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Bahn soll Gedenken nicht beeinträchtigen

Linken-Abgeordnete Ulla Jelpke macht Druck auf Bundeskulturministerin Monika Grütters und die Bahn: Die solle alle Zweifel am Fortbestand des Sinti-und-Roma-Mahnmals im Tiergarten ausräumen

Von Claudius Prößer

Im Konflikt um das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma, das durch den Ausbau des Berliner S-Bahn-Netzes bedroht ist, dringt Bundeskulturministerin Monika Grütters (CDU) darauf, dass die Planungen „die Integrität des wichtigen Denkmals achten“. Grütters teilte auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke hin mit, sie sei sich „der herausgehobenen Bedeutung als zentralem Gedenkort der Sinti und Roma in Europa bewusst“ und setze sich bei den laufenden Gesprächen „intensiv für eine erinnerungspolitisch angemessene Lösung ein“.

Seit mehreren Monaten schwelt der Streit über die ursprünglichen Planungen der Bahn AG, das im Tiergarten unweit des Reichstagsgebäudes gelegene Denkmal für die Baugrube der neuen Linie S21 ganz oder teilweise zu verlegen oder temporär zu schließen. Jelpke hatte die Bundesregierung gefragt, ob bzw. wie diese darauf hinwirke, dass das Verkehrsprojekt zugunsten des Denkmals abgeändert oder „notfalls ganz gestrichen“ werde.

Gegenüber der taz sagte Jelpke, weitere Unklarheit über das Schicksal des Denkmals sei „nicht hinnehmbar“. „Ich erwarte von allen Beteiligten, insbesondere dem bundeseigenen Unternehmen Deutsche Bahn, unmissverständlich zu erklären: Es gibt nur eine ‚erinnerungspolitisch angemessene Lösung‘“, so die Abgeordnete. Diese müsse lauten: „Das Denkmal darf durch diese Bauarbeiten in keiner Weise Schaden nehmen. Es gibt keine Sperrung, keine Baugrube und keine sonstige Maßnahme, die das Gedenken an diesem Ort in irgendeiner Weise beeinträchtigt!“ Mit ihrem Abwarten nährten die Verantwortlichen Zweifel, dass sie die Lehren aus der Geschichte ernst nähmen.

Auf Einladung von Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) fanden bereits zwei Gespräche statt, an denen auch Vertreter von Sinti und Roma teilnahmen. Die Runden sollen fortgesetzt werden.

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