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+++ Nachrichten im Irankrieg +++Fieberhafte Suche nach zweitem Crewmitglied von abgestürztem US-Kampfjet

Laut Medien konnte ein Besatzungsmitglied von US-Spezialeinheiten gerettet werden. Derweil soll ein weiterer US-Kampfjet abgeschossen worden sein. Im UN-Sicherheitsrat ist eine Abstimmung zur Sicherung der Straße von Hormus verschoben worden.

Das Heckteil einer abgeschossenen iranischen Rakete in einer jüdischen Siedlung im nördlichen Jordantal im Westjordanland Foto: Oren Ziv/dpa

Suche nach zweitem Crewmitglied eines abgestürzten US-Kampfjets

Nach Berichten über zwei abgestürzte US-Kampfjets in der Golfregion suchen iranische und US-Streitkräfte fieberhaft nach dem zweiten Crewmitglied eines der Flugzeuge. Der Iran erklärte am Freitagabend, ein US-Kampfflugzeug vom Typ F-15 abgeschossen zu haben. US-Medienberichten zufolge konnte eines der beiden Besatzungsmitglieder von US-Spezialeinheiten gerettet worden, nach dem zweiten werde noch gesucht. Kurze Zeit später meldete Teheran dann den Abschuss eines US-Kampfjets vom Typ F-10. US-Präsident Donald Trump erklärte, der Verlust der Flugzeuge wirke sich nicht auf die US-iranischen Verhandlungen aus.

Zunächst hatten iranische Staatsmedien von dem Abschuss des F-15-Kampfjets berichtet. Ein örtlicher TV-Sender brachte Bilder, die den zerstörten Jet am Boden zeigen sollen. Laut dem TV-Bericht unter Berufung auf eine Polizei-Mitteilung wurde das Flugzeug über dem Zentraliran ins Visier genommen und stürzte daraufhin ab.

„Ein feindlicher amerikanischer Kampfjet ist im zentraliranischen Luftraum von dem Luftverteidigungssystem der Luftwaffe der iranischen Revolutionsgarden getroffen und zerstört worden“, erklärte die Kommandozentrale der iranischen Streitkräfte. „Der Jet wurde vollständig vernichtet, die weitere Suche dauert an.“

Die US-Armee startete US-Medienberichten zufolge umgehend eine großangelegte Such- und Rettungsaktion. Bilder und Videos auf Onlineplattformen zeigten mutmaßlich tief fliegende US-Hubschrauber und mindestens ein Flugzeug in der Gegend. Laut dem Nachrichtensender CNN wurde das gerettete Crewmitglied medizinisch versorgt.

Ein Journalist eines iranischen Lokalsenders erklärte, jeder, der ein Besatzungsmitglied lebend gefangen nehme, werde „eine Belohnung erhalten“.

Später berichtete das iranische Staatsfernsehen von einem weiteren abgeschossenen US-Kampfjet. Ein Flugzeug vom Typ A-10 sei von der iranischen Luftabwehr getroffen worden, die Maschine sei in den Persischen Golf gestürzt, hieß es den Medienberichten zufolge.

Das für den Iran zuständige Regionalkommando der US-Streitkräfte (Centcom) äußerte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP bislang nicht zu den Angaben der iranischen Streitkräfte, wonach ein zweiter US-Kampfjet über dem Persischen Golf abgeschossen worden und abgestürzt sei. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, erklärte lediglich, Präsident Trump sei „unterrichtet“ worden.

Nach den Worten von Präsident Trump wirken sich die Vorfälle nicht auf die Verhandlungen mit der Führung in Teheran aus. „Nein, überhaupt nicht“, antwortete Trump im US-Nachrichtensender NBC auf eine entsprechende Frage und ergänzte: „Es ist eben Krieg.“

Die US-Armee hat bei dem seit gut einem Monat andauernden Einsatz im Iran bereits einige Flugzeuge verloren, darunter ein Tankflugzeug, das im Irak abgestürzt war, sowie drei F-15-Jets, die versehentlich von Kuwait abgeschossen wurden. (afp)

Zwei Volksmudschahedin-Mitglieder in Iran hingerichtet

Im Iran sind zwei weitere Mitglieder der oppositionellen Organisation der Volksmudschahedin hingerichtet worden. Die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan berichtete am Samstag, die beiden Männer seien gehängt worden, nachdem sie der Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe für schuldig befunden worden seien. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs wurden bislang sechs Mitglieder der Exilgruppe hingerichtet.

Menschenrechtsorganisationen werfen dem Iran vor, Beschuldigte immer wieder in nicht-öffentlichen Prozessen zu verurteilen, in denen sie die gegen sie erhobenen Vorwürfe nicht anfechten können. (ap)

Gebäude von Oracle-Konzern in Dubai durch Drohnentrümmer beschädigt

In den Vereinigten Arabischen Emiraten sind Gebäude von Trümmern herabstürzender Drohnen beschädigt worden. Die Behörden in der Metropole Dubai teilten mit, die Fragmente der bei einer Abfangaktion zerstörten Drohnen hätten die Fassaden zweier Gebäude in Mitleidenschaft gezogen, von denen eines dem US-Tech-Konzern Oracle gehöre. Opfer wurden zunächst nicht gemeldet.

Die iranische Revolutionsgarde hatte Oracle und 17 weiteren US-Unternehmen gedroht und ihnen vorgeworfen, an „terroristischer Spionage“ im Iran beteiligt zu sein.

Bei vorangegangenen iranischen Drohnenangriffen waren Einrichtungen der Amazon Web Services (AWS) in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain beschädigt worden. (ap)

Pentagon: bisher rund 370 US-Militärangehörige verletzt

Seit dem Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran sollen in der Nahost-Region rund 370 US-Militärangehörige verletzt worden sein. Das ging mit Stand Freitag aus online verfügbaren Daten des Verteidigungsministeriums hervor. Unklar war, ob in der Zählung bereits mutmaßliche Opfer im Zusammenhang mit dem von Teheran für sich reklamierten Abschuss zweier US-Kampfflugzeuge enthalten waren.

Insgesamt schlüsselte das Pentagon 365 Verletzte auf, darunter 247 Soldaten des Heeres, 63 Angehörige der Marine, 19 US-Marines und 36 Angehörige der Luftwaffe. Die Zahl der Todesopfer wurde weiter mit 13 angegeben. (ap)

Iran-Krieg ist extrem gesundheitsschädlich und umweltbelastend

Im Iran-Krieg sind bislang nach Angaben einzelner Staaten einige Tausend Menschen getötet worden. Doch Bomben und Brände setzen auch giftige Substanzen frei, die schon beim Einatmen gesundheitsschädlich sind und langfristig wirken. Zudem ist das Trinkwasser in Gefahr.

Zu den deutlich sichtbaren Umweltfolgen des Krieges zählen die Angriffe auf Ölanlagen wie Öllager im Iran oder eine Raffinerie in Israel. Besonders drastisch waren die dunklen Wolken über Irans Hauptstadt Teheran nach dem Brand mehrerer Depots Anfang März. „Allein die israelischen Angriffe auf die Ölanlagen in Teheran führten dazu, dass potenziell Millionen von Menschen einer breiten Palette gefährlicher Schadstoffe ausgesetzt waren, von denen einige in der Umwelt persistent sind und eine anhaltende Bedrohung für Böden und Wasserressourcen darstellen“, sagt Doug Weir, Direktor der britischen Organisation The Conflict and Environment Observatory (Ceobs).

Diese giftige Mischung aus Schadstoffen regnete laut Ceobs anschließend über der Stadt ab und gelangte in die Entwässerungssysteme, was zu Bedenken hinsichtlich einer möglichen Verunreinigung von Oberflächen- und Grundwasser geführt habe. Zu den typischen Schadstoffen von Öl- oder Raffineriebränden zählten etwa Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid, Stickoxide und Ruß.

„Teheran selbst ist generell stark verschmutzt. Jahrelange Sanktionen haben dazu geführt, dass die Autos veraltet sind“, sagt Sana Chavoshian vom Leibniz-Zentrum Moderner Orient in Berlin. Zur Energiegewinnung werde das besonders umweltschädliche Schweröl Masut verbrannt. „Und jetzt kommen diese neuen Explosionen und Bombardierungen dazu, so dass sich weitere Schadstoffe ansammeln.“ Forschungsergebnisse zeigen laut Weir, dass Menschen in stark verschmutzten Umgebungen wie in Teheran besonders anfällig für gesundheitliche Auswirkungen in solchen Phasen sehr schlechter Luftqualität seien.

Partikel aus dem Rauch können laut Ceobs innerhalb von Tagen Hunderte Kilometer weitergetragen werden. Das niedergegangene Schadstoffgemisch könne mit dem Wind von den Straßen und Dächern abgetragen werden und bis nach Turkmenistan in Zentralasien und Tadschikistan gelangen, sagt Chavoshian. „Staubstürme bringen schon seit Jahren Feinstaub in andere Länder und jetzt kommen weitere Schadstoffe hinzu als giftiges Erbe des Krieges.“

Gefahr kommt nicht nur von brennendem Öl, sondern auch von Bomben und anderer Munition. „Der weitverbreitete Einsatz von Munition kann zur Freisetzung von Schwermetallen und giftigen Chemikalien in die Umwelt führen“, schreibt das UN-Umweltprogamm (Unep). Die Schwermetalle und explosive Chemikalien seien selbst in geringsten Mengen giftig. Auch Angriffe auf Munitionsdepots können laut Ceobs Schadstoffe freisetzen und zusätzlich könnten bei Bränden von Depots mit konventionellen Waffen Dioxine und Furane entstehen.

Bei einem Angriff auf Erdgasanlagen sieht Weir nicht das Gas als Hauptproblem. „Unsere Hauptsorge gilt weniger dem Gas selbst – obwohl die Freisetzung von unverbranntem Methan erhebliche Auswirkungen auf das Klima hat“, sagt Weir. Vielmehr sehe er eine Gefahr in den petrochemischen Anlagen, in denen Gas verarbeitet wird. Sie befänden sich oft in unmittelbarer Nähe von Erdgasfeldern und enthielten eine größere Bandbreite potenzieller Schadstoffe.

Eine weitere Gefahr ist die Verschmutzung des Wassers. „Schäden an der Ölinfrastruktur können Kohlenwasserstoffe, Schwermetalle und giftige Chemikalien in Böden und Oberflächengewässer freisetzen, die anschließend ins Grundwasser gelangen können“, sagt Nima Shokri, Leiter des Instituts für Geohydroinformatik der Technischen Universität Hamburg. „Diese Verschmutzung kann über Jahre oder sogar Jahrzehnte bestehen bleiben und Wasser für Trink- und Landwirtschaftszwecke unbrauchbar machen.“

In Küstenregionen könnten solche Verschmutzungen auch das Wasser beeinträchtigen, das für Entsalzungsanlagen entnommen wird, wodurch die Aufbereitung teurer und riskanter wird. „Frühere Konflikte und Unfälle haben gezeigt, dass selbst begrenzte Ölverschmutzungen langfristige Auswirkungen auf die Wasserqualität und die Gesundheit von Ökosystemen haben können.“

Überlebenswichtig sind in der trockenen Region Anlagen zur Entsalzung von Meerwasser. „Entsalzungsanlagen bilden das Rückgrat der Wasserversorgung am Persischen Golf. Eine größere Störung könnte innerhalb weniger Tage die Trinkwasserversorgung von Millionen Menschen unterbrechen“, sagt Shokri. 90 Prozent des Trinkwassers in Kuwait stammt nach Daten der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) aus diesen Anlagen. In Oman sind es 86 Prozent, in Saudi-Arabien 70 Prozent und in den Vereinigten Arabischen Emiraten 42 Prozent. Über einige wenige Angriffe auf solche Anlagen wurde bereits berichtet.

Für viele Menschen in ärmeren Staaten könnte der Iran-Krieg ebenfalls drastische Folgen haben. Wenn der Krieg bis Sommer anhalte, könnten zusätzlich 45 Millionen Menschen in Hungersituationen geraten, warnt das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen. Die Blockade vieler Schiffe treibe bereits jetzt die Kosten für Energie, Treibstoff und Düngemittel in die Höhe und verschärfe den Hunger weit über den Nahen Osten hinaus. Viele Grundzutaten für Dünger kommen aus der Region, wie etwa Harnstoffs, Schwefel und Phosphat.

In einer ersten groben Schätzung, die es selbst als „Schnappschuss“ bezeichnet, erhob ein Team den Treibhausgasausstoß der ersten zwei Wochen des Krieges. Dazu gehörten etwa Experten der Queen Mary University of London und der Denkfabrik Climate and Community Institute. Demnach hat der Krieg in der Zeit Treibhausgase mit der Wirkung von fünf Millionen Tonnen CO2 verursacht. Rund die Hälfte sei entstanden, weil zerstörte Gebäude wieder aufgebaut werden müssten, was sehr viel CO2 produziere. Es folgen unter anderem die Verbrennung und sonstige Zerstörung von Öl sowie der Treibstoffverbrauch des Militärs.

Klimaexperte Lennard de Klerk verweist darauf, dass eine solche Berechnung viele Unsicherheitsfaktoren habe und nennt eine weitere Klimawirkung. Zu den indirekten Effekten zähle etwa die Störung der Lieferung von Flüssigerdgas (LNG) nach Asien, was zu einer verstärkten Nutzung der viel klimaschädlicheren Kohle führe, solange die Sperrung der Straße von Hormus andauere, sagt Klerk, der Mitglied einer Initiative zur Erhebung der Klimawirkung von Kriegen ist (Initiative on GHG accounting of war).

Er hofft auf eine spezielle Folge des Krieges. Auf der positiven Seite für das Klima stehe, „dass der Krieg im Iran eine weitere Erinnerung daran ist, dass fossile Brennstoffe eine unzuverlässige Energiequelle sind, wodurch die Energiewende nicht nur in Europa, sondern auch in Asien vorangetrieben wird.“ (dpa)

Ein Verletzter bei iranischen Raketenangriffen auf Israel

Bei erneuten iranischen Raketenangriffen auf Israel ist nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom ein Mensch verletzt worden. Ein 45-Jähriger sei im zentralisraelischen Bnei Brak mit leichten Blessuren durch Glassplitter in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Einsatzkräfte seien zudem an mehreren Orten in Zentralisrael auf dem Weg zu mutmaßlichen Einschlagsorten.

Die israelische Armee hatte zuvor den Abschuss mehrerer Raketen durch den Iran gemeldet. Luftabwehrsysteme seien „im Einsatz, um die Gefahr abzufangen“, erklärten die Streitkräfte im Onlinedienst Telegram. Später gaben sie vorläufig Entwarnung. Zivilisten dürften ihre Schutzräume wieder verlassen, hieß es. (afp)

Explosionen erschüttern Libanons Hauptstadt Beirut

In der Nacht zum Samstag haben erneut mehrere laute Explosionen die libanesische Hauptstadt Beirut erschüttert. Binnen einer halben Stunde ereigneten sich mindestens zwei Explosionen, berichtete ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP. Die israelische Armee erklärte im Onlinedienst Telegram, sie habe „Einrichtungen“ der vom Iran finanzierten Hisbollah-Miliz in Beirut angegriffen. Libanesische Medien berichteten von Attacken auf südliche Vororte der Hauptstadt.

Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Damals feuerte die Hisbollah-Miliz – deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist – als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei Raketen auf das Nachbarland ab. In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Bodentruppen über die Grenze. (afp)

Lufthansa fürchtet Engpässe bei Kerosin-Versorgung

‌Der Lufthansa-Konzern befürchtet, ‌dass es im Falle eines länger anhaltenden Kriegs in Nahost zu Engpässen bei der Kerosin-Versorgung kommen könnte. „Die Frage der Verfügbarkeit von Flugkraftstoff ist an einigen asiatischen Flughäfen bereits jetzt schwierig“, sagte ‌Grazia Vittadini, Vorständin für Technik, IT und Innovation, im Interview mit der Welt am Sonntag laut Vorabbericht. „Je länger die Straße von Hormus blockiert bleibt, desto kritischer kann die Versorgungssicherheit mit Kerosin werden“, so die Lufthansa-Managerin weiter.

Weil die Straße von Hormus seit Beginn des Iran-Kriegs nicht mehr ‌sicher zu passieren ist, führen Lieferengpässe schon jetzt zu einem drastischen Anstieg der Kerosinpreise, ⁠teilweise um mehr als 100 Prozent. Die Airlines der Lufthansa-Gruppe seien dagegen nur teilweise abgesichert, so Vittadini. „Für unsere Passagier-Airlines ‌wird der ‌Ölpreisanstieg durch eine Absicherungsquote ⁠von 80 Prozent des Treibstoffbedarfs im laufenden Jahr noch weitgehend abgepuffert. Aber ‌natürlich treffen auch uns ‌die steigenden Kerosinpreise.“ (rtr)

US-Erzbischof Broglio hält Iran-Krieg für ungerechtfertigt

Der für die seelsorgerliche Betreuung im US-Militär zuständige Erzbischof Timothy Broglio hält den Krieg gegen den Iran nach ethischen Maßstäben für ungerechtfertigt. In einem Interview des Nachrichtensenders CBS News entgegnete Broglio auf die Frage, ob der Krieg legitim sei: „Gemäß der Lehre vom gerechten Krieg ist er es nicht.“ Dabei verwies er auf das Szenario einer nuklearen Bedrohung.

„Da wird eine Bedrohung ausgemerzt, ehe sie tatsächlich Realität wird“, erklärte Broglio. „Ich würde mich auf die Seite von Papst Leo stellen, der zu Verhandlungen aufgerufen hat.“

„Der Herr Jesus hat zweifellos eine Botschaft des Friedens verkündet, und ich denke auch, dass Krieg immer nur das letzte Mittel sein sollte“, ergänzte der Erzbischof, der die katholischen Seelsorger für Angehörige der US-Streitkräfte weltweit leitet. „Ich maße mir kein endgültiges Urteil darüber an, weil ich es wirklich nicht weiß. Aber ich denke, es ist schwer, diesen Krieg als etwas darzustellen, das der Herr gutheißen würde.“

Das Gespräch mit Broglio wird CBS News am Ostersonntag in der Sendung „Face the Nation“ ausstrahlen. (ap)

Wirtschaftsweise Grimm warnt vor ökonomischen Folgen des Irankriegs

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm warnt vor den ökonomischen Folgen des Iran-Krieges und hält eine Stagnation in Deutschland für möglich. „Die Auswirkungen werden länger spürbar sein, als es zunächst erwartet wurde“, sagt die Ökonomin einem ‌Vorabbericht der Rheinischen Post zufolge. Dass die Forschungsinstitute für 2026 noch mit einem Wachstum von 0,6 Prozent rechnen, nennt sie optimistisch. So passieren 20 Prozent der Öl- und Flüssiggastransporte sowie ein Drittel der Düngemittellieferungen die Straße von Hormus, zudem seien viele Förderanlagen zerstört. Die Konsequenzen für die Weltwirtschaft seien daher gravierend. (rtr)

Abstimmung im UN-Sicherheitsrat ist verschoben worden

Eine für diesen Samstag geplante Abstimmung im UN-Sicherheitsrat über eine von Bahrain eingebrachte Resolution zur Sicherung der Straße von Hormus ist kurzfristig verschoben worden. Das Votum solle kommende Woche stattfinden, teilten zwei Diplomaten am Freitag (Ortszeit) in New York mit. Der Resolutionsentwurf, in dem zunächst vom Einsatz „aller notwendigen Mittel“ für den Schutz der kommerziellen Schifffahrt in der vom Iran weitgehend blockierten Straße von Hormus die Rede war, wurde nach Widerstand der Veto-Mächte China und Russland deutlich abgeschwächt.

Im Text, über den am Samstag hätte abgestimmt werden sollen, werden nur Verteidigungsmaßnahmen zur Sicherung der für den globalen Öl- und Gashandel wichtigen Meerenge gebilligt, und keine Offensivaktionen, die von arabischen Golfstaaten und den USA unterstützt wurden.

Bahrain hat derzeit den Vorsitz im mächtigsten UN-Gremium inne. Die Verschiebung der Abstimmung über die Resolution deuteten Beobachter als Hinweis darauf, dass selbst die abgeschwächte Version für Russland und China nach wie vor inakzeptabel ist. (ap)

US-Geheimdienst: Straße von Hormus wird länger geschlossen bleiben

US-Geheimdienstberichte kommen Insidern zufolge zu dem Schluss, ‌dass der Iran die Straße von Hormus vorerst nicht wieder öffnen wird. Die ‌Kontrolle über die wichtigste Ölroute der Welt sei das einzige echte Druckmittel der Islamischen Republik gegen die USA, sagen drei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die Regierung in Teheran wolle die Energiepreise hoch halten, um US-Präsident Donald Trump zu einem raschen Ende des seit fast fünf Wochen andauernden Krieges zu drängen. Ein Vertreter des Weißen Hauses erklärt dagegen, Trump sei zuversichtlich, dass die Meerenge „sehr bald“ wieder befahrbar sein werde. (rtr)

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