+++ Nachrichten zum Ukraine-Krieg +++: Streumunition an der Uni Donezk
Russland hat in der Nacht zu Sonntag zahlreiche Luftangriffe auf die Ukraine verübt. Ukrainische Streumunition soll indes Donezk getroffen haben.
Russische Luftangriffe über Nacht
Russland hat nach ukrainischen Angaben in der Nacht zu Sonntag zahlreiche Luftangriffe auf die Ukraine verübt. In mehreren Wellen seien insgesamt 70 Waffen unterschiedlicher Art eingesetzt worden, teilt die ukrainische Luftwaffe mit. Die ukrainische Luftabwehr habe 30 der 40 Marschflugkörper zerstört sowie alle 27 eingesetzten Schahed-Drohnen. Russland habe auch drei Hyperschallraketen Kinschal abgefeuert. Weitere Informationen dazu gibt es nicht. Was oder wie viel beschädigt wurde, war zunächst unklar. Eines der Hauptziele sei die Region Chmelnyzkyj gewesen, sagt ein Sprecher der Luftwaffe. (rtr)
Universität von Donezk von Streumunition getroffen
Die Universität von Donezk ist russischen Angaben zufolge bei einem ukrainischen Angriff mit Streumunition getroffen worden. Ein Gebäude sei dabei in Brand geraten, schreibt der Russland eingesetzte Bürgermeister der Stadt, Alexej Kulemsin, auf Telegram. Da das Dach aus Holz bestehe, weite sich das Feuer schnell aus, erklärt der ebenfalls von Russland eingesetzte Krisenminister für die Region, Alexej Kostrubizki. Von der Ukraine lag zunächst keine Stellungnahme vor. Beide Seiten dementieren, Zivilisten und zivile Infrastruktur anzugreifen. (rtr)
Baerbock nach Friedenskonferenz in Dschidda optimistisch
Nach den Beratungen über Wege zur Beendigung des Ukraine-Kriegs im saudiarabischen Dschidda hat sich Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) verhalten optimistisch geäußert. „Jeder Millimeter Fortschritt in Richtung eines gerechten und fairen Friedens bringt ein Stück Hoffnung für die Menschen in der Ukraine“, sagte Baerbock der Bild am Sonntag. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski habe „mit seiner Friedensformel dafür einen ganz entscheidenden Pfad aufgezeigt“. Diese fordert einen kompletten Abzug russischer Truppen aus der Ukraine.
„Das Signal von Dschidda ist: Dieser brutale russische Angriffskrieg betrifft auch die Menschen in Afrika, in Asien und in Südamerika“, sagte Baerbock weiter. Der Krieg habe Auswirkungen deutlich über Europa hinaus – „von der Zukunft der internationalen Ordnung über Fragen der Energiesicherheit bis hin zu steigenden Getreidepreisen und der durch Russland so rücksichtslos verschlechterten weltweiten Nahrungsmittelversorgung.“ Der Blick auf den Krieg sei „aus Pretoria, Brasilia oder Peking ein anderer als aus Europa“. Doch überall müsse „unser gemeinsames Verständnis die Charta der Vereinten Nationen sein“, betonte die Außenministerin.
In Dschidda berieten am Samstag Vertreter aus mehr als 40 Staaten über Wege, den Ukraine-Krieg zu beenden. Das von Kyjiw organisierte Treffen ohne Beteiligung Russlands ging am Abend nach mehrstündigen Beratungen ohne Abschlusserklärung zu Ende. Aus europäischen Diplomatenkreisen verlautete, es herrsche Einigkeit über zentrale Punkte einer Friedenslösung wie die „territoriale Integrität und Souveränität“ der Ukraine. Zu den Teilnehmerstaaten gehörten westliche Staaten wie die USA und Deutschland, aber auch Schwellenländer wie China, Indien und Südafrika sowie Entwicklungsländer.
Selenskyi erklärte in seiner abendlichen Videobotschaft, dass 42 Länder in Dschidda vertreten waren und dass die ukrainische Delegation seine „Zehn-Punkte-Friedensformel“ vorantreibe, die den vollständigen Rückzug russischer Truppen von ukrainischem Territorium fordere. (afp)
Russland: Angriff auf Tanker war „Terrorattacke“
Das russische Außenministerium hat den ukrainischen Angriff auf einen russischen Tanker in der Meeresenge von Kertsch als „Terrorattacke“ verurteilt. „Es kann keine Rechtfertigung für solch barbarische Handlungen geben. Sie werden nicht unbeantwortet bleiben und ihre Urheber und die Täter werden unweigerlich bestraft werden“, schrieb Ministeriumssprecherin Maria Sacharowa am Samstag auf Telegram.
Auch der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrats, Dmitri Medwedew, deutete nach diesem und einem weiteren Angriff auf russische Schiffe Vergeltungsattacken auf ukrainische Häfen an. „Anscheinend waren die Angriffe auf Odessa, Ismajil und andere Orte nicht genug für sie“, schrieb er am Samstag auf Telegram.
Der getroffene Tanker „Sig“ hatte nach ukrainischen Angaben Treibstoff für die russischen Truppen geladen. Weil er auch schon Flugzeugtreibstoff an das russische Militär in Syrien geliefert hatte, waren gegen den Tanker US-Sanktionen verhängt worden, wie die russische Nachrichtenagentur Tass berichtete. Vor dem Tanker war bei einem ähnlichen Angriff mit ukrainischen Seedrohnen auch ein Landungsschiff der russischen Marine im Hafen von Noworossisjk beschädigt geworden. (ap)
Tote bei russischem Angriff auf Bluttransfusions-Zentrum
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski sagt, eine russische Bombe habe am Samstagabend ein Zentrum für Bluttransfusionen in der Stadt Kupiansk im östlichen Gebiet Charkiw getroffen. „Es gibt Tote und Verletzte“, schreibt Selenskyi au seinem Telegram-Kanal. (rtr)
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