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Ausbau des Berliner S-Bahn-NetzesZweieinhalb Jahre Sperrung im Nord-Süd-Tunnel

Wegen der Arbeiten an einem neuen Tunnel sollen zwischen Potsdamer Platz und Brandenburger Tor lange keine S-Bahnen fahren.

Wer mit den S-Bahn-Linien 1, 2, 25 oder 26 unterwegs ist, muss sich auf eine lange Unterbrechung einstellen: Nach einer Mitteilung des Bundesverkehrsministeriums sollen im sogenannten Nord-Süd-Tunnel „ca. 2,5 Jahre“ keine S-Bahnen zwischen Potsdamer Platz und Brandenburger Tor fahren. Das berichtet der Tagesspiegel mit Verweis auf die Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion. Wann es dazu kommt, steht noch nicht fest.

Grund dafür ist der Bau eines zweiten Nord-Süd-Tunnels. Dessen erster Abschnitt ging bereits Mitte Juni in Betrieb: Vom S-Bahnhof Wedding auf der Ringbahn ist der Hauptbahnhof seither in nur drei Minuten Fahrzeit zu erreichen. Der zweite Bauabschnitt soll vom Hauptbahnhof zum Potsdamer Platz führen. Er hatte mehrfach für Diskussionen gesorgt, weil der Tunnel in der Nähe der Gedenkstätte für im Nationalsozialismus ermordete Sinti und Roma verlaufen soll.

In diesem zweiten Bauabschnitt soll der neue Tunnel südlich des Brandenburger Tors einen vorhandenen Tunnelstumpf aus den 1930er Jahren erreichen. Teile dieses Tunnels müssen jedoch laut Verkehrsministerium „durch einen Neubau angepasst werden“. Dieser 400 Meter lange Tunnelstumpf trägt den Namen „Heuboden“.

Wann die Sperrung genau beginnt, ist noch nicht bekannt. Nach bisheriger Planung sollen die Arbeiten am neuen Tunnel in den kommenden Jahren beginnen und bis 2036 abgeschlossen sein. Noch im Gange ist ein Planfeststellungsverfahren, das offenbar in diesem Jahr abgeschlossen sein soll.

Grüne fürchten noch weitere Sperrung

Die Grünen im Bundestag, auf deren Anfrage die Aussage des Ministeriums von Patrick Schnieder (CDU) zurückgeht, befürchten noch weiter gehende Einschränkungen. Aus ihrer Sicht ist es auch fraglich, ob während der Bauarbeiten die Züge zwischen Nordbahnhof und Brandenburger Tor fahren können.

Der Tagesspiegel zitiert den Grünen-Bundestagsabgeordneten und Bahnexperten Matthias Gastel mit der Forderung an Berlins Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU), von der Deutschen Bahn Änderungen zu verlangen. Die muss sich aus seiner Sicht dafür starkmachen, dass die Sperrung nur so lange wie zwingend nötig dauert.

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