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Brandbrief von Berliner Mie­te­rnMall of Shame mit Schimmel

Mie­te­r:in­nen der High-Deck-Siedlung in Neukölln beklagen die schlechten Wohnverhältnisse – und dass die landeseigene Howoge nichts unternehme.

Die Fotos, die auf einer Tafel angepinnt sind, zeigen Schimmel an den Wänden, defekte Wasserleitungen und Ratten in den Kellerräumen. „Das ist unsere Mall of Shame“, sagt Fatma Ismail. Sie ist Sprecherin der Kiezinitiative High-Deck-Siedlung. In den frühen 1980ern galt die Siedlung auf beiden Seiten der Sonnenallee in Neukölln als Modellprojekt für Wohnen im Einklang mit der Natur. Die Decks genannten Gänge zwischen den Häusern gaben ihr den Namen. Doch schon seit Jahren beklagen viele der Be­woh­ne­r*in­nen die schlechten Wohnverhältnisse in der Siedlung.

Das zeigte sich am Dienstagnachmittag auf der Kundgebung am Eingang der Siedlung, zu der rund 50 Be­woh­ne­r*in­nen gekommen sind. Doch schon über 600 Mie­te­r*in­nen der High-Deck-Siedlung haben einen der taz vorliegenden Brandbrief unterzeichnet, in dem zahlreiche Mängel aufgelistet sind, die auch auf der Fotowand zu sehen sind: Wasserschäden, Schimmelbildung, undichte Fenster und defekte Heizungen gehören ebenso dazu wie die mangelnde Kommunikation mit der Howoge.

Das landeseigene Unternehmen hatte große Teile der High-Deck-Siedlung 2021 von Vonovia gekauft. Kri­ti­ke­r*in­nen bemängeln, der Preis sei damals viel zu hoch gewesen und sei auch der Grund für die Beschwerden der Mieter*innen, die seitdem nicht abreißen. Schon im August 2023 beschäftigte sich das Abgeordnetenhaus nach einer Anfrage des Abgeordneten der Linkspartei Niklas Schrader mit den Mängeln. Drei Jahre später hat die Kritik der Mie­te­r*in­nen noch zugenommen. Doch jetzt bekommen sie Unterstützung von einem Kiezprojekt, das in Kooperation mit der Initiative Deutsche Wohnen und Co. Enteignen und dem Berliner Mie­te­r*in­nen­ver­ein entstanden ist.

Jonathan Welker vom Kiezprojekt High-Deck-Siedlung erklärt, dass man seit einigen Monaten in der Siedlung Haustürgespräche führe, um die Be­woh­ne­r*in­nen bei ihren Rechten zu unterstützen. Im Gespräch mit der taz erklärt Welker auch, warum nicht noch mehr Be­woh­ne­r*in­nen auf der Kundgebung waren. Erst bei den Befragungen sei klar geworden, wie unterschiedlich die Be­woh­ne­r*in­nen sind. „In der Siedlung wohnen viele alleinerziehende Mütter. Für die sind Termine am frühen Abend ungünstig, weil sie dann ihre Kinder betreuten. Daher überlegen wir jetzt, unsere Treffen auf die Vormittage zu legen“, sagt er.

Howoge zeigt sich gesprächsbereit

Gleich nach der Kundgebung machen sich mehrere kleine Gruppen mit Klemmbrettern auf den Weg zu den Häusern, um weitere Unterschriften für den Brandbrief zu sammeln. Wenn 1.000 Unterschriften erreicht sind, soll der Howoge der Brief übergeben werden.

Die Howoge-Geschäftsführung gibt sich auf taz-Nachfrage gesprächsbereit. „Grundsätzlich führen wir Gespräche mit allen Beteiligten, die an einem sachlichen und konstruktiven Austausch interessiert sind“, heißt es in der Stellungnahme. Auf der Kundgebung am Dienstagnachmittag wäre Gelegenheit dazu gewesen.

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