Brotesser lieben diesen Trick: Toast Bread Packaging Trimmer
Selbstwirksamkeit in der Küche kann einfach sein – und innovativ. Kennen Sie Toastbrotverpackungsbeschneider? Eine Küchenglosse.
W as machst du da?“, fragt Maral. Ich sehe auf meine Hände. In der rechten halte ich eine Schere, in der linken eine Toastbrotpackung. „Ich will ein Stück der Verpackung abschneiden“, sage ich. „Warum?“ Maral sieht mich erstaunt an. Wir stehen bei mir in der Küche. Im Toaster stecken zwei Scheiben Toast. Wir warten darauf, dass sie herausspringen.
„Oh, also…“, sage ich. Es ist zwar leicht zu erklären, aber schwer zu verstehen. Dabei ist es überhaupt nichts Sensationelles: Wenn ich Toastbrote esse, verschließe ich danach die Verpackung mit einem Frischeclip und schneide ab, was zuviel an Tüte ist. „Mit dem Abnehmen der Scheiben kürzt du also die Toastbrotverpackung?“
„Genau. Bis das Toastbrot alle ist.“ „Was hat das für einen Sinn?“ „Selbstwirksamkeit, Achtsamkeit, Endorphine“, zähle ich auf. „Vor allem Endorphine. Es ist jedes Mal ein kleiner Wohlbefindens-Booster.“ „Endorphine?“ Maral zieht die Augenbrauen hoch. „Du meinst, das, was andere beim Joggen erleben, erlebst du beim Toastbrotverpackungenkupieren?“ „Ja, so ähnlich.“
Maral sieht mich wie einen Patienten an, obwohl sie überhaupt keine Ärztin ist. „Ich google das mal.“ Sie tippt in ihr Handy. Runzelt die Stirn. Tippt noch mal in ihr Handy. „Erstaunlich“, sagt sie. „Nichts. Kein Treffer. Weder auf deutsch noch auf englisch.“
„Was hast du denn als Suchbegriff eingegeben?“ „Toast bread packaging trimmer.“ „Toastbrotverpackungsbeschneider?“ Sie nickt. „Versuchs mal mit Beschneiderin“ sage ich. „Vielleicht gibt es eine weibliche Community.“
Maral tippt wieder in ihr Handy. Und schüttelt den Kopf. „Auch nichts. Du machst etwas, was die digitale Welt nicht kennt.“ „Eigentlich schön“, sage ich. „In einer Sache der Einzige zu sein. Vielleicht komme ich damit ja ins Guinnessbuch der Rekorde.“
Maral sieht mich wieder mit diesem Ärztinnen-Blick an. Dann springen die Toasts hoch.
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