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Aktionskünstler Milan Knížák gestorbenDer Erfinder der „Broken Music“

Milan Knížák prägte die tschechische Kunstszene als Aktionskünstler und Pädagoge. Seine Arbeit als Rektor der Akademie der Bildenden Künste Prag polarisierte. Ein Nachruf.

dpa/taz | Der tschechische Aktionskünstler Milan Knížák ist tot. Der frühere langjährige Leiter der Prager Nationalgalerie starb am Sonntag im Alter von 86 Jahren, wie der tschechische Kulturminister Oto Klempir auf X mitteilte. Knížák habe die Freiheit des Menschen und die Freiheit des Werks in den Mittelpunkt seiner Arbeit gestellt, betonte der Politiker. Als Pädagoge habe er Generationen von Künstlern geprägt.

Während der Zeit des Sozialismus war Knížák in der Untergrund-Kunstszene aktiv und Gründer der Rockgruppe „Aktual“. Als Vertreter der Fluxus-Bewegung beteiligte er sich an Happenings.

Im Jahr 1965 entwickelte Knížák die „Broken Music“, für die er Schallplatten zerbrach, verbrannte oder verkratzte. Fragmente verschiedener Platten klebte er zu neuen Platten zusammen, einige davon bemalte er und spielte sie dann ab, nicht unbedingt zum Vorteil der verwendeten Plattenspieler. Aufnahmen der Ergebnisse dieser kreativen Zerstörung erschienen 1979 auf – heilen – Schallplatten.

Kritik an Führungsstil

Nach der demokratischen Wende von 1989 wurde Knížák Rektor der Akademie der Bildenden Künste in Prag. Von 1999 bis 2011 stand er an der Spitze der Prager Nationalgalerie mit ihrer wertvollen Kunstsammlung. Er war in dieser Rolle indes heftig umstritten.

Kritiker bemängelten seinen Führungsstil als autoritär und warfen ihm vor, kaum mit ausländischen Museen zusammenzuarbeiten. Zeitweise untersagte Knížák Leihgaben in andere Länder ganz – aus Angst vor Beschlagnahmung aufgrund von Rechtsstreitigkeiten des Staates.

Knížák wurde am 19. April 1940 in Pilsen (Plzen) geboren, wuchs aber im westböhmischen Kurort Marienbad (Marianske Lazne) auf. Seine Werke waren in Ausstellungen unter anderem in Deutschland, Frankreich, den USA und Japan zu sehen. Der damalige Präsident Vaclav Klaus verlieh ihm im Jahr 2010 die tschechische Verdienstmedaille.

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