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Abkommen zwischen der EU und IndienLieber zu viele Partner als zu wenige

Die Handels- und Sicherheitsabkommen zwischen der EU und Indien setzen auch geopolitische Zeichen. Im Zentrum stehen Russland, Pakistan und die USA.

Indien und die Europäische Union wollen nicht nur wirtschaftlich, sondern auch im Bereich Sicherheit enger zusammenrücken. Neben der Erklärung über den Abschluss der Verhandlungen eines Freihandelsabkommens unterzeichneten beide Seiten in Neu-Delhi eine Vereinbarung für eine Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft. Diese soll etwa maritime und Cyber-Sicherheit, den Schutz kritischer Infrastruktur, Informationsaustausch und Weltraumsicherheit umfassen.

Die Vereinbarung sei eine „neue Phase“ der Beziehungen, erklärte EU-Repräsentantin Kaja Kallas. Schon in der jüngeren Vergangenheit hatte es Zusammenarbeit gegeben: So nahm Indiens Marine etwa mit europäischen Seestreitkräften an Anti-Piraterie-Aktionen und -Übungen teil. Indien bezieht außerdem Militärtechnik aus europäischen Staaten, etwa französische Rafale-Kampfjets.

Daraus soll mit der Vereinbarung nun eine Partnerschaft werden. Deren Abschluss dürfte – neben wirtschaftlichen Faktoren – geopolitische Gründe haben.

Indien pflegt bislang mit Russland eine enge Partnerschaft im Bereich Verteidigung. So gibt es etwa ein bis 2031 geltendes Abkommen zur gemeinsamen Entwicklung und Produktion von Militärtechnik sowie zur Instandhaltung russischer Militärtechnik in indischen Diensten. Weiter gab es gemeinsame Übungen, etwa im Jahr 2025. Also lange nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die gesamte Ukraine im Februar 2022.

Beziehung zwischen Pakistan und USA wurde zuletzt wärmer

Wie die meisten Staaten in dieser Ära der Multipolarität versucht Indien aber, seine Partnerschaften zu diversifizieren. Jüngst hatte Delhi bereits eine Absichtserklärung für ein Verteidigungsabkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten unterzeichnet.

Auch, dass Erzgegner Pakistan jüngst ein strategisches Abkommen zur gegenseitigen Verteidigung mit dem Golfstaat Saudi-Arabien unterschrieb, dürfte eine Rolle spielen. Damit kam nach Einschätzung einiger Analysten Riad unter den nuklearen Verteidigungsschirm Islamabads.

Außerdem ist Saudi-Arabien ein enger Partner der US-Regierung Donald Trumps. Diese hatte wiederum jüngst hohe Zölle gegen Indien verhängt für den Kauf russischen Erdöls. Und die diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und Pakistan wirkten jüngst so warm wie lange nicht.

Unter der Trump-Administration setzen wohl bei immer mehr Staaten zwei Erkenntnisse ein: dass die USA einerseits nicht mehr bereit sind, ihre Macht zu projizieren und damit Drittstaaten mitzuschützen. Und dass sie gleichzeitig machtstrategisch vorgehen – und es weise ist, sich nicht allzu deutlich gegen sie zu positionieren.

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