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Bezüge für AbgeordneteAuch Union für Diät bei der Diät

Die Belastungen für die Gesellschaft steigen. Nun ist offenbar auch die Union dafür, dass die Bezüge der Abgeordneten deshalb zumindest nicht weiter steigen sollen.

dpa | Die geplante Diätenerhöhung für die 630 Bundestagsabgeordneten zum 1. Juli wird voraussichtlich ausgesetzt. Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Steffen Bilger, verwies im „Frühstart“ von RTL und ntv zwar auf noch anstehende Diskussionen in den Fraktionsgremien am Montag und Dienstag zu dem Thema. Dennoch betonte der CDU-Politiker: „Wir sind mit der SPD gemeinsam der Auffassung, dass wir diesen Schritt jetzt gehen sollten.“

Zur Begründung verwies Bilger darauf, dass die grundlegenden anstehenden Reformen in diesem Jahr für die Menschen auch mit Belastungen verbunden seien. Es sei daher richtig, dass auch die Politiker einen Beitrag leisteten. SPD, Linke, Grüne und AfD sind ebenfalls für eine Aussetzung. Eigentlich sollen die Diäten zum 1. Juli um 497 Euro steigen – auf rund 12.330 Euro.

Auch Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) zeigte sich im Gespräch mit dem Portal „The Pioneer“ offen dafür, die Diätenerhöhung in diesem Jahr auszusetzen. Er verstehe, dass viele Bürger sagten, wenn sie gerade viel verzichten müssten, dann erwarteten sie das auch von den Abgeordneten. „Und deswegen kann ich mir vorstellen, dass zum Beispiel in einem zeitlichen Zusammenhang mit der GKV-Reform, die ja für viele zusätzliche Belastungen bedeutet, Einschnitte bedeutet, dass wir im Zusammenhang mit dieser GKV-Entscheidung dann auch zu einer Aussetzung der Diätenerhöhung für dieses Jahr kommen, dann aber zum Mechanismus zurückkehren“, sagte er. Auf die Nachfrage, ob das sein Vorschlag wäre, sagte Spahn: „Jawohl.“

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hatte Ende April in der „Maischberger“-Sendung Zustimmung zu einem Aussetzen erkennen lassen.

Bilger verteidigte den generellen Mechanismus der Diätenanpassung, die der allgemeinen Lohnentwicklung folgt. Dies sei ein „guter Maßstab“, der auch erhalten werden sollte. Es sei richtig, dass Politiker ordentlich bezahlt werden, auch, um deren Unabhängigkeit zu sichern. „Wir leisten aber auch viel“, betonte Bilger.

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8 Kommentare

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  • tehabe

    Diese Diskusssion stört mich sehr, weil sie immer nur populistisch geführt wird. Denn die Gehälter der anderen Angestellten und Beamten der Bundesregierung steigen. Aktuell erhalten Abgeordnete 11.833,47 Euro pro Monat. Dies liegt zwischen B7 und B8 der Besoldungstabelle. Ein Ministerialdirektor, also ein Abteilungsleiter in einer Bundesbehörde, wird gemäß B9 oder B10 bezahlt und verdient daher wesentlich mehr als ein Bundestagsabgeordneter. Und die Diäten an die allgemeine Lohnentwicklung zu koppeln ist immer noch eine gute Regelung und sollte beibehalten werden.

    Wo jedoch mehr darauf geachtet werden muss sind die Nebeneinkünfte von Bundestagsabgeordneten. Vor allem bei Transparenz und auch Interesseskonflikten bei der Ausübung des Mandats.

  • Bolzkopf

    Ich will jetzt nicht behaupten das seien reine Lippenbekenntnisse aber natürlich geht es primär darum zu zeigen, dass man mit den Menschen mitleidet, dass man selbst den Gürtel enger schnallt und mir gutem Beispiel voran geht. usw

    Aus Einsicht und Überzeugung heraus wird diese Debatte ganz sicher nicht geführt.

  • Perkele

    Das ist -wieder mal- purer Opportunismus. Wenn die anderen Parteien gegen die Erhöhung sind, dann könnte eine solche Entscheidung zu negativ von den Wähler*innen bewertet werden und das will man sich ersparen. Einsicht ist das ganz gewiß nicht. Wäre es einsichtiges Handeln, warum bleibt man dann bei dem gleichen Diskurs wie die AgD in vielen politischen Feldern? Das nutzt nur den Faschos - eine Binsenweisheit - doch es ist nicht so krass auffällig.

    • Ahnungsloser

      @Perkele:

      Ist das der gleiche Opportunismus den die Linke betriebt, wenn sie ihre Bezüge deckeln wollen?

      • Perkele

        @Ahnungsloser:

        Nein. Das ist bei der Linken sehr viel eher glaubhaft, bei der csdU keineswegs.

        • Ahnungsloser

          @Perkele:

          Ok, das ist natürlich ein unumstößliches Argument. Der Linken glauben wir, der Union nicht. Macht Sinn

          • Perkele

            @Ahnungsloser:

            Musst Du ja nicht - doch wenn man die Richtung der jeweiligen Parteimaxime etwas weniger verkrampft und unvoreingenommen betrachtet, dann wird das schnell deutlich. Sehr kurz gebündelt: die einen sind für das Klientel der oberen Schicht, Profite für die Wirtschaft und sonst nicht viel zu haben - außer in Sonntagsreden. Die anderen haben zumindest den Ansatz, den "kleinen" Leuten auch zuzuhören und die zu verstehen.

            • Ahnungsloser

              @Perkele:

              Den "kleinen" Leuten zuhören und verstehen ist das eine, ihnen konkret zu helfen, das andere. Bzw. gut gemeint, schlecht gemacht. Als Beispiel Berlin.