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Das WM-Tagebuch des Fifa-PräsidentenDarf es ein bisschen mehr sein?

Alle Menschen auf dem Planeten lieben die WM. Es ist die größte aller Zeiten. Gianni Infantino fragt sich, ob das Turnier wirklich schon groß genug ist.

24. Juni 2026

D ie 64 ist eine wunderbare Zahl. Ich jedenfalls mag sie gerne, nicht nur, weil sie einen wunderbaren Platz zwischen den Zahlen 63 und 65 einnimmt. Nein, sie ist eine zudem wahrhaft königliche Zahl. Ein Schachbrett hat 64 Felder. Und Fußball hat ja bekanntlich viel mit dem Spiel auf dem karierten Untergrund zu tun. Wie sagt man so schön? Fußball ist wie Schach – nur ohne Damen.

In der Fußballfamilie wird derzeit viel über die 64 gesprochen. Meine Freunde aus Südamerika lieben die Zahl mindestens ebenso wie ich. Einer von ihnen ist Alejandro Domínguez. Er führt den Verband der Fußballverbände Südamerikas und wünscht sich nichts sehnlicher als die Ausweitung des WM-Teilnehmerfelds für das Turnier 2030 auf 64 Mannschaften. 100 Jahre gibt es dann dieses wunderbare Turnier. Wäre es nicht wunderbar, wenn an den Feierlichkeiten zu diesem Anlass 64 statt 48 Teams teilnehmen dürften?

Fast ein Portrait
Bild: Rattelschneck
Giannis geheimes Tagebuch

Gianni Infantino ist immer am Ball. Überall. Bei der Fußball-WM in Mexiko, Kanada und den USA natürlich erst recht. Da kommt niemand mehr hinterher. Außer der Fifa-Präsident selbst. Vielleicht. Die taz hat Zugang gefunden zu seinem geheimen Tagebuch. Alle Tagebucheinträge finden Sie hier.

Ich finde, darüber sollte man nachdenken dürfen, auch wenn wir die Pläne für das Turnier eigentlich schon ausgearbeitet haben. Gespielt wird in Spanien, Portugal und Marokko. Dazu gibt es je ein Eröffnungsspiel in Uruguay, Argentinien und Paraguay. Ein Spiel nur in Uruguay? Eins in Paraguay? Und eines im Mutterland meines verstorbenen Freundes Diego Maradona? Manchmal frage ich mich, ob das wirklich unser Ernst ist. Und dann denke ich an die Zahl 64.

Meine europäischen Freunde halten nicht viel von der Idee. Aber das wundert mich nicht. Die regen sich bei jeder Kleinigkeit über mich auf. Als ich zum Fifa-Kongress in Asunción, der wunderbaren Hauptstadt Paraguays, erst angereist bin, als das Treffen eigentlich schon vorbei sein sollte, waren sie stinksauer. Dabei konnte ich nicht früher da sein. Mein Freund Donald hat mich auf eine Reise nach Saudi-Arabien mitgenommen. Wer würde so eine Einladung ausschlagen? Da sollten sich die Europäer mal ehrlich machen.

Jetzt höre ich, dass auch der Verband für Nord- und Mittelamerika, dem wir das Turnier in Mexiko, Kanada und den USA geschenkt haben, gegen eine Erweiterung sein soll. Was ist da los? Darüber muss ich wohl dringend mal mit Donald sprechen. Und aus Asien meldet sich Scheich Salman bin Ibrahim Al Chalifa mit Zweifeln.

Der Edelmann aus Bahrain leitet den asiatischen Fußballverband und war einer meiner Gegenkandidaten, als ich vor zehn Jahren auf dem Thron Platz genommen habe, von dem aus der Fußball der Welt regiert wird. Ob da einer noch eine Rechnung offen hat, ist eine Frage, die ich mir nie stellen würde, so naheliegend sie auch sein mag.

Alle Zweifler an einem 64er-Turnier, möchte ich daran erinnern, dass es keineswegs um eine dauerhafte Erweiterung des Teilnehmerfelds auf 64 geht. Es geht um ein einmaliges Jubiläumsturnier. 2034, wenn in Saudi-Arabien um den World Cup gespielt wird, kann alles schon wieder anders sein. Ich finde übrigens, auch die 132 ist eine ganz wunderbare Zahl.

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Gianni Infantino

Gianni Infantino Fifa-Präsident

In meinem Tagebuch beschäftige ich mich hauptsächlich mit mir selbst. Es geht aber auch um meine Rolle im Fußball und mein Verhältnis zu den anderen Mächtigen in der Welt.
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4 Kommentare

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  • Wieso 132 Teilnehmer, wären 96 und128 nach 32, 48, 64 doch eher die nächsten Infantinoschritte?



    Ich habe aber noch eine bessere Idee: Warum nicht gleich 256? Für Computerliebhaber eine geradezu magische wie logische Zahl: 2 hoch 8, ein ganzes Byte. Im kommenden Jahrzehnt der KI geradezu notwendig :-)



    Für 256 Teilnehmernationen wäre allerdings notwendig, noch ein neue Länder in die FIFA zu integrieren. Gibraltar und San Marino gibt es schon, wie wäre es mit Bayern und Sachsen oder Romandie, Deutschschweiz und Tessin? Auch die Bretagne und Korsika würden sich anbieten, oder in Nordamerika vielleicht Kalifornien. Was nicht geht, ist Tibet, denn dann würde Infantino seine chinesischen Freunde verlieren. Aber wie wäre es mit Apatschen und Komantschen, zwar keine eigenen Länder, aber als eigene Nationen würden sie schon durchgehen. Ideen gibt es viele, vielleicht reichen dann auch 256 nicht mehr aus, 384 oder noch besser 512? Kann ich mich als Infantino-Ideengeber bewerben oder könnte die taz so nett sein, meine Ideen an den GRÖFPAZ (größter FIFA-Präsident aller Zeiten) weiter zu geben?

    • @Offebacher:

      Sie haben mir viel aus dem Munde genommen außer einer Beipflichtung und natürlich dem



      Hinweis, dass am besten 700 Millionen Teams gegeneinander spielen können. Macht so 33 KO-Runden, dann ist es durch. Und nächstes Jahr dann gleich wieder. In der Zeit kann zumindest kein Krieg geführt, kein Kreuzfahrtschiff besetzt, kein Auto hergestellt werden. Die Turmierreisen jedoch wären nicht so gut, also virtuell alles (wer zahlt G.I. am meisten).

      • @Janix:

        Ich habe ihre tolle Idee mal durchgerechnet: bei 536.870.912 Teams (2 hoch 29) gäbe es bei rund 8 Milliarden Erdenbürgern ca 15 Spieler pro Mannschaft. Das sind dann bei 11 Spielern auf dem Platz noch 4 Ersatzspieler pro Team drin. Und nach der Vorrunde in Vierer-Gruppen (insgesamt läppische 805.306.368 Spiele) benötigt man nur noch 28 KO-Runden, bis der Weltmeister feststeht. Das dürfte doch für Infantino ein Klacks sein.

        • @Offebacher:

          Danke für die Korrektur und Erweiterung, die Hitze beeinträchtigt schon das Kopfrechnen hier :)

          Vor allem, ergänze ich, muss Infantino als grundsätzlich wichtigste Person immer dabei sein, und wie ein Weihnachtsmann hin und her rasen.