Das WM-Tagebuch des Fifa-Präsidenten: Urvater aller Bestleistungen
Gianni Infantino besucht das erste Sechzehntelfinale bei einer WM. Er wird Zeuge, wie in Los Angeles ein Rekord nach dem anderen gebrochen wird.
29. Juni 2026
H inter mir liegt ein wunderbarer Abend, an den ich gewiss noch lange denken werde. Es war ein Abend voller Rekorde und Bestleistungen, von denen der Fußball überall auf der Welt profitieren wird. Manche der Rekorde und Bestleistungen werden es vielleicht nicht in die Geschichtsbücher der Fußballhistoriker schaffen. Daher will ich ihnen in meinen Aufzeichnungen einen würdigen Platz einräumen.
Dieses wunderbare Spiel zwischen Südafrika und Kanada war das erste Sechzehntelfinale, das jemals bei einer WM stattgefunden hat. Kanada ist das erste Land, das je ein Sechzehntelfinale bei einer WM gewonnen hat und Südafrika wird als das Team in die Annalen eingehen, das als Erstes überhaupt ein Sechzehntelfinale verloren hat. Und Gianni Infantino, auch das will ich nicht unerwähnt lassen, ist der erste Fifa-Präsident in der fast 100-jährigen Geschichte des Verbands, der ein Sechzehntelfinale live im Stadion gesehen hat – mit dem größten Vergnügen übrigens.
Gianni Infantino ist immer am Ball. Überall. Bei der Fußball-WM in Mexiko, Kanada und den USA natürlich erst recht. Da kommt niemand mehr hinterher. Außer der Fifa-Präsident selbst. Vielleicht. Die taz hat Zugang gefunden zu seinem geheimen Tagebuch. Alle Tagebucheinträge finden Sie hier.
Neben dem Fifa-Präsidenten waren 69.236 Zuschauer in diesem wunderbaren Stadion von Los Angeles, so viele wie noch nie zuvor in einem Sechzehntelfinale bei einer WM. Auch wenn das Spiel nur 1:0 ausgegangen ist, war es doch das WM-Sechzehntelfinale, bei dem bis zu diesem Tag am meisten Tore gefallen sind. Stephen Eustáquio hat das erste Tor erzielt, das je in einem WM-Sechzehntelfinale geschossen wurde.
Für immer im Herzen
Nach dem ersten Tag der K.-o.-Runde ist er der Spieler, der die meisten Tore geschossen hat, die je von einem einzelnen Spieler in einem Sechzehntelfinale einer Fußball-WM erzielt worden sind. Auch wenn er diesen Rekord schnell wieder verlieren wird, werde ich seinen Namen für immer im Herzen tragen.
Zu Recht wurde er von den Fans als „Superior Player of the Match“ ausgezeichnet. Keinem Spieler vor ihm ist diese Ehre zuvor in einem Sechzehntelfinale bei einer WM zuteilgeworden. Es war auch das erste Mal, dass diese Auszeichnung in einem WM-Sechzehntelfinale vergeben wurde.
Dass die Partie, von der die Fans so angetan waren, dass sie immer wieder vor Begeisterung gepfiffen haben, das erste K.-o.-Spiel dieser Fußball-WM 2026 war, ist eine Premiere, die ich hier ebenfalls nicht unerwähnt lassen möchte. Ebenso erwähnenswert ist natürlich, dass es das erste K-o.-Spiel war, das Kanada jemals bei einer WM gewonnen hat.
Auch Südafrika darf sich über eine weitere Premiere freuen. Bafana Bafana hat zum ersten Mal ein Spiel in einer K.-o.-Runde verloren, was vielleicht nicht weiter verwunderlich ist, weil das Team nie zuvor in ein Ausscheidungsspiel bei einer WM eingezogen war. Ich möchte es dennoch nicht unerwähnt lassen.
So wie ich in aller Bescheidenheit darauf hinweisen möchte, dass es all diese Rekorde und Premieren nicht geben würde, hätte nicht ein Fifa-Präsident die geniale Idee gehabt, statt 32 Teams 48 zu einer WM einzuladen. Während ich diese Zeilen schreibe, spüre ich, wie sich mein Mund zu einem Lächeln formt.
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