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Erfolg gegen KlimakillerSuperemittent Turkmenistan schließt Methanlecks

In dem zentralasiatischen Land sollen acht Gas- oder Öllecks geschlossen worden sein. UNO sieht „Durchbruch“ beim Quick Fix gegen den Klimawandel.

Im Kampf gegen das besonders schädliche Klimagas Methan ist offenbar ein Erfolg gelungen. Das als „Superemittent“ bekannte zentralasiatische Turkmenistan hat acht Lecks an seinen Öl- und Gasanlagen zu geschlossen. Dies zeigen Daten des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (Unep), berichtet der britische Guardian.

Von einem „Durchbruch“ spricht Meghan Demeter, Programmleiterin des Unep-Programms Methane Alert and Response System (Mars). Mars identifiziert Methanlecks per Satellit und meldet sie in Echtzeit an die betroffenen Staaten. Endlich sehe man „dokumentierte Maßnahmen zur Verringerung der Emissionen“, so Demeter.

Methan gilt als „Klimakiller“. Es ist ein Treibhausgas, das vor allem langfristig wirkt. In einem Zeitraum von zwei Jahrzehnten ist es mehr als 80-mal klimaschädlicher als CO2. Es hat bislang etwa ein Drittel der bisherigen Erderwärmung verursacht. Es tritt aus maroden Pipelines und anderen Öl- und Gasanlagen aus, wird abgefackelt und bei der Wartung sogar absichtlich freigesetzt.

Das Stopfen der Lecks gilt als „Quick Fix“ gegen den Klimawandel, also als eine der wenigen Möglichkeiten, die Erderhitzung relativ schnell einzudämmen. Weniger Methanlecks lohnen sich auch für die fossilen Konzerne: Dadurch könnten im Energiesektor weltweit jährlich etwa 200 Milliarden Kubikmeter Gas erhalten werden, schätzt die Internationale Energieagentur (IEA). Zum Vergleich: Deutschland verbraucht 85 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr.

Turkmenistan gilt noch vor den USA als die größte Quelle von unkontrolliert austretendem Methan. 2023 verzeichnete der autoritär regierte Staat die weltweit höchste Zahl an Methanleckagen, die das Mars-System entdeckte. Doch im Dezember des Jahres schloss sich Turkmenistan dem „Methan-Pledge“ (Methan-Versprechen) der UNO an. Diesem sind bislang 160 Länder beigetreten. Sie verpflichten sich damit, ihre Methanemissionen bis 2030 um 30 Prozent gegenüber 2020 zu verringern.

Treibhausgasemissionen von 24 Millionen Autos

Im vergangenen Jahr gab das Unep-System Mars für Turkmenistan immer noch 192 Warnungen zu Leckagen in dem Land heraus. Zum Vergleich: Die Vereinigten Staaten erhielten 138 solcher Warnungen – die zweithöchste Zahl weltweit. 41 Lecks wurden laut Mars bis zum April 2026 gestoppt, davon besagte acht in Turkmenistan, acht in Kasachstan, sechs in Argentinien, je vier in Oman und Libyen und eine in den USA. Laut Mars entwich aus den nun geschlossenen Leckagen bislang 1,2 Millionen Tonnen Methan. Dies entspreche den Treibhausgasemissionen, die 24 Millionen Autos in einem Jahr ausstoßen.

Prominentestes Beispiel im Vorgehen gegen entfleuchendes Methan ist das langsame Schließen des turkmenischen Derweze-Kraters, der wegen seiner rund 30 Meter tiefen und 70 Meter breiten feuerbedeckten Wände auch als „Tor zur Hölle“ bekannt ist. Der Krater entstand wahrscheinlich Anfang der 70er Jahre bei Probebohrungen für ein Gasfeld, nun soll er weitgehend gelöscht sein, meldete die staatliche Gasgesellschaft Turkmengaz.

Etwa 40 Prozent aller globalen Methanemissionen stammen aus natürlichen Quellen, vor allem aus Feuchtgebieten

„Ab und zu wirkt Journalismus doch“, schrieb der bekannte US-Klimaaktivist Bill McKibben auf Bluesky zum Schließen der Lecks – und lobte die Berichterstattung des Guardian, die die Methanlecks weltweit und in Turkmenistan in den vergangenen Jahren in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt hatte.

Die IEA schätzt, dass weniger Methanfreisetzung aus der Förderung fossiler Brennstoffe einen Anstieg der globalen Temperaturen um etwa 0,1 Grad Celsius bis 2050 verhindern könnte. Das sei „vergleichbar mit der Eliminierung aller CO2-Emissionen der weltweiten Schwerindustrie auf einen Schlag“. Die UNO sprach sogar von 0,3 Grad weniger, wenn bis 2030 45 Prozent weniger Methan ausgestoßen würde.

Etwa 40 Prozent aller globalen Methanemissionen stammen aus natürlichen Quellen, vor allem aus Feuchtgebieten. Der Rest entweicht durch menschliche Aktivitäten, etwa durch Viehhaltung oder aus dem Energiesektor.

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