„Ausländer raus“ in Südafrika: Massenproteste und vereinzelte Übergriffe
Aktivisten gegen „illegale“ Migranten in Südafrika bringen Zehntausende Menschen auf die Straßen. Weitere Aktionen sind geplant.
Zehntausende Menschen sind am Dienstag in zahlreichen Städten Südafrikas zu Demonstrationen gegen „illegale“ Migration zusammengekommen. Videos in südafrikanischen Medien zeigten am Nachmittag große Menschenmengen, die teils fahnenschwingend, teils mit Stöcken bewaffnet die Straßen von Johannesburg und Durban entlangliefen, teils unter Polizeischutz. Viele riefen ausländerfeindliche Parolen. Die meisten Geschäfte auf den Demonstrationsrouten hatten vorab aus Sicherheitsgründen geschlossen.
Südafrikas ausländerfeindliche Protestbewegung „March and March“ hatte den 30. Juni zum Stichtag erklärt, bis zu dem alle Ausländer ohne regulären Aufenthaltsstatus Südafrika verlassen sollten oder legitime Angriffsziele werden würden. Rund 25.000 Migranten aus anderen afrikanischen Ländern verließen daraufhin aus Angst das Land, auch am Dienstag sammelten sich an Verkehrsknotenpunkten noch Tausende Menschen. Die Regierung hatte ein hartes Vorgehen gegen mögliche Gewalttaten angedroht.
Jacintha Ngobese-Zuma, die Anführerin von „March and March“, zeigte sich am Nachmittag mit dem Verlauf ihrer Aktion zufrieden. „Wir möchten der Regierung danken, dass sie uns tatsächlch zuhört“, rief sie vor Tausenden Demonstranten auf einer Kundgebung in der Hafenstadt Durban. Sie kündigte einen Generalstreik innerhalb der kommenden drei Monate an sowie wöchentliche Demonstrationen gegen „illegale“ Migranten bis Ende dieses Jahres. „Wir marschieren jeden Donnerstag für die nächsten sechs Monate, bis alle unregistrierten Migranten das Land verlassen“, erklärte sie.
Jacintha Ngobese-Zuma, Aktivistin
Vereinzelt kam es am Nachmittag zu Zusammenstößen dort, wo Demonstrationen durch Straßen mit einem hohen Ausländeranteil zogen. Im Migrantenviertel Hillbrow in Johannesburg versammelte sich eine angriffsbereite Menschenmenge vor Gebäuden, in denen hauptsächlich Nigerianer leben.
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