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Axel SpringerUlf Poschardt gibt Herausgeber-Position bei „Welt“ auf

Ulf Poschardt, Herausgeber der „Premiummarke“ von Axel Springer, tritt zurück. Der Journalist wird zum 1. Juli „freiester Autor“ des Verlags.

epd/taz | Der Journalist Ulf Poschardt gibt die Position des Herausgebers bei Welt, „Politico Deutschland“ und „Business Insider Deutschland“ zum 1. Juli ab. Dies erfolge auf eigenen Wunsch, teilte das Medien-Unternehmen Axel Springer SE am Mittwoch in Berlin mit.

In seiner neuen Rolle werde Poschardt „freiester Autor“ und Podcaster für die Premium-Gruppe des Verlags, zu der die Produkte Welt, „Politico Deutschland“ und „Business Insider Deutschland“ gehören. Darüber hinaus werde er auch für alle deutschen und internationalen Medienmarken des Hauses, wie „Bild“, arbeiten.

Zu den Formaten gehörten beispielsweise tägliche „Drei-Fragen-Drei-Antworten-Clips“ für alle Social-Media-Plattformen oder eine „Eins zu eins-Talkshow“ für Welt TV. Bei Bild werde Poschardt mit mehreren Formaten, darunter eine wöchentliche Kolumne und ein Videoformat, sichtbar sein.

Leidenschaftlich diskutiert

Poschardt kam 2008 als stellvertretender Chefredakteur der Welt am Sonntag zu Axel Springer, wurde 2016 Chefredakteur der Welt-Gruppe und im vergangenen Jahr Herausgeber von Welt, „Politico Deutschland“ und „Business Insider Deutschland“. 2024 erschien sein Bestseller „Shitbürgertum“, im Juni 2026 wird der Nachfolger „Bückbürgertum“ veröffentlicht.

Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer, sagte: „Es gibt wenige Autoren, deren Beiträge so leidenschaftlich diskutiert werden wie die von Ulf Poschardt. Quer über alle Plattformen, vom Leitartikel in der ‚Welt‘ bis zum Posting auf Social Media, erreicht er ein Millionenpublikum.“ Für diese Tätigkeit wolle man ihm den Raum geben, den er brauche, um seine Reichweite auszubauen.

Poschardt selbst wird in einer Pressemitteilung von Axel Springer so zitiert: „Im Laufe des vergangenen Jahres habe ich festgestellt, dass ich für meine publizistische Arbeit mehr Freiheit brauche, die sich mit einer formalen Funktion nicht immer vereinbaren lässt. Ich bin daher auf Mathias Döpfner zugegangen und wir haben eine perfekte neue Rolle gefunden.“

Im Dezember hatte die taz Poschardt getroffen und ihn porträtiert. „Das Geile an dem Job des Herausgebers ist, jeder spielt die Rolle anders“, sagte er damals. „Ich bin ja irgendwie so ein geländegängiges, fränkisches Mäuschen. Man kann mich auf Podien schicken, man kann mich zu Anzeigenkunden schicken, man kann mich mit dem Betriebsrat reden lassen, und ich repräsentiere die Marke nach außen.“ Im April war Poschardt beim taz lab zu Gast.

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10 Kommentare

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  • Arme Kreatur - von mir kein Mitleid für dat Poschi, wobei er wohl einfach nur saumässig sozialisiert wurde, wenn überhaupt...



    Gibt's denn nicht irgendwelche Beschäftigungen für diesen Mann mit weniger Öffentlichkeit - Archiv im Keller oder so...

  • Wenn er samt Porsche 911 endgültig das Weite suchen würde, wäre es mir wohler zumute. Ich schalte immer um, wenn er auf dem Bildschirm erscheint.

    • @Il_Leopardo:

      Ich lege die Fernbedienung schon lange nicht mehr aus der Hand, es wird immer mehr gezeigt, was schlagartig Übelkeit auslöst.

      • @Erfahrungssammler:

        Stimmt - ohne Fernbedienung hätte ich nicht überlebt.

  • Schade, ich hatte gehofft der geht endlich in Rente.

  • Zwei drei Jahre noch, dann ist auch er fest bei fake Nius :)

  • Bei Poschardt beschleicht mich stets das Gefühl, er arbeitet sich noch immer an seiner Sozialisation im linken Elternhaus ab.



    Dennoch finde ich einige seiner Kommentare ganz anregend.



    Aber dass er Elon Musks Hitlergruß als "Asperger-Übersprungsreaktion" einordnete und Trump als "großen Präsidenten" bezeichnete, lässt dann doch ernsthafte Zweifel an seiner Urteilsfähigkeit aufkommen.



    Gehen diese Ausfälle Herrn Döpfner vielleicht doch etwas zu weit?

    • @Horst Franke:

      "Aber dass er Elon Musks Hitlergruß als "Asperger-Übersprungsreaktion" einordnete und Trump als "großen Präsidenten" bezeichnete, lässt dann doch ernsthafte Zweifel an seiner Urteilsfähigkeit aufkommen"

      Das hat nichts mit seiner Urteilsfähigkeit zu tun, der trollt einfach nur. Eines seiner Vorbilder scheint Tucker Carlson zu sein, dem persönliche Überzeugungen auch komplett egal sind, wenn er nur genügend Reichweite generieren kann. Und auch für Poschardt läuft dieses Geschaftsmodell ja ziemlich gut.

    • @Horst Franke:

      Ich bin mir nicht sicher, ob man ein evangelisch-methodistisches Elternhaus unbedingt als "links" bezeichnen kann.

  • Journalismus. Frei, freier, am freisten?

    Der ins taz-lab 2026 eingeladene Poschardt brauchte sich kritischen tiefgründigen taz-Fragen nicht zu stellen, denn die taz hatte als befragende Journalisten lediglich rechte Podcaster von based aufs Podium geladen.



    Freie Fahrt ohne Not also für Poschardt, der z. B. gegen die Rolle der sogenannten Intellektuellen, sogenannten Journalisten, so genannten Wissenschaftler bei Corona wütete.

    Wie stark politischer rechter - von der AFD und einer immer rechteren CDU und von Springer.Mediien, also auch Poschardt, ausgehender Druck Wirkung auf den öffentlich-rechten Rundfunk zeigt, wird gerade in einem Interview mit SWR-Intendant Kai Gniffke deutlich, der im KNA-Interview sagte: „Wir sind Anwalt der Wirklichkeit – nicht der Schwachen."



    Dieser opportunistische Zynismus eines journalistisch sehr Mächtigen zeigt, dass die Freiheit eines Journalisten im ÖR nichts mehr wert ist, wenn er sich nicht nach der neuen zynischen Leitlinie richtet.



    Frei, freier am freisten. US-Politico-Journalisten, die die Haltung von Döpfner zu Israel und Gaza als neue Leitlinie des Konzerns kritisierten, wurde von Döpfner bedeuet sie seien jederzet FREI zu gehen!