Arbeit in der Fleischindustrie: Für eine Handvoll Cent

Wenn Tönnies und Co. ihre Arbeiter nicht mehr über Subunternehmer ausbeuteten, würde das Kilogramm Schweinefleisch um nur knapp 10 Cent teurer.

Frisch geschlachtete Schweine hängen kopfüber herab in einem Kühlhaus. Man sieht noch einige Schweineköpfe.

Geschlachtete Schweine bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück Foto: dpa

Mit der Angst vor hohen Fleischpreisen machen deutsche Konservative gern Politik. Fleisch dürfe „nicht etwas nur für Besserverdiener sein“, sagt Bundesagrarministerin und CDU-Vizechefin Julia Klöckner gern. ParteifreundInnen von ihr haben Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen, Tierschutz- und Umweltauflagen erfolgreich mit dem Argument abgebügelt, die höheren Kosten würden vor allem den Armen schaden. Fleisch ist für viele eben immer noch ein Symbol für ausreichende Ernährung.

Doch die Angst vor zu hohen Fleischpreisen ist übertrieben. Hungersnöte gibt es in Deutschland seit den 1950er Jahren nicht mehr. Schon lange essen Männer in Deutschland pro Woche fast doppelt so viel Fleisch wie die von Er­näh­rungs­wissenschaftlern empfohlenen maximal 600 Gramm. Der mögliche Aufpreis für Fleisch, der derzeit wegen des massiven Auftretens von Coronavirusinfek­tionen in Schlachthöfen besonders diskutiert wird, ist ­minimal.

In der Debatte geht es vor allem um einen Gesetzentwurf, den Bundesarbeitsminister Hubertus Heil noch im Juli vorlegen will. Der SPD-Politiker möchte, dass ab 1. Januar 2021 in Fleischfabriken nur noch deren eigene Mitarbeiter Tiere schlachten und Fleisch verarbeiten dürfen. Dann wäre es verboten, dass wie bisher in großen Schlachthöfen 80 bis 90 Prozent der ArbeiterInnen nicht direkt, sondern von Subunternehmen angestellt sind, die über Werkverträge beauftragt werden.

Von den ungefähr 110.000 ArbeiterInnen der deutschen Fleisch­industrie insgesamt seien etwa 30.000 bei ­Werkvertragsfirmen angestellt, schreibt der Euro­päi­sche Verband der Landwirtschafts-, Lebensmittel- und Tou­ris­musgewerkschaften ­(EFFAT) in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht. Sie kommen meist aus armen Ländern wie Rumänien oder Polen.

48 bis 65 Arbeitsstunden pro Woche

Mithilfe der Subunternehmen können die Fleischfirmen den GewerkschafterInnen zufolge die Kosten senken und sich vor der Verantwortung dafür drücken, dass Arbeitnehmerrechte verletzt werden, die Beschäftigten weniger als den gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 9,35 Euro erhalten und Sozialbeiträge sowie Steuern hinterzogen werden: „Das System ist der Haupttreiber des anhaltenden Unterbietungswettbewerbs bei Löhnen und Arbeitsbedingungen.“ Dieses „Sozialdumping“ habe Tausende Arbeitsplätze in anderen EU-Ländern wie Dänemark vernichtet, wo die Arbeiter direkt angestellt und besser bezahlt werden.

Beschäftigte von Subunternehmen müssten im Allgemeinen 48 bis 65 Stunden pro Woche arbeiten, heißt es in dem Bericht. Die direkt von den Schlachthäusern angestellten Arbeiter dagegen kämen normalerweise auf etwa 40 Stunden, maximal 48. „Für Arbeiter von Subunternehmern kann der Arbeitstag bis zu 16 Stunden dauern, bei 6 Tagen pro Woche.“

Der Report kritisiert, dass oft nicht alle Arbeitsstunden notiert und damit bezahlt würden. Zudem würde den Menschen – illegalerweise – Geld vom Lohn abgezogen für Arbeitsmaterial wie Messer, Schürzen oder Handschuhe. „Auch die Wohnbedingungen sind extrem schlecht“, bemängelt EFFAT. „Arbeiter der Subunternehmer leben oft in überfüllten Wohnungen mit gemeinsamen Badezimmern und sogar mit bis zu 5 oder 6 Menschen in einem Schlafzimmer.“

Der Arbeitgeber vermiete die Unterkünfte, was die Beschäftigten noch abhängiger mache. Außerdem würden sie oft nur befristet angestellt. Deshalb hätten sich Arbeiter aus Angst vor Kündigung trotz Symptomen nicht krankgemeldet.

Kaum Kontrolle der Coronamaßnahmen

Weil sie so leicht austauschbar sind und kaum Deutsch können, wehren sie sich auch selten, wenn sie trotz Coronapandemie Ellbogen an Ellbogen am Produktionsband stehen müssen – wie es üblich ist, um möglichst viele Tiere möglichst schnell schlachten zu können. Die Werkvertragskonstruktion führt laut der deutschen Gewerkschaft Nahrung-Genussmittel-Gaststätten (NGG) sogar dazu, dass die Schlachthöfe Abstandsregeln im eigenen Haus nicht durchsetzen dürften.

Wenn ein Vorarbeiter der Fleischfabrik den Werkvertragsbeschäftigten Anweisungen gebe, „dann ist es kein Gewerk mehr, sondern eine illegale Arbeitnehmerüberlassung“, sagte NGG-Vizechef Freddy Adjan vor Kurzem der taz.

Die zuständigen Kreisverwaltungen kontrollieren EFFAT zufolge kaum, ob die Coronaregeln eingehalten werden. Außerdem könne sich das Virus auch deshalb leicht ausbreiten, weil es in den Werkshallen so kalt ist und die Klimaanlagen die Luft nicht richtig filtern.

Das sind Ursachen, weshalb sich in Schlachthöfen Tausende Menschen mit dem Coronavirus angesteckt haben – mehr als irgendwo sonst in der Fleischindustrie eines EU-Landes. Allein im Stammwerk des Marktführers Tönnies im westfälischen Rheda-Wiedenbrück wurden laut der zuständigen Kreisverwaltung in Gütersloh Ende Juni etwa 1.400 ArbeiterInnen positiv getestet.

Hunderte Fälle gab es bei Müller Fleisch im baden-württembergischen Birkenfeld, bei Westfleisch in Coesfeld nahe Münster und bei Vion im schleswig-holsteinischen Bad Bramstedt. Kleinere Ausbrüche wurden zum Beispiel im Putenschlachthof von PHW/Wiesenhof im niedersächsischen Wildeshausen bekannt.

Dieser Text stammt aus der taz am wochenende. Immer ab Samstag am Kiosk, im eKiosk oder gleich im Wochenendabo. Und bei Facebook und Twitter.

Nach anfänglichem Widerstand hat sogar der Verband der Fleischwirtschaft dem von der Bundesregierung geplanten Verbot der Werkverträge in den Kernbereichen von Schlachthöfen zugestimmt. Plötzlich behauptet die Lobbyorganisation nicht mehr, dass viele Betriebe ohne Subunternehmer ihre Wettbewerbsfähigkeit verlieren und Teile der Branche ins Ausland abwandern würden. Zu den Vorwürfen der EFFAT wollte der Verband auf taz-Anfrage nicht Stellung nehmen.

Dass diese Kehrtwende ehrlich gemeint ist, darf bezweifelt werden. Am Mittwoch schlug der maßgeblich von Wiesenhof beeinflusste Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft vor, die Werkverträge nicht per Gesetz, sondern durch einen Tarifvertrag aus seiner Branche zu verbannen. Begründung: Es wäre verfassungswidrig, Werkverträge nur in einer Branche gesetzlich zu untersagen. Die NGG spricht von einer „Nebelkerze“ einer Industrie, die schon mehrmals aufgefallen sei, weil sie Versprechen nicht hielt.

Jedenfalls würden die VerbraucherInnen wohl – wenn überhaupt – nur wenig mehr für Fleisch bezahlen müssen, wenn die ArbeiterInnen direkt von den Schlachthöfen angestellt und auch korrekt bezahlt würden. Zwar teilte Tönnies auf taz-Anfrage mit: „Es ist zu erwarten, dass es damit verbunden Preissteigerungen geben wird.“ Denn die Mehrkosten dürfen – natürlich – nicht den Gewinn seiner Haupteigentümer belasten, obwohl Clemens und Robert Tönnies mit einem von der Zeitschrift Forbes geschätzten Vermögen von jeweils 2 Milliarden Euro zu den reichsten Deutschen gehören.

Tönnies braucht ja auch noch Geld für teure Berater mit besten Verbindungen in die Politik. Der ehemalige SPD-Chef und frühere Bundeswirtschaftsminister ­Sigmar ­Gabriel etwa sollte für ein kurzes ­Intermezzo von März bis Mai bei dem Fleischkonzern pro Monat mindestens 10.000 Euro kassieren.

Sprecher von Tönnies

„Wir haben vor, die Produktion auch nach Umstellung der Werkverträge unvermindert in Deutschland fortzuführen“

Aber der Preisaufschlag für die Arbeiter ist, umgelegt auf ein Kilogramm Schweinefleisch (die in Deutschland wichtigste Fleischsorte) sehr gering: „Der Anteil der Lohnkosten bei Schlachtunternehmen liegt je nach Geschäftsmodell und je nachdem, wie viel Verarbeitung sie haben, bei 5 bis 10 Prozent“, sagt Achim Spiller, Professor für Marketing von Lebensmitteln und Agrarprodukten an der Universität Göttingen, der taz. „Wenn die Lohnkosten um ein Fünftel stiegen und die Schlachtung ein Drittel des Verbraucherpreises ausmacht, würde er sich nur um einen einstelligen Centbetrag erhöhen.“

Matthias Brümmer, Fleischexperte der NGG, hat das 2015 am Beispiel eines, wie der Gewerkschafter sagt, typischen Schlachthofs durchgerechnet. Ergebnis: Wenn die Arbeiter einen tariflichen Stundenlohn von 15 Euro bekämen und darauf 40 Prozent Lohnnebenkosten anfielen, verteuerte sich das Kilogramm Schweinefleisch um 9 Cent. Mit Mehrwertsteuer wären das knapp 10 Cent.

Damit korrigiert er die Angaben anderer NGG-Vertreter, die 20 Cent genannt hatten. Brümmers Berechnung liegt der taz vor. Der Verband der Fleischwirtschaft wollte sie nicht kommentieren – auch nicht dementieren.

Im vergangenen Februar hätten die VerbraucherInnen also laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft pro Kilo Schweinefleisch im Schnitt nicht 7,27 Euro zahlen müssen, sondern 7,37 Euro.

„Diese geringen Mehrkosten allein würden nicht zu Abwanderung von Fleischwerken ins Ausland führen“, sagt Spiller. Die NGG weist auch darauf hin, dass die Schlachthöfe ja Tiere benötigen, die sie in dieser Menge bisher nicht zum Beispiel in Rumänien beziehen könnten. Tatsächlich schrieb Tönnies der taz: „Wir selbst haben vor, die Produktion auch nach Umstellung der Werkverträge unvermindert in Deutschland fortzuführen.“ Der drittgrößte Schlachtkonzern hierzulande, Westfleisch, antwortete der taz auf Anfrage: „Arbeitsplätze werden nicht verlagert.“ Und die Nummer zwei der Branche teilte immerhin mit: „Vion hält an ihren deutschen Standorten fest.“

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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