Bäckerei zeigt auf Social Media Haltung: Die kleinen Brötchen backen
Die Bäckerei Elshoff zeigt auf Social Media, wie Integration im Handwerk funktionieren kann – authentisch und unaufgeregt.
Foto: Screenshot instagram/land baeckerei elshoff
„In Marokko wird der Teig andersherum gedreht“, sagt Mathias Elshoff. Neben ihm steht Bilal, der neue Auszubildende der Landbäckerei Elshoff. Der 24-Jährige ist aus Marokko nach NRW gekommen und lernt seit ein paar Monaten, wie man Brötchen „auf Deutsch“ dreht. In seiner Heimat hat er den Beruf schon gelernt, vieles kennt er also schon. Aber hier muss er vieles umlernen – vom Kneten des Teigs bis zur Sprache.
Wer durch die Social-Media-Kanäle der Bäckerei scrollt, kann Bilal dabei zusehen, wie er Schritt für Schritt ankommt, und seinen Chef Mathias dabei beobachten, wie er dem jungen Azubi begegnet. Zwischen Temperatur-schätz-Challenges, Daumendruckproben von Brot und Videos über die Knackigkeit von Brötchen, versteht sich.
Mathias, Bilal und andere Mitarbeitende wirken, als seien sie gerade mitten aus der Arbeit heraus vor die Kamera geholt worden: rote T-Shirts mit der Aufschrift „Hefe im Brot? LASS MAL! Wir machen das anders“, Mehl auf den Schürzen. Alles authentisch und unaufgeregt und vielleicht genau deshalb so erfolgreich. Auf Tiktok haben manche Videos der Bäckerei Millionen Aufrufe.
Aktuell kommen die Videos mit Bilal gut an. Auch weil hier gezeigt wird, was die Integration in so einem Handwerksbetrieb bedeuten kann. Elshoff erzählt etwa, dass er für Bilal eine Wohnung organisiert und sich um Behördengänge gekümmert hat. In einem anderen Clip berichtet Bilal, dass sein Bruder dank eines Aufrufs auf dem Account ebenfalls einen Ausbildungsplatz in Deutschland gefunden hat. Ankommen in Deutschland als ganz normaler Arbeitsalltag.
Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel und wachsendem Druck durch Großbetriebe müssen Unternehmen transparent sein und neue Ideen entwickeln. Auf Social Media Haltung zu zeigen und Menschen mitzunehmen, scheint da ein gutes Erfolgsrezept zu sein.
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