Coronastrategie für Herbst und Winter: Schnelltests für den Besuch im Heim

Gesundheitsminister Jens Spahn hofft, dass es in einigen Wochen auch Coronatests für zu Hause geben wird. Das würde Arztpraxen und Kliniken entlasten.

Ein Mann und eine Frau stehen in SChutzkleidung vor großen zelten

Medizinisches Personal einer Testsation auf der Münchner Theresienwiese Foto: Matthias Schrader/ap

BERLIN taz | Wann endlich kann man sich auf das Coronavirus auch bequem selbst zu Hause testen? Seit Wochen wird über diese Frage diskutiert, denn der sogenannte Heimtest würde nicht nur die Infektionssprechstunden der niedergelassenen Ärzte, die Corona-Testzentren und die Kliniken entlasten, sondern auch und vor allem die betroffenen Menschen mit Infektionsverdacht.

Derzeit fahren viele von ihnen auf dem Weg zum Testzentrum quer durch die Stadt – und stecken so womöglich weitere Menschen an. Am Mittwochabend nun teilte der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Anschluss an die Beratungen der Gesundheitsministerkonferenz mit, dass der Heimtest kommen werde.

„Ob das in vier, acht, zwölf oder sechzehn Wochen ist“, werde man sehen, sagte Spahn, denn derzeit seien verschiedene Unternehmen noch mit der Entwicklung beschäftigt, „aber ich bin sehr sicher, wir werden es sehen“. Allerdings müsse ein solcher Test von den Behörden genehmigt werden, da es sich bei Covid-19 um eine meldepflichtige Krankheit handelt. Es müsse sichergestellt sein, dass die Testergebnisse tatsächlich auch bei den Gesundheitsämtern ankommen.

Die Heimtests sind laut Spahn aber nur ein Baustein in der deutschen Teststrategiefür Herbst und Winter. Neben den bekannten PCR-Tests, die mittels eines Mund-Rachen-Abstrichs untersuchen, ob eine akute Infektion vorliegt, sollen künftig vermehrt auch so genannte Antigen-Schnell-Tests eingesetzt werden. Diese basieren ebenfalls auf einem Mund-Nasen-Abstrich, der von medizinischem Personal genommen werden muss, bieten aber den Vorteil, dass bereits nach 15 oder 20 Minuten ein Ergebnis vorliegt.

Schnelltest vor dem Fußballstadion? Eher nicht

Die Qualität der Schnelltests, so Spahn, habe sich stark verbessert, so dass nun über einen Einsatz „zusätzlich in großer Millionenzahl pro Monat“ nachgedacht werden könne. Gemeinsam mit dem Robert-Koch-Institut und den Bundesländern werde derzeit darüber beraten, wo und wann weiter die üblichen PCR-Tests und in welchen Fällen die neuen Schnelltests eingesetzt werden sollten. Zu klären sei auch, wer die Kosten für die Schnelltests übernehme. Für Selbstzahler sind die Tests im Handel bereits erhältlich.

Überlegungen, die Schnelltests könnten auch vor Fußballstadien oder Konzertsälen angeboten werden, um hier mehrere Tausend Menschen vor dem Einlass zu testen, erteilte Spahn eine Absage. „Man braucht hierzu medizinisches Personal“, so der Minister. Der Aufwand, „mal eben so 5.000 Leute durchzutesten für einen Abend“, sei erheblich. Realistisch dagegen sei, dass Schnelltests vor dem Besuch im Pflege- oder Altenheim oder im Krankenhaus durchgeführt werden, um die alten und kranken Menschen in den Einrichtungen zu schützen.

Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU), die den Vorsitz in der Gesundheitsministerkonferenz zum Jahreswechsel von Berlins Senatorin Dilek Kalayci (SPD) übernehmen wird, kündigte derweil an, dass sie speziell den Blick auf die Situation von Kindern in ihrer Amtszeit schärfen wolle. Es müsse dringend und stärker als bisher darauf fokussiert werden, „was die Pandemie mit den Kindern macht“, so Huml.

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