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Man kann Daten selbst verschlüsseln, und diese als verschlüsseltes Paket in jede Cloud verfrachten. Der Cloud Betreiber kann in diesem Fall die Daten weder lesen noch entschlüsseln, da der dazu erforderliche Key ja nicht preisgegeben wird. Ich hätte jetzt erwartet dass der ein oder andere dieser jungen Digitalos über so etwas informiert ist.
Natürlich kann man sensible Daten - sogar DSGVO konform - in der "Cloud" ablegen. Sofern man sich über den Schutzbedarf Gedanken gemacht hat und entsprechende Zugriffskontrolle einrichtet. Geht auch auf Google Drive.
Der Verweis auf Facebook, Alphabet etc. ist ein Ablenkungsmanöver, denn hier sagen die jeweiligen Konzerne in den Nutzungsbedingungen ziemlich unverblümt was sie mit den Daten anstellen wollen. Ist zwar auch ein Fall von "Digital Naives", aber ganz anders gelagert.
Was die beiden Fälle dann doch gemeinsam haben: Mangelndes Problembewustsein. Bei politischen Organisationen ist das schon ziemlich peinlich, die Abwehrhaltung macht das eher schlimmer.
Nix mit Digital Natives!
Passend zum gelben Logo der Bewegung: Noch nen Satz mit X, war wohl nix.
Wird wahrscheinlich tatsächlich die "letzte Generation". Selbst wenn es den Klimawandel nicht gäbe...
Peinlich. Dachte die hätten's drauf.
"wie wichtig digitale Bildung ist"
Sorry, ist es nicht diese Generation, die als "digital natives" so herablassend die Lücken in der Digitalisierung in D und besonders bei den Boomern, monieren?
"Zweitens...[...] diese Haltung auch in Fragen von Facebook, Google, Amazon und Co. .." Das ist simpler whataboutism und die Relativierung stimmt nicht.
Die Liste gehörte gesichert. Punkt. Fehler passieren. Erklärung, Einordnungen Dritter sind überflüssig. Etwas mehr Fehlereingeständis von der LG wäre aber angebracht gewesen.
Jogginghosen in Schulen: Das geht gar nicht. Sagt zumindest die Deutsche-Knigge-Gesellschaft und fordert deswegen nun ein Verbot.
Datenschutz-Fail der Letzten Generation: Mehr Aufregung, nicht nur hier
Dass private Daten von Klimaaktivist:innen im Netz gelandet sind, war fahrlässig. Die Fälle zeigen, wie wichtig digitale Bildung ist.
Tausende Aktivist:innen sind vom Datenleak der Letzten Generation betroffen Foto: Oliver Berg/dpa
Namen, Mailadressen, Telefonnummern, Wohnorte, teilweise Details zur Lebenssituation und Informationen über die Bereitschaft, gegebenenfalls für Aktionen ins Gefängnis zu gehen – was da an Daten von und über Aktivist:innen der Letzten Generation über einen einfachen Link abrufbar im Netz stand, lässt sich nicht einfach als Lappalie abtun.
Dass Listen persönlicher Daten nicht auf Google Drive sollten und diese dann schon gar nicht ungeschützt per Link zugänglich sein dürfen, sollte sich eigentlich rumgesprochen haben. Zumal die auf der Liste befindlichen Personen wohl kaum alle im Vorfeld über ihre Datenaufnahme und den prekären Schutz informiert wurden.
Die Letzte Generation ist dabei nicht die einzige zivilgesellschaftliche Gruppe, die sich einen derartigen Fail geleistet hat. Zum Beispiel machte bereits eine Liste aus den Anfangszeiten der Pandemie die Runde. Darauf persönliche Daten von Menschen, die andere im Fall einer Quarantäne unterstützen würden. Die Geschichte ist bei beiden gleich: gut gemeint, nicht nachgedacht, in den Sand gesetzt.
Was wir daraus lernen? Zweierlei. Erstens: Die Fälle zeigen, wie wichtig es ist, dass Menschen schon früh ein Höchstmaß an digitaler Bildung und Bewusstsein für die Brisanz und den Schutz persönlicher Daten mitbekommen. Wenn Kinder aber schon in der Schule lernen, dass Videos, Texte und alles andere in der Cloud gemacht werden und dafür ein Dienst genutzt wird, dessen Datenschutzerklärung sie nicht einmal ansatzweise verstehen können, dann erreicht man genau das Gegenteil.
Zweitens: Die Aufregung über den Datenschutz-Fail der Letzten Generation ist zwar richtig. Glaubwürdig würde sie allerdings erst dann, wenn diejenigen, die jetzt auf die Aktivist:innen einkloppen, diese Haltung auch in Fragen von Facebook, Google, Amazon und Co. so laut vor sich hertragen würden. Schließlich geht es da nicht um gut gemeint, schlecht gemacht. Sondern um einen ganz bewussten Privatsphärelimbo.
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Kommentar von
Svenja Bergt
Redakteurin für Wirtschaft und Umwelt
Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind Themen aus dem Bereich Netzökonomie und Verbraucherschutz. Zuvor hat sie unter anderem für den MDR als Multimedia-Redakteurin gearbeitet.
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