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Angriff auf IT des Berliner Senats„Das Land Berlin wird erpresst“

Der Senat bestätigt offiziell: Das Land Berlin wird im Zusammenhang mit dem Hackerangriff auf das Landesnetz erpresst. Viele Fragen bleiben aber offen.

Mit einem kurzfristig einberufenen Pressestatement im Roten Rathaus haben der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Innensenatorin Iris Spranger (SPD) am Freitagnachmittag einen Verdacht bestätigt, der schon seit dem Morgen im Umlauf war: „Wir haben es mit einer schweren Straftat zu tun. Das Land Berlin wird von den Tätern erpresst“, sagte Wegner im Zusammenhang mit dem vor zwei Wochen berkannt gewordenen Hackerangriff auf das Berliner Landesnetz.

Seit dem späten Donnerstagnachmittag sei dies bekannt, berichteten Wegner und Spranger. Man habe sofort Kontakt zum Bundesinnenministerium aufgenommen, das Berlin umgehend die Hilfe aller relevanten Bundesbehörden zur Verfügung gestellt habe. Am Freitag seien der gesamte Senat und die Fraktionsvorsitzenden im Abgeordnetenhaus informiert worden. Es werde nun mit Hochdruck daran gearbeitet, die Erpresser zu identifizieren und das Ausmaß der Tat weiter aufzuklären.

Berlin lasse sich nicht erpressen und werde sich auch nicht erpressen lassen, das war den PolitikerInnen wichtig zu betonen. Wer das Land womit genau und mit welchem Ziel erpresst, sagten die beiden freilich nicht – und ließen auch keine Fragen der zahlreich erschienen PressevertreterInnen zu. Von einem verlangten Lösegeld oder etwaigen anderen Forderungen war nicht die Rede. Der Regierende Bürgermeister bestätigte lediglich noch einmal, es könne „nicht ausgeschlossen“ werden, dass auch „personenbezogene und sonstige Daten“ von den Landesservern abgeflossen seien.

Eine bekannte Technik, mit der Cyberkriminelle Serverbetreiber, Unternehmen oder Behörden tatsächlich erpressen, ist der Einsatz sogenannter Ransomware. Das Prinzip: Eine eingeschleuste Schadsoftware blockiert den Zugang zu Daten oder verhindert den Betrieb eines Netzes, und erst nach Zahlung eines Lösegelds wird diese Blockade von den Tätern wieder aufgehoben. Im aktuellen Fall ist von einem solchen Szenario aber nicht die Rede. Auch wurden die beiden sicherheitshalber vom Netz abgeklemmten Senatsverwaltungen für Stadtenetwicklung und Mobilität vor einigen Tagen wieder angeschlossen.

Die Wahlen sind sicher

Iris Spranger betonte noch einmal, dass die „Wahlumgebung“, also die digitalen Voraussetzungen für die Durchführung der Wahlen zum Abgeordnetenhaus und den Bezirksverordnetenversammlungen, „zu 100 Prozent abgesichert“ sei. Dass die abgeflossenen Daten der beiden Verwaltungen mit den Wahlen in Zusammenhang stehen könnten, liegt allerdings auch nicht nahe. Unbeantwortet bleibt ebenfalls die Frage, ob die Erpressung mit Sicherheit von den Datendieben stammt oder es sich um TrittbrettfahrerInnen handeln könnte.

Am Montag hatte es noch im Innenausschuss geheißen, dass lediglich Geo-Daten gestohlen worden seien, die ohnehin öffentlich waren. Am Mittwoch dann musste Berlins „Chief Digital Officer“ Florian Hauer jedoch zugeben, dass womöglich auch „personenbezogene oder sonstige nichtöffentliche Daten betroffen“ sind.

Zudem war der Angriff nach jetzigem Kenntnisstand schon einige Tage erfolgt, bevor er am 14. August bemerkt wurde und die beiden Verwaltungen vom Netz genommen wurden. „Der Zeitpunkt des Datenabflusses lag vor der Netzabtrennung am 14. August 2026“, erklärte Hauer am Mittwoch. Der RBB vermeldete weiter, eine „US-Spezialfirma“ helfe derzeit dem Land Berlin, die Details des Datenklaus herauszufinden. Dies könne aber noch Monate dauern.

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