piwik no script img

++ Krieg in der Ukraine ++Getroffener Frachter soll deutscher Reederei gehören

Einer der von russischen Angriffen getroffenen Frachter gehörte offenbar einer deutschen Reederei. Die Ukraine greift russische Raffinerien an.

Getroffener Frachter gehört deutscher Reederei

Eins der am Mittwoch im Schwarzen Meer von russischen Drohnen getroffenen Schiffe soll laut Medienberichten einer deutschen Reederei gehören. Das deutsche Frachtschiff „EMIL“ soll in der Nähe von Odessa manövrierunfähig gemacht worden und während der Evakuierung der Besatzung weiter angegriffen worden sein. Verletzte habe es keine gegeben. Die „EMIL“ fährt derzeit unter liberianischer Flagge und gehört der Hamburger Reederei Johann M. K. Blumenthal GmbH & Co. KG

Getroffen und beschädigt wurde auch das auch unter der Flagge Guinea-Bissaus fahrende Frachtschiff „Mera Queen“, wie der Gouverneur der Region Odessa, Oleh Kiper, am Donnerstagmorgen mitteilte. Das Schiff sei mit Weizen beladen.

Das russische Verteidigungsministerium hat die Angriffe bestätigt. Demnach wurden gestern Abend im Schwarzen Meer, südlich und östlich von Odessa, zwei Frachtschiffe, die nach russischen Angaben militärische Güter transportierten von Angriffsdrohnen getroffen. (taz)

Schweden übergibt der Ukraine Schattenflottenfrachter

Schweden übergibt der Ukraine einen beschlagnahmten Frachter der sogenannten russischen Schattenflotte. Das oberste schwedische Gericht lehnte einen Einspruch der Reederei gegen die Entscheidung ab, wie aus einem Urteil hervorging, das der AFP am Donnerstag vorlag. Die ukrainische Justiz vermutet, dass der Frachter gestohlenes Getreide aus von Russland besetzten Gebieten transportierte.

Die schwedische Polizei hatte die „Caffa“ im März auf Anfrage der ukrainischen Justiz beschlagnahmt. Der 96 Meter lange Frachter war auf dem Weg von Casablanca in Marokko nach St. Petersburg in Russland. Das Schiff steht auf einer Sanktionsliste der Ukraine und fuhr unter falscher guineischer Flagge, zehn von elf Crewmitgliedern waren Russen.

Russland nutzt die sogenannte Schattenflotte, um wegen des Ukrainekrieges vom Westen verhängte Sanktionen zu umgehen. Die Frachter sind häufig alt und in schlechtem Zustand, ihnen fehlen die vorgeschriebenen Versicherungen. Wie im Fall der „Caffa“ ist oft schwierig nachzuvollziehen, wem die Schiffe gehören. Nach schwedischen Regierungsangaben war wohl auch dieser Frachter nicht versichert.

An Bord der „Caffa“ befindet sich nach Einschätzung des ukrainischen Sanktionsbeauftragten Wladyslaw Wlasiuk eine Getreidelieferung. Er erklärte im März, das Schiff habe bereits in der Vergangenheit gestohlenes ukrainisches Getreide transportiert, unter anderem auf einer Fahrt vom Hafen Sewastopol auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim nach Syrien im vergangenen Jahr. (afp)

Ukraine trifft russische Raffinerien

Die Ukraine hat nach Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut die russische Ölindustrie getroffen. Die Angriffe dienten dazu, die für Russlands Kriegskasse wichtigen Einnahmen aus dem Ölgeschäft zu schmälern, schrieb er in sozialen Medien. Dazu veröffentlichte er einen Zusammenschnitt von Videos, die kilometerhohe Rauchsäulen zeigen.

Erneut wurde demnach die Raffinerie in Jaroslawl nördlich der Hauptstadt Moskau getroffen. Gouverneur Michail Jewrajew schrieb auf Telegram von 93 abgewehrten Drohnen und dem bislang größten feindlichen Drohnenangriff. Herabstürzende Trümmer lösten demnach Feuer auf dem Gelände der Raffinerie und von drei Privathäusern aus. Vier Menschen hätten Splitterverletzungen erlitten.

Außerdem schrieb Selenskyj von einem Angriff auf die Raffinerie Baschneft-Novoil in der Stadt Ufa in der russischen Teilrepublik Baschkortostan. Dort hatten Behörden am Vortag von einem Brand im Industriegebiet gesprochen. Die insgesamt drei Raffinerien in Ufa waren im Juni, Juli und Anfang August Ziel ukrainischer Attacken gewesen. (dpa)

Fast 16.000 Ausländer kämpfen auf ukrainischer Seite

In ihrem Verteidigungskampf gegen Russlands Angriffskrieg wird die Ukraine nach Behördenangaben von knapp 16.000 Ausländern aus 72 Staaten unterstützt. „Fast 40 Prozent davon sind aus den Ländern Lateinamerikas“, sagte die für Soldatenrechte zuständige Militärbeauftragte Olha Reschetylowa einer Meldung von Interfax-Ukraine zufolge.

Die ukrainische Armee verfüge nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj über rund 880.000 Soldaten. Im Juni kündigte der kürzlich entlassene Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow eine Reform an, wonach der Anteil an ausländischen Söldnern in Sturmtruppen und Infanterie auf bis zu 50 Prozent steigen soll. Dafür will Kyjiw mit einem durchschnittlichen Sold von umgerechnet rund 5.800 Euro weltweit neue Kämpfer rekrutieren.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen die russische Invasion. Gleich nach Kriegsbeginn gründete Kyjiw eine sogenannte internationale Legion und warb Ausländer für den Krieg an. Auch auf russischer Seite kämpfen ausländische Söldner. (dpa)

Russland greift Schiff in der Ukraine an

Bei einem neuen russischen Angriff auf ein Schiff in der Schwarzmeerregion Odessa sind nach ukrainischen Behördenangaben mindestens ein Mensch getötet und drei weitere verletzt worden. „Diesmal wurde ein unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrender Handelsfrachter getroffen, der mit ukrainischem Weizen beladen war“, teilte Regionalgouverneur Oleh Kiper auf Telegram mit.

„Der Feind greift weiterhin ununterbrochen zivile Schiffe im Schwarzmeerraum an“, sagte Kiper. „Solche Angriffe zeigen einmal mehr die Systematik und den Zynismus des russischen Terrors sowie die Gefahr, die der Aggressor sowohl für das Leben der Zivilbevölkerung als auch für die weltweite Ernährungssicherheit insgesamt darstellt“, sagte er. Die Ukraine gehört zu den großen Getreideexporteuren und nutzt dafür die Häfen um Odessa als Umschlagplatz.

Russland und die Ukraine haben zuletzt ihren See- und Luftkrieg intensiviert. Beide Länder beschießen gegenseitig in der Schwarzmeerregion Schiffe. Besonders im Raum Odessa kommt es immer wieder zu folgenreichen Treffern.

Das russische Verteidigungsministerium bestätigte die Angriffe auf das Gebiet Odessa. Es seien zwei Schiffe südlich und östlich von Odessa getroffen worden, hieß es. Das Ministerium warf der Ukraine vor, die Getreidefrachter für den Transport von militärischen Gütern zu nutzen. Von unabhängiger Seite sind die Angaben nicht überprüfbar. (dpa, taz)

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare