+++ Corona News vom 5. Mai +++: Forderung nach Corona-Elternzeit

DIW-Forscher*innen fordern Entlastung von Familien. NRW erlaubt ab Sonntag wieder Besuche in Pflegeheimen. Die Nachrichten zum Coronavirus im Live-Ticker.

Ein Vater mit Kind auf dem Arm

Eher die Ausnahme: in erster Linie sind Mütter vom Betreuungsnotstand betroffen Foto: Carolin Weinkopf/dpa

Den Live-Ticker bearbeiten Klaudia Lagozinski und Anselm Denfeld.

Besuche in Pflegeheimen in NRW ab Sonntag wieder möglich

15.30 Uhr: Bewohner in nordrhein-westfälischen Alters-und Pflegeheimen dürfen ab kommenden Sonntag (10. Mai) wieder Besuch von Familienangehörigen und Freunden bekommen. Das seit Mitte März geltende Besuchsverbot werde aufgehoben, teilte das NRW-Gesundheitsministerium am Dienstag mit. Es sind aber strenge Auflagen für Besuche vorgesehen. (dpa)

Nach der ersten Welle: Weniger Infektionen, wenig Infos

15.20 Uhr: Die Zahl der täglichen deutschen Corona-Fälle sinkt weiter. Wo sich die Menschen anstecken, ist unbekannt. Politiker agieren im Vorwahlkampfmodus. Malte Kreutzfeld und Anja Maier berichten über die aktuelle Lage der Pandemie in Deutschland. (taz)

Forscher fordern Corona-Elternzeit für überlastete Familien

15.08 Uhr: Wirtschaftsforscher fordern zur Entlastung von erwerbstätigen Müttern und Vätern die Einführung einer Corona-Elternzeit, verbunden mit einem Corona-Elterngeld. Nach dem am Dienstag in Berlin vorgestellten Reformvorschlag des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sollten berufstätige Alleinerziehende sowie Familien, in denen beide Eltern gemeinsam mehr als 40 Stunden arbeiten, eine Reduzierung der individuellen Arbeitszeit beantragen können, um ihre Kinder zu betreuen.

Bei Paaren sollte die Leistung an die Bedingung geknüpft werden, dass beide Elternteile ihre Arbeitszeit reduzieren, hieß es weiter. „So könnte vermieden werden, dass bestehende Geschlechterungleichheiten bei der Aufteilung der Sorge- und Erwerbsarbeit verschärft werden“, sagte DIW-Forscherin Katharina Wrohlich. Wie eine aktuelle DIW-Studie zeigt, dürften von den Mehrbelastungen im Haushalt in erster Linie die Mütter betroffen sein. (epd)

Berliner Senat beschließt Prämie für „Corona-Helden“

14.06 Uhr: Tausende in der Pandemie besonders geforderte Berliner Landesbeschäftigte können sich über eine steuerfreie Prämie freuen. Eine entsprechende Regelung beschloss der Senat am Dienstag. Das Geld soll unter anderem an Polizisten, Feuerwehrleute, Mitarbeiter von Gesundheitsämtern sowie an Erzieherinnen der Notbetreuung gehen. Insgesamt rechnet der Senat damit, dass bis zu 25.000 Beschäftigte in den Genuss der sogenannten Leistungsprämie kommen. Über die genaue Höhe im Einzelfall können die betroffenen Dienststellen selbst entscheiden, die Obergrenze liegt bei 1.000 Euro. (dpa)

WHO fordert Prüfung von Lungenentzündungen Ende 2019

13.56 Uhr: Nach Bekanntwerden einer potenziellen Covid-19-Erkrankung in Frankreich bereits im Dezember ruft die Weltgesundheitsorganisation WHO auch andere Staaten dazu auf, ähnliche Krankheitsfälle von Ende 2019 nachträglich zu prüfen. Es sei möglich, dass sich noch mehr Patienten mit einer Lungenentzündung als frühe Covid-19-Fälle entpuppen, sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier am Dienstag in Genf.

Eine am Montag veröffentlichte Studie französischer Wissenschaftler legt nahe, dass in Frankreich am 27. Dezember ein Mann behandelt wurde, der Covid-19 hatte. WHO-Sprecher Lindmeier sagte, das Ergebnis der Studie sei nicht überraschend. Diese Fälle zu entdecken, würde aber dazu beitragen, dass die Welt sich ein „neues Bild“ des Ausbruchs machen könnte. (rtr)

Müller erklärt riesigen Finanzbedarf in Entwicklungsländern

13.41 Uhr: Entwicklungsminister Gerd Müller fordert für die internationale Bekämpfung der Pandemie 3 Milliarden Euro in seinem Haushalt für 2020. Eine Milliarde des „Corona-Sofortprogramms“ finanziere man durch Umstrukturierungen im Haushalt, sagte Müller am Dienstag in Berlin. Aber der Finanzbedarf sei dreimal so groß. So fordert das Entwicklungsministerium Geld für die bessere Ausstattung der Gesundheitssysteme in Entwicklungsländern, für Kampf gegen Hungerkatastrophen infolge der Krise, Stabilisierung von Krisenregionen und Jobsicherung. Müller warnte vor einem Kollaps von Staaten gerade in Afrika. (rtr)

Österreichs Neuinfektionen steigen trotz Lockerungen wenig

13.41 Uhr: In Österreich gibt es der Regierung zufolge nach der ersten schrittweisen Lockerung nach Ostern keinen merklichen Anstieg der Infektionszahlen. „Die erste Phase der Öffnung haben wir gut bewältigt“, sagt Gesundheitsminister Rudolf Anschober, Grüne. Nachdem es anfangs tägliche Steigerungsraten der Neuinfektionen von über 40 Prozent gegeben habe, würden sie nun bei 0,2 Prozent liegen. Zugleich appelliert der Minister an die Bevölkerung, vorsichtig zu bleiben. (rtr)

13.26 Uhr: Berater des Bundeswirtschaftsministeriums raten zu kürzeren Sommerferien. „Eine Verkürzung der Sommerferien scheint uns sinnvoll“, sagt Regina Riphahn vom Wissenschaftlichen Beirat bei der Vorstellung eines Schreibens an das Ministerium. Damit könne zumindest ein Teil der verlorenengegangenen Unterrichtszeit nachgeholt werden. (rtr)

Häusliche Gewalt in Russland drastisch gestiegen

13.03 Uhr: Seit Beginn der strengen Ausgangsbeschränkungen in Russland ist die häusliche Gewalt dramatisch angestiegen. „Nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen ist die Zahl der Opfer häuslicher Gewalt um das 2,5-Fache gestiegen“, zitierte die Nachrichtenagentur Ria Nowosti die Menschenrechtsbeauftragte des Kreml, Tatjana Moskalkowa. Viele Frauen hätten angegeben, dass sie wegen der Ausgangsbeschränkungen keine Möglichkeit hätten, zu den Behörden zu gehen und um Hilfe zu bitten, berichtete Moskalkowa demnach.

Russland ist trotz eines strikten Lockdowns derzeit europaweit das Land mit den meisten Neuinfektionen. Am Dienstag wurden bereits den dritten Tag in Folge mehr als 10.000 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden vermeldet. (afp)

UN zum Mittelmeer: EU muss Rettungsmechanismus finden

12.56 Uhr: Die Internationale Organisation für Migration hat sich sehr besorgt über das Schicksal von 78 festsitzenden Menschen auf dem Handelsschiff „Marina“ im Mittelmeer geäußert. Das Handelsschiff mit geschwächten Geflüchteten an Bord erhalte keine Erlaubnis zum Einlaufen in einen Seehafen, sagte die IOM-Sprecherin Safa Msehli am Dienstag in Genf dem Evangelischen Pressedienst.

Die EU-Staaten müssten einen klaren und sicheren Mechanismus finden, damit aus Seenot gerettete Migranten und Flüchtlinge an Land gehen können. Im Zuge der Pandemie schlossen Länder in Europa ihre Grenzen, auch Seehäfen sind weitgehend gesperrt. (afp)

Lukaschenko lädt Staatschefs zu Militärparade ein

12.43 Uhr: Ungeachtet der weltweiten Pandemie will Staatschef Alexander Lukaschenko auch internationale Gäste zur Siegesparade zum Kriegsende nach Belarus (Weißrussland) einladen. Sein Land sei als eines der ersten Länder verwüstet worden. „Wir sind ein lebendiges Denkmal für diesen Krieg.“ sagte der Präsident der Agentur Belta zufolge. Zumindest die Staatschefs der Länder der ehemaligen Sowjetunion sollten am 9. Mai in Minsk feiern.

Lukaschenko hat die Pandemie immer wieder als „Psychose“ heruntergespielt, obwohl die Zahl der Infektionen auch in dem osteuropäischen Land massiv steigt. Nach offiziellen Angaben haben sich bereits rund 18.350 Menschen angesteckt. (rtr)

Prost! Foto: Peter Kneffel/dpa

Bayerns Biergärten öffnen in zwei Wochen

12.30 Uhr: Bayern beginnt in zwei Wochen mit der Öffnung in der Gastronomie. Vom 18. Mai an dürfen Biergärten geöffnet und Tische im Freien besetzt werden, wie Ministerpräsident Markus Söder ankündigt. Vom 25. Mai an dürfen Gaststätten auch ihre Innenräume wieder öffnen, allerdings mit begrenzter Gästezahl, Hygiene-Vorschriften und Öffnungszeiten. Eine Woche danach – am Pfingstwochenende – sollen auch Hotels und Ferienwohnungen wieder öffnen dürfen. (rtr)

Großbritannien hat die meisten Todesfälle in Europa

11.09 Uhr: In Großbritannien sind mehr als 32.000 Menschen mutmaßlich an der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben – so viele wie sonst nirgends in Europa. Das nationale Statistikamt ONS teilt mit, dass in Englang, Wales Schottland und Nordirland insgesamt 32.313 Tote gezählt wurden. Das sind mehr als in Italien, das bislang die meisten Todesfälle in der Pandemie in Europa verzeichnet hat. (rtr)

Bereits 115 Impfstoffprojekte weltweit

11.00 Uhr: Die Zahl der Covid-19-Impfstoff-Projekte legt rasant zu. Nach Angaben des Verbands der forschenden Pharmaunternehmen (VFA) gibt es weltweit inzwischen 115 Impfstoffprojekte. Sieben würden maßgeblich in Deutschland vorangetrieben, dabei handele es sich um Forschungen der Biotechunternehmen BioNTech, CureVac, Prime Vector Technologies, Artes Biotechnology sowie zwei Projekte des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung. Zehn Impfstoffkandidaten würden weltweit bereits in klinischen Studienprogrammen mit Freiwilligen getestet. In Deutschland hat Biontech die erste klinische Studie gestartet. (rtr)

Ein Flugzeug startet in den Sonnenuntergang

Neben Marineschiffen sollen auch Flugzeuge die Inder*innen nach Hause bringen Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Indien beginnt Repatriierung hunderttausender Landsleute

10.56 Uhr: Nach langem Zögern beginnt Indien am Donnerstag mit der Repatriierung hunderttausender im Ausland gestrandeter indischer Arbeiter und Studenten. Drei Marineschiffe seien bereits auf dem Weg zu den Malediven und den Vereinigten Arabischen Emiraten, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Im März hatte Indien alle Flüge aus dem Ausland verboten. Hunderttausenden indischen Arbeitern sowie Studenten im Ausland blieb damit eine Rückkehr verwehrt.

Trotz massiven Drängens anderer Staaten weigerte sich Neu-Delhi aber bislang, ihre Rückkehr zu organisieren – aus Sorge, der Herausforderung nicht gewachsen zu sein, Millionen Menschen zurückholen und für ihre Quarantäne sorgen zu müssen. Allein in den Vereinigten Arabischen Emiraten leben 3,3 Millionen Inder. Viele von ihnen verloren in der Pandemie ihre Arbeit oder wurden krank und stehen nun gänzlich ohne Unterstützung da. (afp)

Entwicklung der Infektionszahlen laut RKI „sehr gut“

10.11 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) beurteilt die Entwicklung der Zahl der Infektionen positiv. „Die Zahl der übermittelten Infektionsfälle sinkt weiter. Das ist eine sehr gute Nachricht“, sagt RKI-Präsident Lothar Wieler in Berlin. In der vergangenen Woche seien täglich zwischen 700 bis 1.600 Fälle an das RKI gemeldet worden. Am Montag waren es 685. Die Reproduktionsrate werde auf 0,71 geschätzt. (rtr)

Wieder über 10.000 Neuinfektionen in Russland

9.57 Uhr: In Russland sind in den vergangenen 24 Stunden 10.102 Neuinfektionen registriert worden. Damit sei bei insgesamt 155.370 Menschen im ganzen Land das Virus nachgewiesen worden. 95 weitere Menschen seien im Zusammenhang mit einer Infektion gestorben, die Gesamtzahl der Todesopfer liege damit bei 1.451. Das Land hat derzeit die höchste Reproduktionsrate Europas. (rtr)

Spahn steht trotz Kalou-Video hinter DFL-Hygienekonzept

9.25 Uhr: Auch nach dem Video von Hertha-Profi Salomon Kalou hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, CDU, keinen Zweifel am Hygiene-Konzept der Deutschen Fußball Liga (DFL). „Das grundsätzliche Konzept macht Sinn und kann auch Vorbild sein im Übrigen für andere Profisport-Bereiche. Aber dann muss es auch gelebt werden“, sagte der Politiker im Deutschlandfunk. Kalou hatte am Montag über Facebook ein Video veröffentlicht, in dem er und andere gegen die von der DFL in ihrem Konzept gemachten Vorgaben verstießen.

Am Mittwoch soll bei einer Konferenz von Bund und Ländern entschieden werden, ob und – wenn ja – wann die Bundesliga und die 2. Bundesliga ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen darf. Dafür hat die DFL ein Hygienekonzept mit Serientests ausgearbeitet. (dpa)

Der Gesundheitsminister

Der offenbar sportverrückte Bundesgesundheitsminister Foto: Marijan Murat/dpa

Jens Spahn pocht auf einheitliches Vorgehen der Länder

7.30 Uhr: Nach dem Vorpreschen einzelner Bundesländer bei der Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen plädiert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für ein gemeinsames Vorgehen. Er verstehe die Debatte, aber es sei genauso wichtig, „dass wir auch Verlässlichkeit und Vertrauen geben durch klare Kriterien und ein gemeinsames Vorgehen“, sagt der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. (rtr)

Seehofer ordnet Verlängerung der Grenzkontrollen an

6.49 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer, CSU, hat eine Verlängerung der Grenzkontrollen zu den fünf Nachbarstaaten Österreich, Schweiz, Frankreich, Luxemburg und Dänemark angeordnet. Auch Flugpassagiere aus Spanien und Italien werden weiterhin kontrolliert. Die Kontrollen an den europäischen Binnengrenzen wurden bis zum 15. Mai verlängert. (dpa)

Weniger Einbrüche während der Pandemie

5.06 Uhr: Derzeit wird deutlich weniger in Wohnungen eingebrochen. Dieser Trend, der sich schon im März abgezeichnet hatte, setzt sich im April fort, wie eine Länder-Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zeigt. Während vom 1. März bis 26. April 2019 genau 3.856 Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl im bevölkerungsreichsten Bundesland registriert wurden, waren es laut NRW-Innenministerium im gleichen Zeitraum dieses Jahres 2.336. Das entspricht einem Rückgang von fast 40 Prozent. Ein Grund dafür dürfte nach Einschätzung der Fachleute sein, dass sich die Menschen viel mehr als sonst zu Hause aufhalten. Außerdem sei es durch den allgemeinen Shutdown auch schwerer als sonst, Diebesgut zu verkaufen. (dpa)

Deutschland: 685 Neuinfektionen, 139 neue Todesfälle

4.32 Uhr: In Deutschland ist die Zahl der festgestellten Infektionen um 685 auf 163.860 gestiegen, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilt. Die Zahl der Covid-19-Todesfälle legt um 139 auf 6.831 zu. (rtr)

Dreyer fordert klare Regeln für Gastronomie und Bildung

3.48 Uhr: Vor der Konferenz der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin über eine Lockerung der Beschränkungen am Mittwoch pocht die rheinland-pfälzische Regierungschefin Malu Dreyer, SPD, auf einen Fahrplan für die Gastronomie, Schulen und Kitas. Bund und Länder müssten den Gastronomen „klar sagen, womit sie rechnen können, wenn das Infektionsgeschehen weiterhin niedrig bleibt“, sagt Dreyer den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Wir brauchen ein Stufensystem mit klar nachvollziehbaren Wenn-dann-Regeln.“ Außerdem fordert Dreyer ein Schul- und Kitakonzept „mit klarem Zeitplan“. (rtr)

Fluggesellschaft United kürzt Manager*innen-Gehälter

1.53 Uhr: Die US-Fluggesellschaft United Airlines kündigt Kürzungen um 30 Prozent auf Management-Ebene und im Verwaltungsbereich an. Dies geht aus einer Mitteilung des Unternehmens an die Mitarbeiter hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. United gehört zu den Fluglinien, die die Lohn- und Gehaltshilfen der US-Regierung akzeptiert haben, wodurch ein Stellenabbau bis zum 30. September ausgeschlossen ist. United geht davon aus, dass sich die infolge der Coronavirus-Pandemie eingebrochene Reisenachfrage bis zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich nicht erholt haben werde, wodurch das Unternehmen zu den Kürzungen gezwungen sei. (rtr)

Mehr als 250.000 Tote weltweit

1.01 Uhr: Laut Zählungen der Nachrichtenagentur Agence France Presse sind mittlerweile über 250.000 Menschen an der Coronavirus-Infektion gestorben. (afp)

Forscher in Israel isolieren erstmals Coronavirus-Antikörper

0.41 Uhr: In Israel haben Forscher Coronavirus-Antikörper isoliert. Der Schritt sei ein „bedeutender Durchbruch“ in Richtung einer möglichen Behandlung der Covid-19-Pandemie, sagt Verteidigungsminister Naftali Bennett. Der am Israel Institute for Biological Research (IIBR) entwickelte „monoklonale neutralisierende Antikörper“ könne das krankheitserregende neuartige Coronavirus in den Körpern der Träger neutralisieren“, erklärt Bennett. (rtr)

Esken: Schulunterricht bleibt auch im Herbst eingeschränkt

0.00 Uhr: Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken rechnet mit Einschränkungen im Unterricht auch im neuen Schuljahr. „Ein ‚normaler‘ Unterricht ist derzeit undenkbar, auch nicht im neuen Schuljahr“, sagt sie der Süddeutschen Zeitung. Esken rechnet damit, dass die Schulen wegen des Abstandsgebots auch nach den Sommerferien lediglich einen Schichtunterricht in kontrollierbaren kleinen Gruppen anbieten können, begleitet von digital gestützten Lernangeboten für zu Hause. (rtr)

Tägliche Totenzahlen sollen laut US-Behörde erneut steigen

0.00 Uhr: Ein internes Dokument der US-Seuchenbehörde CDC kommt nach einem Bericht der New York Times zu dem Ergebnis, dass Ende des Monats die Zahl der täglichen Coronavirus-Toten auf 3.000 steigen wird. Derzeit sind es nach Reuters-Zählung 2.000 täglich. (rtr)

Bundesliga startet wohl am 15. Mai – mit Geisterspielen

0.00 Uhr: Bund und Länder werden am Mittwoch mit großer Wahrscheinlichkeit den Weg für Geisterspiele der Fußball-Bundesliga frei machen und auch großen Geschäften wieder die Öffnung erlauben. Darauf einigen sich die Vertreter von Bund und Ländern nach Informationen von Reuters aus Verhandlungskreisen. Höchstwahrscheinlich werde ein Start der Bundesliga zum 15. Mai möglich werden, erfuhr Reuters von mehreren mit den Verhandlungen vertrauten Personen. (rtr)

Zwei Jugendliche stürmen ins Meer

Wenn keine zweite Welle kommt, könnte so auch der Sommerurlaub aussehen Foto: Stefan Sauer/dpa

Pfingsten: Mecklenburg-Vorpommern will Reisen erlauben

0.00 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern will angesichts geringer Neuinfektionen schon in der Woche vor Pfingsten auch Auswärtigen wieder Urlaub an der Ostsee erlauben. Das sieht ein Stufenplan zum Neustart des Gastgewerbes im Nordosten vor, auf den sich am Montagabend in Schwerin Vertreter von Landesregierung und Gastgewerbe in der gemeinsamen Task Force Tourismus verständigten.

Wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, SPD, nach den Beratungen mitteilte, sollen am 18. Mai auch Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen öffnen. Zum 25. Mai soll dann das seit Mitte März geltende Einreiseverbot für Touristen aus anderen Bundesländern aufgehoben werden. Mecklenburg-Vorpommern gilt als beliebtestes Reiseziel der Deutschen im Inland. (dpa)

Hier finden Sie die Live-Ticker der vergangenen Tage. Alle Texte der taz zum Thema finden sich in unserem Schwerpunkt Coronavirus.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

wir pausieren vorübergehend die Kommentarfunktion: Wir freuen uns darauf, bald wieder von Euch zu hören.

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Bis dahin wünschen wir Euch eine gute Zeit!
Eure taz