Anfrage zur Olympiabewerbung: Vage Finanzzusage Klingbeils
Vier deutsche Städte bewerben sich auf Olympia. Die Bundesregierung sicherte ihnen zuletzt eine Teilfinanzierung zu. Die Linke kritisiert das.
Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Es war ein aufsehenerregendes Bekenntnis, das Vize-Kanzler Lars Klingbeil im Februar in einem Interview abgab. Er sprach in einem Interview von der „Olympia-Garantie“ und sicherte den vier nationalen Bewerbern somit Rückendeckung der Bundesregierung zu.
Wenn der Finanzminister dies sagt, hinterlässt das Eindruck. Deutschland, so erklärte der SPD-Politiker, könne und sollte sich Olympische und Paralympische Spiele leisten. Doch wie belastbar ist dieses milliardenschwere Versprechen tatsächlich? Die Fraktion Die Linke hatte mit einer Kleinen Anfrage nachgehakt.
Konkrete Zahlen sucht man auf den acht Seiten der nun vorliegenden Antwort der Bundesregierung vergeblich. Auf die Frage nach der finanziellen und rechtlichen Definition der Garantie verweist die Koalition auf ihre „politische Haltung“. Olympia sei ein „nationales Gemeinschafts- und Zukunftsprojekt“. So bekennt sich der Bund zu einer „anteiligen Finanzierungsverantwortung“, lässt aber völlig offen, wie hoch diese sein wird.
Als Begründung hierfür nennt die Bundesregierung den noch nicht abgeschlossenen Bewerbungsprozess. Berlin, Hamburg, München und Köln/Rhein-Ruhr haben erste Konzepte beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) eingereicht. Die Entscheidung über die Region fällt erst im September 2026. Laut Bundesregierung wäre es zu früh, die Kosten „bereits beziffern zu können“. Für die beteiligten Länder und Kommunen gelte dasselbe.
„Schlichtweg unseriös“
„Die Antwort der Bundesregierung ist ein Offenbarungseid“, kommentiert der sport- und finanzpolitische Sprecher der Linken, Christian Görke. „Wer nicht einmal weiß, was etwas kostet, kann keine Garantie abgeben.“ Das Vorgehen der Regierung sei „schlichtweg unseriös“, kritisierte Görke. Angesichts dreistelliger Milliardenbeträge, die bis 2033 im Bundeshaushalt fehlen werden, spricht er von einem „politischen Täuschungsmanöver“.
Die Schlussfolgerung des Abgeordneten: „Wie so oft bei Lars Klingbeil eben nur heiße Luft!“ Und hinter den großen Worten stecke „absolut keine Substanz“. Am Ende drohe vielmehr das altbekannte Szenario: „Dass der Bund sich wegduckt und die Lasten auf die Bewerberregion und andere abwälzt.“ Ein solches Vorgehen verspiele nachhaltig das Vertrauen in Sport und Politik.
Die Antwort der Bundesregierung wirkt tatsächlich sehr vage. Dafür fehlt es nicht an weiteren Bekenntnissen. Deutschland, heißt es unter anderem, solle als Sportnation wieder international zu den führenden Nationen gehören.
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