Brandanschläge auf Kältebusse: Fall aufgeklärt?
Der Mann, der beim Anzünden eines Kältebusses erwischt wurde, soll auch den ersten Anschlag verübt haben. Laut Polizei ist er selbst obdachlos.
Die beiden Brandanschläge, bei denen drei Kältebusse der Stadtmission in Flammen aufgingen, stehen offenbar kurz vor der Aufklärung. Die Ermittler der Staatsanwaltschaft werfen dem Mann, der am Neujahrstag beim Anzünden eines Busses erwischt und festgenommen worden war, vor, auch für den ersten Anschlag vom 27. Dezember verantwortlich zu sein. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte der taz am Mittwoch einen entsprechenden Bericht des RBB.
Der Beschuldigte war vorigen Donnerstag von einem Mitarbeiter der Stadtmission dabei gesehen worden, wie er die Motorhaube eines geparkten Kältebusses nahe der Stadtmission in Moabit anzündete. Er brachte den Mann zu Boden, wie er der Morgenpost verriet, rief Sicherheitsmitarbeiter und Polizei und löschte den Brand mittels Feuerlöscher. Der Verdächtige war laut Polizei betrunken und ist selbst obdachlos beziehungsweise ohne festen Wohnsitz. „Der Mann hatte aus meiner Sicht eine massive psychiatrische Diagnose“, zitiert die Zeitung den Stadtmission-Mitarbeiter.
Woher die Staatsanwaltschaft zu wissen meint, dass der 43-Jährige auch für den ersten Anschlag verantwortlich ist, ist nicht ganz klar. Laut Staatsanwaltschaft hat er bisher keine Aussage gemacht. „Die Ermittlungen beruhen im Wesentlichen auf Zeugenaussagen“, so ein Sprecher zur taz.
Sprecher Staatsanwaltschaft Berlin
Der erste Brandanschlag, bei dem ein Bus vollständig ausbrannte und ein zweiter stark beschädigt wurde, löste eine Welle der Solidarität aus. Es gab mehrere Angebote für Ersatzfahrzeuge, sodass die Einsätze nicht unterbrochen werden mussten, zudem viele Geldspenden.
Die Kältebusse fahren von Anfang November bis Ende März im Rahmen der Berliner Kältehilfe nachts durch die Stadt, um Obdachlosen zu helfen und sie, wenn die Betroffenen dies möchten, in eine Notunterkunft zu bringen. Die Stadtmission macht dies mit drei Bussen, das Rote Kreuz unterhält für denselben Zweck einen „Wärmebus“.
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