Corona-Reisebeschränkungen: Vatertagsverbot für die Inseln

Am Montag öffnet sich Schleswig-Holstein wieder für den Tourismus. Die Inseln und Badeorte würden aber am liebsten Tagesausflügler fernhalten.

Fahrtrichtungsanzeiger der Bahn für Westerland auf Sylt

Bitte nicht Party machen: Vatertagsausflügler sollen Sylt fern bleiben Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

HAMBURG taz | Mit einem Vatertagsausflug auf die nordfriesischen Inseln dürfte es in diesem Jahr nichts werden. Die Inseln fürchten sich davor, von Bollerwagen und freudetrunkenem Personal überrollt zu werden.

An den Feiertagen werden „Gäste erwartet, die ihren Tagesausflug auf die Insel mit einem erhöhten Konsum von alkoholischen Getränken verbinden und insofern schwer zu lenken sein werden“, heißt in einem gemeinsamen Schreiben der Sylter Gemeinden, Unternehmer und Sylt Marketing an Nordfrieslands Landrat Florian Lorenzen (CDU).

Das Thema zieht in ganz Schleswig-Holstein seine Kreise. Am Freitag berieten die Kreise mit dem Land darüber, wie mit den Befürchtungen umzugehen sei. Was dabei herausgekommen ist, soll am Montag um zwölf Uhr verkündet werden. Wenn es für die Tagesausflügler schlecht läuft, wird mit einer Lockerung der Einreisebestimmungen gleich schon wieder deren Verschärfung verkündet.

Nachdem die Vertreter der Inseln und Badeorte lange genug gebettelt hatten, sollen bei den laut dpa „umfassendsten Lockerungen seit Ausbruch der Coronakrise“ am Montag Hotels, Gaststätten und Campingplätze wieder öffnen. Touristen dürfen einreisen und das Betretungsverbot für die Inseln und Halligen wird aufgehoben.

Die Drecksarbeit sollen andere machen

Deren Vertreter haben mittlerweile kalte Füße bekommen. Zur „Entspannung der Gästesituation an neuralgischen Punkten wie Promenaden und Fußgängerzonen“ fordern sie bis einschließlich Himmelfahrt, noch besser Pfingsten, ein Betretungsverbot für Tagesgäste.

Die Drecksarbeit dabei sollen andere machen: Der DB Regio solle verboten werden, Tagesausflügler zur Küste zu befördern. Um das durchzusetzen, solle die Bahn „mit eigens bestelltem Personal“ die „insularen Anstrengungen“ unterstützen.

Die Inseln wären fein raus und müssten ihren – im Streit um das Aufenthaltsrecht von Zweitwohnungsbesitzern lädierten – Ruf nicht weiter schädigen. Ein Verbot müssten die Behörden anordnen, teilte die Bahn mit.

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