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+++ Nachrichten im Irankrieg +++Großbritannien lehnt US-Blockade von Hormus ab

Auch westliche Länder gehen auf Distanz zu Trumps angekündigter Blockade der Straße von Hormus. Israels Armee beschießt im Südlibanon eine umstellte Hisbollah-Hochburg.

13. April: Süd-Libanon: Bagger reißen Häuser ab Foto: Florion Goga/rtr

Netanjahu unterstützt geplante Blockade gegen den Iran

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu unterstützt die geplante Blockade iranischer Häfen durch die USA. Israel stehe hinter dem „starken Standpunkt“ von US-Präsident Donald Trump, wonach eine Seeblockade eingeführt werden solle, sagte Netanjahu am Montag. Die israelische Regierung unterstütze die Haltung der USA, dass der Iran sämtliches angereichertes Atommaterial entfernen und mehrere Jahrzehnte lang auf eine Urananreicherung innerhalb des Landes verzichten müsse. (ap)

Rotes Kreuz zutiefst besorgt über Angriffe auf Sanitäter im Libanon

Nach einem Angriff auf ein Zentrum des Libanesischen Roten ‌Kreuzes im Süden des Landes sowie der Tötung eines freiwilligen Helfers zeigt sich das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zutiefst besorgt über Attacken auf medizinisches Personal im Libanon. Der Verlust von Menschen, die ihr Leben der Rettung anderer widmeten, sei angesichts der Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung, die auf ihre Hilfe angewiesen sei, äußerst besorgniserregend, sagt die Leiterin der IKRK-Delegation in dem Land, Agnes Dhur, in Genf. (rtr)

US-Armee beginnt am Nachmittag mit Teil-Blockade der Straße von Hormus

Nach den gescheiterten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran will die US-Armee eigenen Angaben zufolge am Montagnachmittag mit einer Teil-Blockade der Straße von Hormus beginnen. Ab 16.00 Uhr MESZ werde allen Schiffen die Passage untersagt werden, „die iranische Häfen und Küstengebiete anlaufen oder von dort auslaufen“, erklärte das für den Nahen Osten zuständige US-Militärkommando Centcom. Irans Militärführung kritisierte die bevorstehende Teil-Blockade als „Piraterie“. Die Teil-Blockade gelte für alle iranischen Häfen am Persischen Golf und am Golf von Oman, erklärte Centcom im Onlinedienst X. Die US-Marine werde „die Freiheit der Schifffahrt für Schiffe, die die Straße von Hormus von und zu nicht-iranischen Häfen durchqueren, nicht beeinträchtigen“, teilte Centcom weiter mit. Es war zunächst unklar, wie die US-Marine die Teil-Blockade durchsetzen will. (afp)

Iran: Zahl der Hinrichtungen auf Höchststand seit 35 Jahren

Im Iran sind 2025 nach Angaben der Organisation Iran Human Rights (IHRNGO) mindestens 1.639 Menschen hingerichtet worden, so viele wie seit 35 Jahren nicht mehr. Im Vergleich zum Vorjahr sei dies ein Anstieg um 68 Prozent, sagte IHRNGO-Direktor Mahmood Amiry-Moghaddam in Paris. Der nach den landesweiten Protesten unter dem Motto „Frau, Leben, Freiheit“ im Jahr 2022 begonnene Anstieg der Hinrichtungen setze sich damit fort. Die Entwicklung verdeutliche, dass die Behörden weiterhin auf die Todesstrafe als Mittel setzten, um Angst zu schüren und von neuen Protesten abzuschrecken. (dpa)

China und VAE planen engere Energie-Zusammenarbeit

Der chinesische Ministerpräsident Li Qiang fordert ‌bei einem Treffen mit dem Kronprinzen von Abu Dhabi, Scheich Chaled bin Mohammed bin Sajed Al Nahjan, in Peking eine engere Zusammenarbeit im Energiebereich mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). China wolle die Basis dafür stärken und Potenziale bei Energiespeichern, Wasserstoff und Fahrzeugen mit alternativen Antrieben ausloten, berichtet der staatliche Sender CCTV unter Berufung auf Li. Angesichts des Krieges im Iran dringe Li zudem auf starke Maßnahmen der VAE, um die Sicherheit chinesischer Bürger, Einrichtungen und Projekte in dem Land zu gewährleisten. China werde seine konstruktiven Bemühungen zur Beendigung des Konflikts fortsetzen, erklärt er weiter. (rtr)

Türkei sieht Chance auf längere Waffenruhe zwischen USA und Iran

Die Türkei hält eine Verlängerung der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran für möglich. Der türkische Außenminister Hakan Fidan sagte am Montag, die Feuerpause könne um 45 bis 60 Tage ausgedehnt werden, um die Verhandlungen fortzusetzen. Die amerikanische und die iranische Delegation hätten bei ihren Gesprächen in Pakistan am Wochenende zunächst Maximalpositionen vertreten. Teheran werde die US-Vorschläge nun voraussichtlich prüfen und darauf reagieren, sagte der Minister. Im Gespräch mit der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu warnte Fidan, Israel bleibe ein Faktor, der die Gespräche stören könne. Auch die Atomfrage dürfte sich demnach als Knackpunkt erweisen, vor allem mit Blick auf die Urananreicherung. Zugleich zeigte sich der Minister zuversichtlich: Mit Unterstützung von Vermittlern und anderen Ländern könne auch diese Hürde überwunden werden. (ap)

Irans Justiz bearbeitet Fälle wie im Kriegszustand

Trotz der zweiwöchigen Waffenruhe will die iranische Justiz wie im Krieg gegen mutmaßliche Kollaborateure ihrer Feinde vorgehen. „Die Justizbehörde befindet sich bis auf weiteres bei der Bearbeitung der Fälle von Kollaborateuren des Feindes in einer kriegsorientierten Aufstellung“, sagte Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi der Nachrichtenagentur Misan zufolge. Fälle werden demnach „entschlossen und beschleunigt“ bearbeitet. Konkret heißt die Ankündigung des Justizchefs, dass Urteile im Schnellverfahren gesprochen werden können. Seit Beginn des Kriegs hat die Justiz bereits zahlreiche Todesurteile vollstrecken lassen. Menschenrechtler kritisieren die Prozesse teils als unfair und werfen der iranischen Justiz vor, Geständnisse auch unter Einsatz von Folter zu erzwingen. (dpa)

Trump legt sich mit Papst Leo XIV. an

Papst Leo XIV. will sich von Verbalattacken von US-Präsident Donald Trump nicht einschüchtern lassen. Er habe „keine Angst vor der Trump-Regierung“, sagte Leo am Montag auf dem Flug nach Algerien. Trump hatte nach Kritik des Papstes am US-Krieg gegen den Iran gegen den ebenfalls in den USA geborenen Papst ausgeteilt und erklärt, das katholische Kirchenoberhaupt sei in seinen Augen ein „sehr liberaler Mensch“, der aufhören sollte, sich „der radikalen Linken“ zuzuwenden. „Ich bin kein Fan von Papst Leo.“

Zuvor hatte der Papst von einer „Wahnvorstellung der Allmächtigkeit“ gesprochen, die den Krieg der USA und Israels gegen den Iran befeuere. Zwar nannte Leo Trump nicht beim Namen, doch schien sich seine Botschaft gegen den US-Präsidenten und andere Vertreter seiner Regierung wie Verteidigungsminister Pete Hegseth zu richten, der die Amerikaner aufgefordert hatte, „im Namen Jesu Christi“ für den Sieg im Krieg gegen den Iran zu beten. Am Montag betonte Leo, dass er keine direkte Attacke auf Trump oder andere Personen beabsichtigt habe. Die Appelle des Vatikans für Frieden und Versöhnung seien im Evangelium begründet. „Die Botschaft des Evangeliums ist sehr deutlich: „Selig sind die, die Frieden stiften“.“ (ap)

Analyst warnt vor Huthi-Reaktion auf US-Blockade gegen Iran

Ein Analyst hat vor einer möglichen Reaktion der Huthi-Rebellen im Jemen auf die von den USA geplante Blockade iranischer Häfen gewarnt. Die vom Iran unterstützten Rebellen könnten den Verkehr in der Schifffahrtsstraße Bab al-Mandab stören, sagte Ahmed Nagi von der Denkfabrik International Crisis Group. Die Schließung von Bab al-Mandab würde den Druck auf die globale Schifffahrtsindustrie weiter erhöhen, sagte er. (ap)

Hormus-Blockade: Paris und London planen internationale Mission

Vor dem Hintergrund der angekündigten Teil-Blockade der Straße von Hormus durch die US-Armee wollen Frankreich und Großbritannien den Aufbau einer internationalen Mission zur Absicherung der Meerenge vorantreiben. In den kommenden Tagen solle dazu eine internationale Konferenz in Paris stattfinden, kündigte der französische Präsident Emmanuel Macron am Montag im Onlinedienst X an. „Diese strikt defensive und von den Konfliktparteien getrennte Mission soll eingesetzt werden, sobald es die Lage zulässt“, betonte Macron. (afp)

Russland: US-Blockade iranischer Häfen schadet Weltmärkten

Der ‌Kreml kritisiert die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Straße von Hormus durch eine Blockade iranischer Häfen abzuriegeln. „Solche Maßnahmen werden sich wahrscheinlich weiterhin negativ auf die internationalen Märkte auswirken“, sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Davon sei mit hoher Wahrscheinlichkeit auszugehen. Weitere Kommentare lehnt er ab, da viele Details des US-Plans noch unklar seien. Das US-Militär will ab 16.00 Uhr (MESZ) Schiffe daran hindern, iranische Häfen anzulaufen oder zu verlassen. Dadurch werden täglich rund zwei Millionen Barrel iranisches Öl vom Weltmarkt ferngehalten, was das weltweite Angebot weiter verknappt. (rtr)

Öltanker mit Iran-Verbindung verlassen Golf vor US-Blockade

‌Zwei mit dem Iran in Verbindung stehende Öltanker verlassen vor einer geplanten US-Blockade iranischer Häfen und Küstengebiete den Persischen Golf durch die Straße von Hormus. Dies geht aus Schifffahrtsdaten von Kpler und LSEG hervor. Der Tanker „Auroura“ sei mit iranischen Ölprodukten beladen, während die „New Future“ Diesel aus dem Hafen Hamrija in den Vereinigten Arabischen Emiraten an Bord habe, zeigen die Daten von Kpler weiter. (rtr)

Israels Armee umstellt Hisbollah-Hochburg im Südlibanon

Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge eine Hochburg der vom Iran unterstützten Hisbollah im Südlibanon eingekreist und dort etliche Mitglieder der Miliz getötet. Die Umstellung des Orts Bint Dschubail sei bereits in der vergangenen Woche abgeschlossen worden, teilte das israelische Militär am Vormittag (Ortszeit) mit. Bei Luftangriffen und Nahkämpfen in dem Ort seien mehr als 100 Mitglieder der libanesischen Miliz getötet worden. Auch aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, Israel habe den Ort, der nur wenige Kilometer von der israelischen Grenze entfernt liegt, vollständig umstellt. Es gebe dort heftige Kämpfe und viele Opfer in den Reihen der Hisbollah. In Bint Dschubail sind den Angaben sowie Berichten zufolge seit Tagen auch Dutzende Hisbollah-Kämpfer eingeschlossen. Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es am Morgen, dies betreffe rund 40 Mitglieder der Miliz. Israels Armee hatte die Zivilbevölkerung vor einer Weile aufgerufen, den Ort zu verlassen. (dpa)

Iran-Konflikt lässt Umsätze von Luxusmarken in Dubai einbrechen

Der Iran-Konflikt drückt die Umsätze europäischer ‌Luxusmarken in Dubai und ‌Abu Dhabi und trifft damit den bislang wachstumsstärksten Markt der Branche. Die Erlöse in der Mall of the Emirates, einem der größten Einkaufszentren Dubais, seien im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 30 bis 50 Prozent eingebrochen, sagte eine mit den unveröffentlichten Zahlen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Die Daten geben einen Einblick in die Folgen des Konflikts für den Sektor, kurz bevor Branchengrößen wie LVMH, Kering, Hermes oder auch Richemont Geschäftszahlen veröffentlichen.

Die Besucherfrequenz in der Mall of the Emirates, in der sich neben Boutiquen von Louis Vuitton und Gucci, der Richemont-Schlüsselmarke Cartier und dem Uhrenkonzern Rolex auch eine Skihalle befindet, sank dem Insider zufolge im März um 15 Prozent. In ‌der größeren und bei Touristen beliebteren Dubai Mall habe der Besucherrückgang bei rund 50 Prozent gelegen, sagten der Insider und eine zweite Person aus der Branche. Dies deute auf einen potenziell noch stärkeren Umsatzeinbruch hin. In Abu Dhabi, einem kleineren und weniger vom Tourismus abhängigen Einkaufsstandort, seien die Umsätze in der Galleria Mall im März um rund zehn Prozent gesunken. Die Betreiber der Einkaufszentren sowie LVMH, Kering und Hermes lehnten eine Stellungnahme ab. (rtr)

China fordert „ungehinderte“ Durchfahrt durch Straße von Hormus

China hat angesichts der von US-Präsident Donald Trump angekündigten Teil-Blockade der Straße von Hormus durch die USA eine „ungehinderte“ Durchfahrt der strategisch wichtigen Meerenge verlangt. „Die Straße von Hormus ist eine wichtige internationale Handelsroute für Waren und Energie“, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Guo Jiakun, am Montag bei einer Pressekonferenz. „Die Aufrechterhaltung ihrer Sicherheit, Stabilität, und eine ungehinderte Durchfahrt sind im gemeinsamen Interesse der internationalen Gemeinschaft“, fügte der Sprecher hinzu. (afp)

Türkei äußert Bedenken über neue Regelungen für Straße von Hormus

Die Türkei äußert Bedenken über neue Regelungen für die Straße von Hormus. Der Vorschlag der USA und des Iran für eine internationale Einsatzgruppe, die die Wiederöffnung der Wasserstraße überwacht, sei mit vielen Schwierigkeiten verbunden, sagt der türkische Außenminister Hakan Fidan der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Fidan, der in engem Kontakt mit den Vereinigten Staaten, dem Iran und dem Vermittler Pakistan steht, fordert, dass die Straße von Hormus über Diplomatie wieder für den Schiffsverkehr geöffnet werden sollte. (rtr)

Starmer lehnt Unterstützung bei US-Blockade gegen Iran ab

Großbritannien wird sich nach Angaben von Premierminister Keir Starmer nicht an der angekündigten US-Blockade gegen iranische Häfen beteiligen. „Wir unterstützen die Blockade nicht“, sagte Starmer am Montag dem britischen Rundfunksender BBC. „Wir werden nicht in den Krieg hineingezogen“, ergänzte er. Großbritannien konzentriere sich weiter auf eine Wiederöffnung der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus, sagte Starmer. (ap)

China zu Iran-US-Gesprächen: Schritt in richtige Richtung

Trotz des vorläufigen Scheiterns der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sieht China die jüngsten Gespräche als Schritt in die richtige Richtung zur „Entspannung der Lage“. Alle Seiten sollten sich an die vorläufige Waffenruhe halten, ihre Streitigkeiten auf diplomatischem Weg lösen und ein Wiederaufflammen der Kämpfe vermeiden, sagte Außenamtssprecher Guo Jiakun in Peking. Die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Seeblockade der Straße von Hormus durch das US-Militär soll an diesem Montag beginnen. Ab 10.00 Uhr US-Ostküstenzeit (16.00 Uhr MESZ) werde der Seeverkehr für Schiffe blockiert, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. China erklärte dazu, dass die Sicherheit der Meerenge im Interesse der internationalen Gemeinschaft liege. Trump hatte vergangene Woche mit weiteren Zöllen in Höhe von 50 Prozent für Länder gedroht, die dem Iran Waffen liefern. US-Medien berichteten, China bereite eine solche Lieferung vor. Chinas Position sei klar, ein Zollkrieg habe keine Gewinner, sagte Guo. Die Volksrepublik lehne zudem Verleumdung ab und handle verantwortungsvoll bei der Ausfuhr von Militärgütern. (dpa)

Merz: Iran-Verhandlungen nicht wirklich gut vorbereitet

Kanzler Friedrich Merz hat die Vorbereitung der vorläufig gescheiterten Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Pakistan kritisiert. „Ich bin von der Entscheidung, die Gespräche in Islamabad abzubrechen, nicht überrascht gewesen“, sagte der CDU-Vorsitzende in Berlin nach zweitägigen Beratungen der Spitzen der schwarz-roten Koalition. „Ich hatte von Anfang an nicht den Eindruck, dass sie wirklich gut vorbereitet waren“, fügte Merz hinzu. Wen er mit dieser Kritik meinte, sagte Merz nicht. Der Kanzler ergänzte: „Insofern wird das jetzt ein längerer Prozess werden.“ Die Bundesregierung spreche mit den Konfliktparteien, der US-Regierung und Israel. „Das wird ein lang dauernder Prozess bleiben, und wir werden die Folgen dieses Krieges noch lange spüren, auch wenn er vorbei ist“, sagte Merz. (dpa)

Iran droht nach US-Blockadeankündigung mit Angriffen auf Häfen

Der Iran hat mit Angriffen auf Häfen im Persischen Golf und im Golf von Oman gedroht. „Sicherheit im Persischen Golf und im Meer von Oman gibt es entweder für alle oder für niemanden“, hieß es in einem Bericht des iranischen Senders Irib am Montag. „Kein Hafen in der Region wird sicher sein“, erklärte das iranische Militär. (ap)

Iran: 60 Passagierflugzeuge seit Kriegsbeginn außer Betrieb

Infolge der israelisch-amerikanischen Angriffe sind im Iran 60 Passagierflugzeuge außer Betrieb genommen worden. Im Krieg seien sieben Flughäfen Ziel von Bombardierungen geworden, berichtete die Zeitung „Shargh“ unter Berufung auf den Verband der iranischen Fluggesellschaften. Ob die Flugzeuge zerstört oder beschädigt wurden, war zunächst unklar. Die größten Schäden durch die Luftangriffe seien an den Flughäfen Mehrabad in Teheran sowie in der nordwestlichen Metropole Tabris und in der Wüstenstadt Kaschan, einem beliebten Touristenziel, entstanden. Besonders betroffen waren dem Verband zufolge die Airlines Mahan Air und Iran Air. (dpa)

Australischer Premier: Straße von Hormus muss für alle offen sein

Der australische Premierminister Anthony Albanese hat sich für die komplette Öffnung der Straße von Hormus ausgesprochen. Seine Regierung sei von den USA nicht vorab darüber informiert worden, dass die US-Marine eine eigene Blockade der für den Öltransport wichtigen Meerenge plane, sagte Albanese am Montag dem Fernsehsender Nine Network. Australien sei auch nicht gebeten worden, sich zu beteiligen. „Wir möchten, dass die Verhandlungen fortgesetzt und wieder aufgenommen werden. Wir möchten, dass dieser Konflikt beendet wird“, sagte Albanese. „Wir möchten, dass die Straße von Hormus für alle geöffnet wird. Wir möchten auch, dass die Freiheit der Schifffahrt gemäß dem Völkerrecht gewährleistet ist.“ (ap)

China ruft wegen Straße von Hormus zu Ruhe auf

China ruft alle Seiten zur Ruhe und Zurückhaltung auf. Die Sicherheit, Stabilität und die ungehinderte Passage durch die Straße von Hormus liege im gemeinsamen Interesse der internationalen Gemeinschaft, erklärt ein Sprecher des Außenministeriums auf die Frage nach der Drohung von US-Präsident Donald Trump, nach dem Scheitern der Gespräche mit dem Iran die wichtige Wasserstraße zu blockiern. China sei bereit, mit allen Seiten zusammenzuarbeiten, um die Energiesicherheit und -versorgung zu gewährleisten, sagt er. (rtr)

Iran: US-Einschränkungen für Schiffe kommen Piraterie gleich

Die iranischen Streitkräfte bezeichnen US-Einschränkungen für Schiffe in internationalen Gewässern als illegal. Dies komme Piraterie gleich, teilt das Militär mit. Der Iran werde einen dauerhaften Mechanismus zur Kontrolle der Straße von Hormus einführen, nachdem die USA mit einer Blockade gedroht hätten. Die Häfen am Golf müssten für alle zugänglich sein oder für niemanden, heißt es weiter. Kein Hafen am Golf oder am Golf von Oman werde sicher bleiben, falls iranische Häfen gefährdet seien. (rtr)

Ölpreis steigt angesichts von US-Blockade der Straße von Hormus stark an

Der Ölpreis am Weltmarkt ist mit Blick auf die gescheiterten Friedensverhandlungen der USA mit dem Iran und der Ankündigung aus Washington, nun ebenfalls die Straße von Hormus zu blockieren, stark angestiegen. Sowohl die US-Referenzsorte WTI als auch die Nordseesorte Brent notierten am Montagmorgen deutlich über 100 Dollar pro Barrel. Bei beiden Ölsorten betrug der Preisanstieg über acht Prozent. (afp)

Trump äußert Gleichgültigkeit bezüglich weiterer Gespräche mit Iran

US-Präsident Donald Trump legt nach eigenen Angaben keinen Wert auf eine Rückkehr des Irans an den Verhandlungstisch. „Es ist mir egal, ob sie zurückkehren oder nicht“, sagte Trump am Sonntagabend (Ortszeit) zu Reportern bei Washington nach seiner Ankunft aus Florida. „Wenn sie nicht zurückkehren, ist das okay für mich.“ Trump war gefragt worden, wie lange es dauern könnte, bis iranische Vertreter wieder zu Verhandlungen im Iran-Krieg bereit seien. Trump sagte, dass die iranische Seite bei Verhandlungen mit US-Vizepräsident JD Vance am Wochenende angegeben habe, dass Teheran auf eine Atomwaffe aus sei. „Sie wollen sie noch immer“, sagte Trump. „Der Iran wird keine Atomwaffe haben.“ (ap)

CDU-Außenpolitiker: Trumps Seeblockade eher Verhandlungstaktik

Der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt hält die Ankündigung einer Seeblockade in der Straße von Hormus durch US-Präsident Donald Trump in erster Linie für eine Verhandlungstaktik. „Präsident Trump kann keine blockierten Handelswege gebrauchen“, sagte Hardt der „Rheinischen Post“. „Das führt auch in den USA zu steigenden Preisen und schwächt ihn innenpolitisch“, sagte der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion. „Beide Seiten versuchen, ihre Verhandlungsposition zu verbessern. Ich sehe Trumps Äußerungen über eine mögliche US-Blockade eher als Verhandlungstaktik.“ Außerdem habe man gelernt, „bei ihm nicht jedes Wort sofort als endgültige Festlegung zu verstehen“, meinte der CDU-Politiker. (dpa)

Irans Marinechef nennt Trumps Blockade-Drohung für Straße von Hormus „lächerlich“

Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Straße von Hormus zu blockieren, ist vom Chef der iranischen Marine als „lächerlich“ zurückgewiesen worden. Schahram Irani sagte am Sonntagabend nach Angaben des Staatsfernsehens: „Die Drohungen des US-Präsidenten, Iran auf See zu blockieren, sind lächerlich und absurd.“ Die iranische Marine „überwacht und kontrolliert alle Bewegungen der aggressiven US-Armee in der Region“. (afp)

Netanjahu besucht Südlibanon

Erstmals seit Beginn der Gefechte zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den Südlibanon besucht. „Eines der Dinge, die wir hier sehen, ist, dass wir im Grunde das Gesicht des Nahen Ostens verändert haben“, erklärte Netanjahu am Sonntag mit Blick auf den andauernden Krieg gegen die vom Iran unterstützte Miliz. „Unsere Feinde – Iran und die Achse des Bösen – sind gekommen, um uns zu zerstören, und jetzt kämpfen sie schlicht um ihr eigenes Überleben.“ Netanjahu teilte mit, dass Israel darauf hinarbeite, eine acht bis zehn Kilometer breite Pufferzone im Libanon zu kontrollieren, um sicherzustellen, dass die Hisbollah keine Kurzstreckenraketen und Panzerabwehrraketen über die Grenze abfeuere. (ap)

Irans Präsident: US-„Doppelstandards“ größtes Hindernis für Einigung

Der iranische Präsident Massud Peseschkian bezeichnete die angeblichen Doppelstandards der USA als das größte Hindernis für eine Einigung im derzeitigen Konflikt. „Bei den Verhandlungen in Islamabad waren das anhaltende Festhalten der USA an Doppelstandards sowie ihr machtpolitischer Anspruch das größte Hindernis“, sagte Peseschkian in einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, wie das iranische Präsidialamt mitteilte. Nähere Erläuterungen machte er dazu demnach nicht. Der Iran ist laut Peseschkian grundsätzlich zu einem fairen Abkommen bereit, um so einen dauerhaften Frieden in der Region zu ermöglichen. „Eine Einigung ist auch durchaus machbar, nur müssen sich die USA an die international anerkannten Vorschriften und das Völkerrecht halten“, so der Präsident laut der Mitteilung. (dpa)

Röttgen: Seeblockade von Meerenge „überfällig“

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen hält die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Seeblockade der Straße von Hormus durch die US-Marine für überfällig. „Für die USA und fast den ganzen Rest der Welt ist es unabdingbar, dass das iranische Regime nicht die Kontrolle über die Straße von Hormus behält“, sagte Röttgen der „Rheinischen Post“. „Dass die USA dem Regime nun selber die Nutzung und die für das Regime unerlässlichen Einnahmen daraus abschneiden, ist überfällig“, betonte Röttgen. Röttgen sieht nun auch China gefragt. Dorthin gehe im Wesentlichen das iranische Öl. „Für China besteht nun ein starkes Motiv, sich ebenfalls für eine freie Passage durch die Straße von Hormus einzusetzen“, sagte der CDU-Politiker. (dpa)

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