Antarktiskonferenz in Hiroshima: WWF drängt auf Schutz bedrohter Kaiserpinguine
Erderhitzung und zunehmender Tourismus bedrohen das Ökosystem der Antarktis, die wiederum das Weltklima stützt. Eine Konferenz sucht nach Lösungen.
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afp | Die Reise reizt immer mehr Menschen: mal auf dem Südkontinent herumspazieren, campen, bergsteigen, in den eisigen Gewässern tauchen. Touristisch ist die Antarktis längst nicht mehr einsamen Abenteurer:innen vorbehalten. Umweltschützer:innen sind schon länger alarmiert. Und nun beschäftigen sich auch die Mitgliedsländer des Antarktisvertrags auf ihrer Jahrestagung in Hiroshima damit, wie viel Tourismus das sensible Ökosystem verträgt.
Die Beratungen haben am Dienstag begonnen und sollen anderthalb Wochen dauern. Zu den Themen zählt auch ein besserer Schutz, insbesondere von Kaiserpinguinen. Die Region und die dort lebenden Tiere leiden zunehmend unter dem Klimawandel, zugleich spielt die Antarktis eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Erdklimas.
„Die Gespräche, die hier in Hiroshima stattfinden, sind in einer Zeit, in der die Antarktis zunehmend von globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel betroffen ist, von besonderer Bedeutung“, sagte der Exekutivsekretär des Sekretariats des Antarktisvertrags, Francisco Berguno, vor Journalisten. „Der Kontinent spielt eine entscheidende Rolle bei der Regulierung des Erdklimas und der Ozeane, und sein Schutz erfordert langfristiges Denken, umsichtiges Management und internationales Vertrauen.“
Berguno betonte, die in Hiroshima getroffenen Entscheidungen trügen dazu bei, „sicherzustellen, dass die menschliche Tätigkeit in der Antarktis weiterhin sorgfältig geregelt, umweltverträglich und von der Wissenschaft geleitet wird“.
Russland und China blockieren
Bei den angestrebten Maßnahmen zum Schutz der Kaiserpinguine zeigten sich Experten aber wenig zuversichtlich, dass in Japan Entscheidungen fallen. Vor allem Russland und China blockieren diese. Die Zahl der Tiere ist deutlich zurückgegangen, weil die durch Treibhausgasemissionen verursachte Erwärmung zu einem frühzeitigen Rückgang des Meereises führt, auf dem sie leben, jagen und sich fortpflanzen.
„Diese Ikonen des Eises könnten bis zum Ende dieses Jahrhunderts durchaus den gefährlichen Abhang in Richtung Ausrottung hinabrutschen, wenn wir nicht jetzt handeln“, mahnte der Chefberater der Umweltschutzorganisation WWF für die Pole und Ozeane, Rod Downie, einen Schutz der Kaiserpinguine an.
Ebenfalls weit oben auf der Tagesordnung in Hiroshima steht der starke Anstieg der Tourist:innenzahlen: In der Saison 2024/25 besuchten fast 120.000 Menschen die Antarktis. Die Delegierten sollen über mögliche Beschränkungen von Gebieten oder Aktivitäten sowie über mögliche Quoten nachdenken. Fachleute warnen, dass die bestehenden Regelwerke der zunehmenden Vielfalt touristischer Aktivitäten in der Region nicht Rechnung tragen. Vom Kajakfahren und Heißluftballonfahren bis hin zum Motorradfahren wird mittlerweile alles angeboten.
„Wie der Tourismus in der Antarktis reguliert und gesteuert werden soll, ist zu einem Schlüsselthema geworden“, betonte Hideki Uyama vom japanischen Außenministerium, der den Vorsitz der Tagung innehat.
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