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Krieg in der UkraineVerheerende Klimabilanz

Putins Angriff auf die Ukraine hat nicht nur menschliches Leid, sondern auch massive Klimaschäden verursacht. Neben den Kriegsfolgen leisten auch andere Faktoren ihren Beitrag.

Der Krieg gegen die Ukraine schadet auch dem Klima: Waldbrände durch Raketenangriffe etwa treiben die CO₂-Emissionen in die Höhe Foto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa

Putins völkerrechtswidriger Angriff auf die Ukraine hat bislang mehr als hunderttausend Menschenleben gekostet. Aber auch die Umwelt und das Klima werden massiv geschädigt. Allein im vierten Kriegsjahr sind 75 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente ausgestoßen worden, die allein dem Krieg zuzuordnen sind. Seit dessen Beginn sind 311 Millionen Tonnen zusammengekommen. Das entspricht in etwa der Hälfte des jährlichen Ausstoßes Deutschlands. Dies zeigen neue Berechnungen der Initiative zur Treibhausgasbilanzierung von Kriegen (IGGAW).

Für die erlittenen Klimaschäden fordert die Ukraine 57 Milliarden US-Dollar von Russland. Das hat sie im November auf der Klimakonferenz COP30 in Brasilien angekündigt. Das entspräche etwa 185 US-Dollar pro Tonne CO₂-Äquivalent.

Für die Wis­sen­schaft­le­r*in­nen steht fest: Bewaffnete Konflikte und der Klimawandel verschlimmern sich gegenseitig. Die direkte Kriegsführung und der Wiederaufbau machten 60 Prozent der gesamten Emissionen aus. Grund dafür: hoher Kraftstoffverbrauch, Munitionsbedarf und Erneuerung militärischer Ausrüstung. Die Kriegsführung sei noch immer in hohem Maße auf fossile Energieträger angewiesen.

Gezielte Angriffe auf Energieversorgung

Auch beim Wiederaufbau der Ukraine schießen die Emissionen in die Höhe. Schwere russische Angriffe in diesem Winter haben große Teile der ukrainischen Strom- und Heizungsinfrastruktur zerstört. Die IGGAW stellte im vierten Kriegsjahr eine Eskalation der russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine fest. Davon sei besonders die Gasproduktion und -speicherung betroffen.

Allein seit Januar habe es 19 russische Schläge gegen die zivile Infrastruktur gegeben. Darunter auch Wärmekraft- und Hochspannungswerke, die Atomkraftwerke mit dem Stromnetz verbinden. Ziel: die ukrainische Bevölkerung inmitten extremer Kälte von der Energieversorgung abzuschneiden. Dann müsse auf Dieselgeneratoren zurückgegriffen werden – mit negativen Auswirkungen auf das Klima.

Die IGGAW sieht den Krieg auch als Hauptkatalysator für Landflächenbrände. Sie sind für 23 Prozent der kriegsbedingten Emissionen verantwortlich: ein „Teufelskreis aus Umweltzerstörung und beschleunigter Erderwärmung“.

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4 Kommentare

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  • Dann wollen wir mal hoffen, dass Herr Putin Rücksicht auf die Umwelt nimmt und seine Panzer zurückruft.

  • Wundert euch das? Wohl kaum

  • Erfreulich, daß in einem Artikel endlich einmal erwähnt wird, was Kriege auf unserem Planeten in Bezug auf das Klima anrichten. Dies passiert übrigens nicht nur durch Putin, sondern schon sehr lange in jedem bewaffneten Konflikt.



    Der Taz würde es gut anstehen einmal hier darzustellen, daß in der Klimabilanz nie die Kriege, die Übungen für „Verteidigung“ und als Sahnehäubchen private Flugzeuge und Luxusyachten berücksichtigt wurden.



    Diplomatie und weniger Protz würde uns allen mehr helfen unsere Umwelt zu schützen.



    Übrigens frisst/ braucht Digitalisierung sehr viel mehr Energie als das tägliche Duschen.

    Liebe Grüße

  • Ergo: Aufrüstung und Aufstockung der westlichen und demokratischen Armeen der Welt zur Abschreckung der barbarischen Armeen Russlands, Chinas, Irans, Nordkoreas etc ist Teiö eines wirksamen Klimaschutzes. Ohne eine funktionstüchtige Energieversorgung und hochtechnologische Industrie können diese Ziele nicht erreicht werden. E-Autos und E-Bikes werden der militärischen Abschreckungsfähigkeit nicht dienen können. Öpnv ebenso wenig. Ohne Auto- und Schwermetallindustrie werden wir diese Herausforderungen nicht bewältigen können.