haben die Rollen, die Frauen in unserer globalen Welt einnehmen, noch immer nicht angemessen wahrgenommen und bewertet. Jetzt zeigt sich das deutlich. Es ist doch zynisch, dass die „systemrelevanten“ Arbeiterinnen weniger verdienen als Arbeiter in der Metallindustrie.

Jetzt fällt ins Auge, dass unsere Gesellschaft die Produktion von Gütern höher bewertet als die Sorge um Menschen. Und letztlich greifen nun die alten Strukturen, auch wenn wir dachten und hofften, schon weiter zu sein: Die einen haben Körperkraft, Macht und Geld, die anderen machen die meiste Arbeit. Zeit, darauf hinzuweisen, haben sie deshalb leider auch selten.

Ist die Lage von Frauen und Mädchen je nach Kontinent und Land überhaupt vergleichbar? Eine Alleinerziehende in Indien und eine in Deutschland stehen vor sehr unterschiedlichen Situationen.

Natürlich sind Erwerbsleben und Arbeitslosigkeit in afrikanischen Staaten oder Indien anders strukturiert als in Europa. Aber die Grundlinie ist vergleichbar, weil es um die Frage geht, was Mädchen und Frauen wert sind.

Was sind sie wert?

Die Gleichwertigkeit der Geschlechter ist in keinem Land der Welt erreicht, auch in Deutschland nicht. Ökonomisch gesehen ist unbezahlte Care-Arbeit direkt verknüpft mit schlechterem Einkommen. Die Art und Weise, wie Familien und die Wirtschaft funktionieren, basiert auf dieser unbezahlten Arbeit. Global gesehen verdienen Frauen weniger, können weniger sparen, sind in Teilzeit oder im informellen Sektor beschäftigt.

Stellenstreichungen gab es durch Corona zuhauf in der Gastronomie, dem Tourismusgewerbe, der Hotellerie und in Serviceberufen, also weiblichen Branchen. Jetzt verstärken Schulschließungen den Druck, weil Frauen noch immer weitgehend für die Kinderbetreuung zuständig sind. Alleinerziehende, deren Netzwerke brachliegen, können gar nicht arbeiten.

Wo sind Frauen momentan am meisten gefährdet?

Besonders gefährdet sind Frauen indigener Völker, zum Beispiel in Argentinien oder Kolumbien, weil dort oft der Zugang zu Gesundheits- und Wirtschaftsmaßnahmen fehlt. Auch Aufklärung darüber, wie man sich schützen kann, findet nicht überall statt, denken wir an Brasilien oder auch an die USA. In konfliktbetroffenen Gebieten ist die Situation besonders grausam. Auf den Fluchtrouten oder in Lagern wie Moria sind die Verhältnisse nicht nur hygienisch unmenschlich.

Gibt es denn schon Ansätze, wie Frauen unter Corona konkret geholfen werden kann?

Es gibt zum Beispiel in Bezug auf den Schutz gegen häusliche und sexualisierte Gewalt eine ganze Reihe positiver Beispiele rund um die Welt. Kanada stellt 50 Millionen kanadische Dollar bereit, um Schutzräume für Betroffene zu unterstützen, Mexiko gibt 405 Millionen Pesos an das nationale Netz der Frauenhäuser. In Spanien gibt es einen Messaging Service, der in einem Chatroom sofort psychologische Hilfe anbietet. In Argentinien können Opfer von Gewalt Schutz in Apotheken suchen. Frankreich stellt 20.000 Nächte in Hotelzimmern für Frauen zur Verfügung.

Und Deutschland?

Auch hier mieten manche Länderregierungen Hotels an, um Schutzräume zu erweitern. Aber schon vor Corona haben hier 14.000 Frauenhausplätze gefehlt. Da müssen wir langfristig nachsteuern. Technisch wäre es zudem längst möglich, auf digitalen Sprachassistenten Programme zu installieren, damit Frauen heimlich Gefahr signalisieren können, auch wenn die Männer zu Hause sind. So etwas müssen wir jetzt pushen.

Welche geschlechtsspezifischen ökonomischen Maßnahmen gibt es schon?

Costa Rica hat die Zinssätze für Kredite gesenkt, um benachteiligte Bevölkerungsgruppen zu adressieren, also auch Indigene und Frauen. Der südafrikanische Präsident hat einen Fonds angekündigt, der auch die Arbeitnehmerinnen schützen soll.

Reicht das?

Das wichtigste ist: Frauen müssen an Gelder kommen. Die Staaten müssen Bargeld direkt in ihre Hände bringen. Dass es dort wirksamer ist als in den Händen von Männern, weil Frauen nachhaltiger wirtschaften, wissen wir. Auch Kleinkredite an Frauen helfen. Deren Bedingungen dürfen nicht an Vermögen gekoppelt werden, weil Frauen sonst kaum Chancen haben, sie zu bekommen. Bisher werden unter Corona vor allem große Unternehmen adressiert, weil im Globalen Norden Schlüsselindustrien von Männern dominiert sind. Wir müssen aber das kleine Business in den Blick nehmen. Und wir müssen Daten sammeln, wie sich Covid-19 auf Frauen auswirkt, um valide Argumentationsgrundlagen zu haben.

Was lernen wir dabei aus vergangenen Krisen?

Nach Ebola hat sich beispielsweise gezeigt, dass Männer schnell ihr Einkommensniveau von vor der Krise erreichen konnten, Frauen nicht. Wir müssen die Geschlechter also unterschiedlich adressieren. Männer verdienen ihr Einkommen global viel eher in organisierten Verhältnissen. 740 Millionen Frauen weltweit arbeiten im informellen Sektor. Das müssen wir berücksichtigen. Auch Krankenversicherungen und Mutterschutz müssen in diesen Sektor reichen.

Was muss passieren, damit die Krise als Chance genutzt werden kann?

Wir müssen an die Bruchstellen ran – jetzt. Und wir müssen vor allem dranbleiben, wenn die Krise wieder vorbei ist. Wir können nicht mehr weitermachen wie bisher. Zum Glück merken wir gerade, dass ein gleichstellungspolitischer Rückschritt in alte Rollenmuster nicht mehr so einfach möglich ist – er fällt zumindest auf. Niemand kann mehr unbemerkt das Rad zurückdrehen.

Könnte eine gleichberechtigtere Welt der Krise besser standhalten?

Gegenwärtig verbrauchen wir uns im Kampf. Wir werden Krisen nie ganz verhindern können, sie aber besser bewältigen, wenn alle ihr Potenzial einbringen. Gesellschaften profitieren von unterschiedlichen Perspektiven, sie sind dann stabiler. Wenn Risiken auf mehr Schultern verteilt werden, bricht außerdem niemand mehr unter der zu großen Last zusammen. Wären weibliche Pflegekräfte vor der Krise gehört worden, wäre das Gesundheitssystem nun resilienter. Das Ziel der Vereinten Nationen ist es, Geschlechtergerechtigkeit bis 2030 massiv voranzubringen. Dieses Ziel bleibt auch unter Covid-19.

Ist das nicht völlig utopisch?

Natürlich brauchen manche Veränderungen Generationen. Aber vielleicht braucht es auch radikale Maßnahmen. Wenn alle Frauen nur eine Viertelstunde ihre Arbeit niederlegen würden, wäre klar, dass ohne sie nichts geht. In der jetzigen Situation ist ein solcher Generalstreik nicht möglich. Aber ich möchte das als Aufruf an die junge Generation verstehen: Zeigt, welche Relevanz Frauen in der Gesellschaft haben.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte haben sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit soll der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie Anfang Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen: Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 5. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen sollen die Regeln gelockert werden: PatientInnen oder BewohnerInnen sollen wieder durch eine bestimmte Person besucht werden können.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport soll das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt sein. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga darf die Saison ab Mitte Mai mit Geisterspielen fortsetzen – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten. Was alles unter „Großveranstaltung“ fällt, wird noch geklärt.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios sollen die Ländern Lockerungen eigenständig verantworten.

■ Spielplätze sollen unter Auflagen wieder öffnen – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen werden wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

Wie geht es weiter nach der Pandemie? Die Welt: Wird sie eine bessere? Ein taz-Themenschwerpunkt über Utopien, Visionen und schönen Zumutungen, die uns in der Post-Corona-Zeit womöglich erwarten. Alle Texte finden Sie unter taz.de/NachCorona

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