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Australische Armee227 Marinesoldaten misshandelt

In den 80er Jahren wurden auf einer Armeebasis junge Rekruten systematisch drangsaliert oder vergewaltigt. Das Militär muss sich eine „Kultur der Gewalt“ vorwerfen lassen.

SYDNEY afp | In Australien sind neue mutmaßliche Missbrauchsfälle in der Armee ans Licht gekommen. 227 junge Marinesoldaten sind nach eigenen Angaben in den 80ern auf dem Stützpunkt HMAS Leeuwin vergewaltigt oder misshandelt worden, wie es in einem Bericht einer Untersuchungskommission hieß, aus dem die Zeitung The Australian am Montag zitierte. Die jungen Rekruten sollen systematisch drangsaliert worden sein. Es bestehe der Verdacht, dass die Armee jahrelang nichts gegen die „Kultur der Gewalt“ unternommen habe.

Die Vorwürfe seien derart schwerwiegend, dass ein separater Bericht über die Vorfälle angefertigt werden soll, berichtete die Zeitung. Auch Berichte über Missbrauchsfälle in einer Militärakademie in Canberra sollen demnach gesondert untersucht werden.

Insgesamt nahm die von der Regierung eingesetzte Arbeitsgruppe 2400 Beschwerden entgegen. Die Regierung hatte die Untersuchung nach dem sogenannten Skype-Skandal in Auftrag gegeben. Damals hatte eine Rekrutin Geschlechtsverkehr mit einem jungen Ausbildungskameraden, der das Geschehen ohne ihr Wissen online in einen anderen Raum übertrug, wo andere Rekruten zusahen.

Bereits in den vergangenen Jahren waren Berichte über hunderte brutale Missbrauchsfälle in der Armee bekannt geworden, die bis in die 50er Jahre zurückgehen. Ermittlungen zufolge wurden die Übergriffe lange vertuscht, mutmaßliche Täter nicht bestraft und Opfer nicht ernst genommen. Bis in die 80er Jahre rekrutierte die australische Armee Jungen ab 15 Jahren; die australische Marine nahm bis in die 60er Jahre sogar Jungen ab 13 Jahren auf. Heute liegt die Altersgrenze bei 17 Jahren.

Ende 2012 entschuldigte sich die australische Regierung vor dem Parlament offiziell für die Missbrauchsfälle in den Reihen der Armee.

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1 Kommentar

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  • Achso

    Militär und „Kultur der Gewalt“ in ein Satz, das geht ja gar nicht.