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+++ Hitzewelle in Deutschland +++Zur Hitzewelle jetzt auch noch Unwettergefahr

Auch am Sonntag hat die Hitzewelle Deutschland weiter im Griff. Erneut könnte der Temperaturrekord geknackt werden, doch es kann auch heftige Gewitter geben.

Dachstuhlbrand und ausgerissene Bäume durch Unwetter

Das Unwetter in der Nacht hat an mehreren Orten zu Schäden geführt. Nach einem Blitzeinschlag in einem Wohnhaus in Aurich hat der Dachstuhl Feuer gefangen. Wie die Polizei mitteilte, entstand dabei ein Schaden von rund 100.000 Euro. Der Bewohner des Einfamilienhauses konnte das Gebäude unverletzt verlassen. Einsatzkräfte der Feuerwehr löschten den Brand noch am Morgen. Auch in Cuxhaven schlug mutmaßlich ein Blitz in eine frei stehende Scheune ein, wie die Polizei mitteilte. Das Gebäude brannte vollständig nieder. Verletzte gab es nicht. Die Beamten schätzten den Schaden auf 100.000 Euro.

In der Ostheide wurde die Feuerwehr nach eigenen Angaben in der Nacht fünfmal alarmiert, half aber auch bei diversen zufällig entdeckten Schäden. Die Einsatzkräfte beseitigten unter anderem zusammen mit Landwirten Bäume, die umgestürzt waren oder umzustürzen drohten. Außerdem befreiten sie verstopfte Abflussschächte von Laub und Schlamm. In Reinstorf wurde ein Auto von einem Baum getroffen, verletzt wurde niemand. In Bremerhaven rückte die Feuerwehr 25 Mal aus. Auch dort stürzten Bäume um, zudem liefen Keller mit Wasser voll. Zusätzlich lösten nach Angaben der Einsatzkräfte drei Brandmeldeanlagen aus. Darüber hinaus waren Feuerwehren und Polizeikräfte im gesamten Nordwesten vermehrt im Einsatz. Auch dort ging es um umgekippte Bäume sowie überflutete Straßen. (dpa)

Rekordtemperaturen in Deutschland: Rufe nach mehr Hitzeschutz

Angesichts der Hitzewelle sind am Wochenende die Rufe nach besserem Schutz gegen Extremtemperaturen lauter geworden. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz mahnte rasche Maßnahmen in Pflegeheimen an. Die Grünen forderten von der Bundesregierung einen „Aktionsplan gegen den Hitze-Hammer“. Dazu gehöre ein Sofortprogramm, um Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Kitas und Schulen zu klimatisieren. Der Städtetag forderte derweil mehr Mittel vom Bund für den Hitzeschutz.

Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge schlug ein neues Förderprogramm des Bundes für soziale Einrichtungen vor. Dabei sei neben besserer Belüftung und Dämmung der Gebäude „volles Tempo beim Ausbau von Klimaanlagen in Verbindung mit Solaranlagen“ nötig. In diese Maßnahmen solle ein Teil des Sondervermögens Infrastruktur fließen. Für den Hitzeschutz in den Städten fordern die Grünen eine „Stadtbaum- und Entsiegelungsoffensive“. Mit fünf Milliarden Euro könnten dort viele grüne und kühlende „Oasen“ entstehen. Auch solle der Bund Hitze-Aktionspläne für jede Kommune verbindlich machen. Diese sollten verstärkt öffentliche Abkühl-Orte wie Bibliotheken oder Museen ausweisen, Kühlräume mit kostenlosem Wasser schaffen und die Zahl öffentlicher Trinkbrunnen erhöhen.

Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß mahnte mehr Vorsorge gegen Hitzewellen an und sieht dabei vor allem die Kommunen in der Pflicht: „Viele Städte haben noch keine ausreichenden Strategien, um auf Hitzewellen angemessen reagieren zu können“, sagte der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung der „Rheinischen Post“ (Montag). Nötig seien mehr klimatisierte Räume, kühle Orte, Bäume und Trinkbrunnen. Er sprach sich auch für die Einrichtung von Sonnencremespendern in den Städten aus. Der Städtetag verwies indes auf die klammen Haushalte der Kommunen. Städtetags-Präsident Burkhard Jung (SPD) forderte in der „Rheinischen Post“ (Samstag) Bund und Länder dazu auf, mehr Mittel für den Hitzeschutz in den Kommunen zur Verfügung zu stellen. Viele Kommunen hätten praktisch keine Möglichkeit für Investitionen angesichts eines Defizits der kommunalen Haushalte von 30 Milliarden Euro pro Jahr. (epd)

Fahrbahn auf A7 wegen Hitze aufgeplatzt

Auf der Autobahn 7 ist wegen der extremen Hitze die Fahrbahn aufgeplatzt. Der Fall ereignete sich am Samstag zwischen den Anschlussstellen Bad Fallingbostel und Dorfmark, wie die Polizei mitteilte. Die Hitze habe den Beton einzelner Fahrbahnplatten so sehr aufgeheizt, dass sie sich ausdehnten, auswölbten und schließlich aufplatzten. Zwei Autos wurden dabei beschädigt, verletzt wurde niemand. Der Fahrstreifen wurde gesperrt. Wie lange die Reparatur andauern sollte, war zunächst nicht bekannt. (dpa)

Wind und Hitze erschweren Löscharbeiten in Gohrischheide

Bei dem Brand in der Gohrischheide bleibt die Lage angespannt. „Wir bekommen ab Mittag ungünstige Witterungsbedingungen“, sagte Zeithains Bürgermeister Mirko Pollmer (parteilos). Es werde mit steigenden Temperaturen und böigen Winden gerechnet, zum Teil steige angesichts der Temperaturen die Technik teilweise aus, so Pollmer. „Das macht die Sache natürlich wesentlich komplizierter.“ Die Einsatzkräfte vor Ort hofften auf Regen für eine Entspannung. „Nur müssen wir die Zeit bis dahin überbrücken und das Feuer in dem eingegrenzten Bereich halten.“ Insgesamt brannten laut Pollmer in der Gohrischheide 16 Hektar Fläche ab. Am Vormittag waren etwa 215 Einsatzkräfte im Einsatz, weitere sollen im Tagesverlauf hinzukommen. Ortschaften seien derzeit aber nicht betroffen, so Pollmer. Der Waldbrand befinde sich im nördlichen Bereich der Gohrischheide. „Da sind die Ortschaft jetzt weit weg“, erklärte der Bürgermeister. (dpa)

Berliner Freibäder voll – Ticketverkauf erneut gestoppt

Schon seit dem Morgen gibt es für die Berliner Sommerbäder keine Tickets mehr. Laut der Webseite der Berliner Bäder werden nur noch Menschen eingelassen, die bereits ein Zeitfenster-Ticket gebucht haben oder ein Abo besitzen. Lediglich für das Kinderbad Monbijou gab es Stand 11.50 Uhr noch wenige Tickets. (dpa)

29,4 Grad gemessen – Rekord für wärmste Nacht in Deutschland

Die vergangene Nacht war nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) die wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen in Deutschland. Der Rekord wurde demnach im ostsächsischen Kubschütz aufgestellt, dort sank die Nachttemperatur nicht unter 29,4 Grad. Der bisherige Rekord stammt dem DWD zufolge aus dem Jahr 2003, damals war das Thermometer in der Nacht am Berg Weinbiet in Rheinland-Pfalz nicht unter den Wert von 27,2 Grad gefallen. (dpa)

630 Menschen bleiben in Zug ohne Klimaanlage stecken

Mehr als 600 Passagiere sind ohne Klimaanlage in einem Zug in der Prignitz in Brandenburg gestrandet. Drei Menschen kamen mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus, wie Kreisbrandmeister Christian Reisinger mitteilte. Ein Baum war bei einem Sturm am frühen Samstagabend auf eine Oberleitung gefallen und der Zug der tschechischen Bahn (České dráhy), der von Hamburg nach Prag fahren sollte, verlor seinen Fahrstrom.

Ohne Strom fiel außerdem die Klimaanlage aus und die Türen blieben verschlossen, wie es hieß. Die Einsatzkräfte öffneten die Türen, mussten dafür etwa Bäume aus dem Weg sägen. Im Zug, in dem es laut Reisinger mittlerweile etwa 40 Grad hatte, sichteten die Einsatzkräfte die circa 630 Passagiere. Zwei Menschen kamen mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus. Zuerst hatte die Märkische Allgemeine berichtet. (dpa)

Zugverkehr in NRW weiter beeinträchtigt

Wegen der Hitze ist der Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen weiterhin stark beeinträchtigt. Das Bahnunternehmen National Express, das im bevölkerungsreichsten Bundesland zahlreiche Regionallinien betreibt, meldete am Sonntag Probleme unter anderem im Großraum Essen und am Knoten Düsseldorf Hauptbahnhof. Am Samstag hatte der Betreiber zeitweise alle Linien eingestellt.

Der Verkehr sollte nach Angaben des Unternehmens um 19.00 Uhr wieder planmäßig anlaufen, wie der WDR berichtete, kam es jedoch bis spätabends weiterhin zu Problemen. Am Sonntagmorgen rollten auf den meisten Verbindungen dann wieder die Züge. Ein defektes Stellwerk in Düsseldorf oder beschädigte Signale zwischen Hagen und Wuppertal sorgten aber weiterhin für Verspätungen und Zugausfälle. Auch auf Linien anderer Betreiber kam es zu Beeinträchtigungen. (afp)

BVG: Einzelne Ausfälle von Klimaanlagen, System aber stabil

Die Berliner Verkehrsbetriebe haben die große Hitze mit Rekordtemperaturen am Samstag eigenen Angaben zufolge gut überstanden. Das System sei insgesamt stabil gelaufen, sagte ein BVG-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Zwischen Nollendorfplatz und Warschauer Straße habe das Unternehmen am Samstagnachmittag zeitweise die U1 nicht fahren lassen und bei der U3 einen Zehn-Minuten-Takt angeboten – als vorsorgliche Entlastungsmaßnahme für die Infrastruktur. Bei Bussen und Trams habe es vereinzelt Probleme mit den Klimaanlagen gegeben, die betroffenen Fahrzeuge seien ausgetauscht worden. Zu nennenswerten Ausfällen sei es dadurch nicht gekommen, sagte der Sprecher. (dpa)

Zwei Männer sterben beim Baden in Berlin

In Berlin sind am Samstag zwei Menschen bei Badeunfällen gestorben. Wie die Polizei mitteilte, entdeckte eine Gruppe in einem Schlauchboot gegen 13.00 Uhr eine leblose Person im Jungfernheideteich in Charlottenburg. Die Menschen im Schlauchboot holten den 42-jährigen Mann demnach aus dem Wasser und begannen mit Reanimationsmaßnahmen. Der alarmierte Rettungsdienst führte diese fort, musste aber nach Angaben der Polizei noch vor Ort den Tod des Mannes feststellen. Der zweite Vorfall ereignete sich am Tempelhofer Hafen. Dort wurde ein 51-Jährige leblos im Wasser treibend entdeckt. Nach Angaben der Polizei holten Feuerwehrleute den Mann aus dem Wasser, konnten dann aber nur noch den Tod feststellen. (dpa)

Hitzewelle: Frankreich verzeichnet etwa 1.000 zusätzliche Todesfälle

In Frankreich haben die Gesundheitsbehörden während der aktuellen Hitzewelle seit Mittwoch etwa 1.000 zusätzliche Todesfälle im Vergleich zu den Vormonaten verzeichnet. Laut einer Mitteilung der Gesundheitsbehörde Santé publique France vom Sonntag starben vor allem ältere Menschen ab 65 Jahren. Die Zahlen seien vorläufig und wahrscheinlich zu niedrig angesetzt, hieß es. Nach elf Tagen außergewöhnlicher Hitze mit mehr als 40 Grad in vielen Teilen des Landes sanken die Temperaturen in Frankreich am Sonntag derweil wieder etwas.

Die größte Zunahme wurde den Angaben zufolge bei den Todesfällen in der eigenen Wohnung registriert. Besonders betroffen war dabei die Region Île-de-France, zu der auch die Hauptstadt Paris gehört. Dies sei eine Erinnerung daran, wie wichtig Solidarität gegenüber denjenigen Menschen sei, die isoliert lebten oder in tiefer Einsamkeit, auch in urbanen Regionen, erklärte die Gesundheitsbehörde. Unter der aktuellen Hitzewelle leiden weite Teile Europas. Ihre Intensität hängt nach Einschätzung von Wissenschaftlern mit dem Klimawandel zusammen. (afp)

Waldbrand in Gebiet mit Kampfmitteln in Rheinland-Pfalz

Wegen eines Brandes in einem Waldgebiet läuft ein großer Einsatz in Rheinland-Pfalz. In der Nacht wurden deswegen auch Teile des Ortes Traisen südwestlich von Bad Kreuznach geräumt, wie der Kreis Bad Kreuznach mitteilte. Zunächst war laut Kreis am Samstagnachmittag ein Waldbrand in einem Steilhang in der Nähe von Traisen ausgebrochen. Weil es sich bei der Fläche um ein Kampfmittelgebiet handele, seien die Löscharbeiten unterbrochen worden. Der Kampfmittelräumdienst wurde verständigt.

In der Folge wurden am späten Samstagabend erst einzelne Gebäude in unmittelbarer Nähe zu dem Waldbrand geräumt, in der Folge entschieden die Einsatzkräfte, mehrere Straßen im nördlichen Teil Traisens zu räumen. Menschen mussten bis 2.00 Uhr in der Nacht Gebäude in einem Radius von einem Kilometer um den Brand verlassen, eine Notunterkunft wurde eingerichtet. Es bestehe derzeit keine Gefahr für die Häuser im Evakuierungsgebiet, die Räumung erfolge vorsorglich, betonte der Kreis. Am Morgen sagte eine Sprecherin des Kreises, der Einsatz laufe noch. (dpa)

Unwetter und Hitze im Norden erwartet

Menschen in Hamburg und Schleswig-Holstein können sich zum Ende der Woche auf starke Hitzebelastung und Unwetter einstellen. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte, ist jedoch eine Abkühlung in Sicht. Am Morgen kann es zu teils schweren Gewittern mit Starkregen, schweren Sturmböen und Hagel kommen. Lokal seien auch orkanartige Böen mit bis zu 115 Kilometern pro Stunde möglich. Im Laufe des Tages ziehen die Gewitter in Richtung Nordosten ab. Tagsüber bleibt es meist freundlich.

Der DWD warnt vor extremer Hitze. Die Temperaturhöchstwerte liegen zwischen 30 und 35 Grad. In der Nacht zu Montag rechnet der DWD im Norden mit Schauern und teils starken Gewittern. Die Temperaturen fallen dann auf Tiefstwerte von bis zu 17 Grad. Im Verlauf des Montags kommt vermehrt die Sonne zum Vorschein. Die Temperaturen fallen auf Höchstwerte zwischen 23 und 27 Grad. (dpa)

42 Grad vorausgesagt

Ein Temperaturrekord von 41,5 Grad und der nächste Höchstwert ist schon in Sicht: Für Sonntag sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) Temperaturen von bis zu 42 Grad voraus, aber es drohen auch landesweit heftige Gewitter. Heute erwartet der DWD Unwetterpotential durch heftigen Starkregen, schwere Sturmböen und großen Hagel. Auch extremes Unwetter mit bis zu 50 Litern pro Quadratmeter sei nicht ausgeschlossen.

In der Nacht zum Montag werden erneut schwere Gewitter mit Starkregen erwartet. Für den Sonntag sagt der DWD Höchstwerte im Osten und Südosten von 39 bis 41 Grad voraus, in der Lausitz bis 42 Grad. In den übrigen Teilen Deutschlands werden 32 bis 38 Grad erwartet, an der Küste könnte es kühler werden. Der gerade erst aufgestellte Temperaturrekord von 41,5 Grad könnte also erneut gebrochen werden. (dpa)

Neue Rekorde

Nach vorläufigen Angaben des DWD war am Samstag mit 41,5 Grad die höchste Temperatur registriert worden, die jemals in Deutschland gemessen wurde. Der vorläufige Höchstwert wurde um 16.20 Uhr in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt gemessen, wie der Wetterdienst auf Anfrage mitteilte. Der Hitzerekord für Deutschland war schon am Freitag gefallen, als in Saarbrücken-Burbach 41,3 Grad gemessen wurden. Es handelt sich allerdings ebenfalls um vorläufige Werte – sie könnten vom Wetterdienst im Nachhinein noch korrigiert werden. Zuvor hatte der Höchstwert bei 41,2 Grad Celsius gelegen, gemessen am 25. Juli 2019 in Tönisvorst und Duisburg-Baerl in Nordrhein-Westfalen.

Der DWD teilte gleich mehrere bundesweite Rekorde mit: An 46 Stationen wurden mindestens 40,0 Grad gemessen. An insgesamt 250 Stationen wurden so hohe Werte gemessen wie nie zuvor. Zudem wurden an 211 weiteren Stationen Rekordwerte für Juni gemessen. Zahlreiche Bundesländer vermeldeten ebenfalls Rekordgradzahlen. (dpa)

Hohe Waldbrandgefahr in Brandenburg und Berlin

Die anhaltende Trockenheit sorgt in fast allen Landkreisen in Brandenburg am Sonntag für eine hohe Waldbrandgefahr, wie das Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz mitteilte. In den Kreisen Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Märkisch-Oderland, Spree-Neiße mit Cottbus und Teltow-Fläming herrscht sogar eine sehr hohe Gefahr. Lediglich in der Prignitz wird die Gefahr auf einen mittleren Wert eingestuft. Auch innerhalb Berlins reicht die Waldbrandgefahr laut Waldbrandgefahrenindex des DWD je nach Bezirk von mittel bis sehr hoch. (dpa)

Hitzeschäden: Keine Straßenbahnen in Leipzig bis Montag früh

Aufgrund von Hitzeschäden fahren bis zum frühen Montagmorgen in Leipzig keine Straßenbahnen. Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) stellen den Straßenbahnverkehr wegen Hitzeschäden an Schienen und Weichen bis Montagmorgen um 3.30 Uhr ein, wie das Unternehmen mitteilte. Zunächst hatten die LVB den Betrieb nur bis in die Nacht zum Sonntag eingestellt, der Zeitraum wurde jetzt verlängert.

Die hohen Temperaturen sorgten demnach an vielen Stellen im Netz dafür, dass Fugenmasse für Asphalt und Beton in Weichen und Schienen lief und dort verklumpte. Ein sicherer Straßenbahnbetrieb sei derzeit nicht möglich, hieß es. Von der Einstellung sind sämtliche Straßenbahnlinien in der sächsischen Stadt betroffen. Busse sollen so weit wie möglich planmäßig fahren. Fahrgäste sollten sich vor Fahrtantritt über aktuelle Verbindungen informieren. (dpa)

Feuerwehr bekämpft Waldbrand in der Gohrischheide

Die Feuerwehr hat in der Nacht versucht, den erneuten Waldbrand in der Gohrischheide an der Landesgrenze von Sachsen und Brandenburg unter Kontrolle zu bringen. Die Einsatzkräfte wollten verhindern, dass für Sonntag angesagter böiger Wind zu Funkenflug und neuen Brandausbrüchen führen kann. Das Feuer hatte sich am Samstagnachmittag entwickelt und schnell ausgebreitet. Erst vor einem Jahr hatte es in der Gohrischheide den größten Waldbrand seit Jahrzehnten in Sachsen gegeben.

Das Gebiet im Landkreis Meißen ist munitionsbelastet, was Löscharbeiten erschwert. Ortschaften waren von dem Feuer zunächst nicht bedroht. In Sachsen herrschen derzeit große Hitze und Trockenheit. Im Laufe des Sonntags sollen nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienst starke Gewitter aufziehen. (dpa)

Hitze treibt Hamburgs Trinkwasserverbrauch auf Jahreshoch

Heiße Temperaturen treiben den Trinkwasserverbrauch in Hamburg in die Höhe. Am Mittwoch wurde mit 412,20 Millionen Litern (oder 412.195 Kubikmetern) der diesjährige Tageshöchstwert erreicht, wie ein Sprecher von Hamburg Wasser mitteilte. „Die jetzigen Verbräuche sind – noch – im Bereich der saisonal zu erwartenden Schwankungen.“

Bei den Spitzenabgaben sei immer auch relevant, wann die heißen Temperaturen auftreten. „Im Juni sind sie bei solchem Wetter quasi vorprogrammiert, weil noch nirgendwo Sommerferien sind“, teilte der Sprecher mit. Im Juli oder August auf müssen solche Spitzen nicht unbedingt auftreten. Beispielsweise waren 2023 bereits am 7. Juni Spitzenwerte erreicht und 413.000 Kubikmeter am Tag verbraucht worden (1. Juli 2025: 418.000 Kubikmeter). (dpa)

Drohendes Gewitter: Philharmoniker verkürzen Konzert

Wegen eines drohenden Gewitters haben sich die Berliner Philharmoniker mit ihrem Konzert in der Waldbühne beeilt. Erst wurde die Pause verkürzt, dann wäre fast noch die berühmte Zugabe „Berliner Luft“ ausgefallen – gespielt hat das Orchester das Lied von Paul Lincke dann doch, das Publikum sollte währenddessen aber bereits die Arena verlassen. Das Spitzenorchester beendet mit dem Freiluftkonzert traditionell seine Saison. Die Waldbühne mit ihren rund 22.000 Plätzen war ausverkauft, auf der Bühne stand auch Startenor Jonas Kaufmann.

Wegen der Sommerhitze war die Kleiderordnung für die Musikerinnen und Musiker gelockert worden. „Die Herren treten ohne Jackett auf, dafür mit einem schwarzen Hemd als Oberteil“, hatte eine Sprecherin angekündigt. Das Oberteil der Damen musste nur bis zum Ellenbogen reichen und nicht langärmelig sein. Im Publikum hatten sich viele mit Fächern gegen die Hitze gewappnet. Chefdirigent Kirill Petrenko dirigierte etwa Werke von Ottorino Respighi und Giuseppe Verdi. Im Laufe des Abends waren einige Blitze am Himmel zu sehen. Das Konzert wurde auch im Fernsehen und im Radio übertragen. (dpa)

Karl-May-Spiele Bad Segeberg feiern Premiere

Bei großer Hitze haben die Karl-May-Spiele in Bad Segeberg begonnen. Das diesjährige Stück „Im Tal des Todes“ bietet wieder eine Mischung aus wilden Kämpfen mit Schießereien und Explosionen, aber auch fröhlichen Feiern mit Tanz und Musik. Die Hitze bedeutete zur Premiere mit mehr als 7.000 Zuschauern eine Belastung für Darsteller und Publikum. „Hitze ist mir lieber als schlechtes Wetter“, hatte „Old Shatterhand“ Bastian Semm bereits während der Proben gesagt. In der Arena am Segeberger Kalkberg wird es bei Sonneneinstrahlung schnell sehr heiß. Er habe überall Wasserflaschen deponiert, auf die er in seinen Pausen zurückgreife, so Semm. (dpa)

Temperaturrekord für Berlin: 39,9 Grad in Tempelhof

Der Temperaturrekord für Berlin ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) geknackt worden. In Berlin-Tempelhof sind nach vorläufigen Angaben 39,9 Grad Celsius gemessen worden, wie der DWD mitteilte. Der bisherige Rekord für Berlin wurde am 7. August 2015 mit 38,9 Grad in Berlin-Kaniswall im Bezirk Treptow-Köpenick gemessen. (dpa)

40,8 Grad – Temperaturrekord für Brandenburg

Der Temperaturrekord für Brandenburg ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes geknackt worden. In Baruth (Landkreis Teltow-Fläming) sind am Samstag gegen 16.00 Uhr nach vorläufigen Angaben Temperaturen von 40,8 Grad Celsius gemessen worden, wie der DWD mitteilte. Bisher lag der Brandenburger Rekord in Cottbus, wo am 19. Juni 2022 38,9 Grad gemessen wurden. (dpa)

Extreme Wetterlagen werden häufiger

Seit Tagen sorgt eine Hitzewelle in Deutschland für Temperaturen bis an und über die 40-Grad-Marke und lässt die Menschen kräftig schwitzen. Die Belastung ist auch deshalb so groß, weil die Temperaturen aktuell nachts keine wirkliche Abkühlung bringen. Extreme Wetterlagen wie diese sind wegen der Klimakrise hierzulande häufiger geworden – und dürften noch weiter zunehmen. Zahlen des Wetterdienstes belegen, dass die durchschnittliche Zahl der Tage mit Temperaturen über 30 Grad in Deutschland zugenommen hat.

Trotz starker Schwankungen zwischen den Jahren sei der Trend insgesamt deutlich steigend, betont das Umweltbundesamt. Hitzewellen sind weltweit aufgrund des Klimawandels intensiver und auch wahrscheinlicher geworden. Eine allgemeingültige Definition einer Hitzewelle gibt es nicht. Der Deutsche Wetterdienst beschreibt eine Hitzewelle als eine mehrtägige Periode mit ungewöhnlich hoher Wärmebelastung. Insbesondere für alte und kranke Menschen bedeuten Hitzewellen ein großes Risiko für die Gesundheit. (dpa)

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