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Birgit Möhring ist totNicht nur Kasse machen wollen

Als Chefin des Liegenschaftsfonds und später der BIM war Birgit Möhring eine wichtige Akteurin einer anderen Stadtentwicklungspolitik.

Birgit Möhring ist tot. Die Geschäftsführerin der landeseigenen Berliner Immobilien Management GmbH (BIM) ist am 15. August nach schwerer Krankheit gestorben, teilte das Unternehmen mit. Sie wurde 63 Jahre alt. „Der plötzliche Tod von Birgit Möhring hat uns alle tief getroffen. Meine Gedanken sind bei ihrer Familie und dem Team der BIM“, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende der BIM, Staatssekretär Wolfgang Schyrocki.

Birgit Möhring war seit 2015 Chefin der BIM und damit die Hüterin der landeseigenen Immobilien. 5.000 Gebäude bewirtschaftet die Gesellschaft mit ihren 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Unter ihnen sind Rathäuser, Feuerwehrwachen, Polizeidienststellen, aber auch außergewöhnliche Immobilien wie das Haus der Statistik in Mitte.

Vor seiner Fusion mit der BIM leitete Möhring die Geschäfte des Berliner Liegenschaftsfonds. Der war unter anderem zuständig für den Verkauf landeseigener Immobilien und Grundstücke. In Möhrings Amtszeit fiel auch eine stadtentwicklungspolitische Kehrtwende. Statt die Grundstücke meistbietend zu verkaufen, sollte auch das Konzept des Käufers eine Rolle spielen.

Stadtentwicklungspolitische Kehrtwende

Den Boden für diese neue Liegenschaftspolitik hatte unter anderem ein Runder Tisch vorbereitet, dem auch der heutige Finanzsenator Stefan Evers (CDU) angehörte. „Ich habe sie als kluge Ratgeberin und verlässliche Partnerin sehr geschätzt“, teilte Evers mit. „Ihr Tod ist ein großer Verlust für die BIM und für das Land Berlin.“

Gleich zu Beginn ihrer Tätigkeit in der BIM war in Mitte das Haus der Statistik besetzt worden. Dass es inzwischen zu einem Ort wurde, in dem KünstlerInnen, Projekte, aber auch das Finanzamt Mitte und bald das Rathaus des Bezirks ihr Zuhause haben werden, ist auch Möhrings Verdienst.

Wirtschaftliche Nachhaltigkeit und soziale oder kulturelle Anliegen waren für Frau Möhring eben keine Gegensätze, sondern zwei Seiten einer Medaille

Bettina Jarasch und Werner Graf, Grüne Fraktionsvorsitzende

„Mit ihr verliert Berlin eine engagierte und hochkompetente Streiterin für eine Bodenpolitik, bei der immer das Gemeingut und öffentliche Interesse im Mittelpunkt stehen“, teilten die Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Werner Graf und Bettina Jarasch, mit. „Wirtschaftliche Nachhaltigkeit und soziale oder kulturelle Anliegen waren für Frau Möhring eben keine Gegensätze, sondern zwei Seiten einer Medaille.“

Auch die Initiative Stadtneudenken, die den Runden Tisch Liegenschaftspolitik ins Leben gerufen hat, trauert um Birgit Möhring. „Als Geschäftsführerin der BIM war sie über zehn Jahre stets eine verlässliche Ansprechpartnerin“, sagte die Initiative dem Tagesspiegel. „Wir wünschen uns, dass die BIM diesen Weg im Sinne einer offenen und partizipativen Stadtentwicklung weiterführt.“

Nach dem Tod von Möhring ist die BIM derzeit führungslos. Von ihrem Co-Geschäftsführer Matthias Hardinghaus hatte sich die Gesellschaft 2024 getrennt. „Die BIM bleibt handlungsfähig“, betonte Aufsichtsratschef Wolfgang Schyrocki. „Der Aufsichtsrat wird nun in enger Abstimmung mit dem Gesellschafter unverzüglich alle notwendigen Entscheidungen treffen.“

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