+++ Corona News vom 10. April +++: Corona-Ausbruch bei „Genesenen“

Südkoreanische Behörden melden, die Krankheit sei bei 91 bereits „Geheilten“ erneut ausgebrochen. Die Nachrichten zum Coronavirus im Live-Ticker.

Teststation für Einreisende nach Südkorea

Bisher war angenommen worden, dass Genesene immun werden. Teststation in Südkorea Foto: dpa

325 Corona-Tote in Belgien binnen eines Tages

15.19 Uhr: Die Zahl erfasster Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 ist in Belgien binnen eines Tages um 325 gestiegen. Hinzu kamen in der jüngsten Statistik 171 Todesfälle in Pflegeheimen aus der Zeit vom 18. bis 31. März, wie das zuständige Krisenzentrum am Freitag mitteilte. Die Gesamtzahl liegt nun bei 3019 Todesfällen. Belgien hat nur elf Millionen Einwohner. Zum Vergleich: Deutschland mit seinen 83 Millionen Einwohnern hat bislang etwa 2300 Todesfälle in Verbindung mit dem neuartigen Coronavirus registriert. (dpa)

Südkorea meldet mehr Corona-Ausbrüche bei Geheilten

14.40 Uhr: In Südkorea ist nach Angaben von Behörden bei 91 von einer Coronavirus-Infektion genesenen Menschen die Krankheit Covid-19 erneut ausgebrochen. Der Direktor des Koreanischen Zentrums für Krankheitsbekämpfung KCDC, Joeng Eun-kyeong, erklärt, es sei eher wahrscheinlich, dass das Virus „reaktiviert“ worden sei, als dass es sich um Neuinfektionen handele.Vergangenen Montag lag die Zahl der Menschen, bei denen nach überstandener Infektion das Virus erneut ausgebrochen ist, bei 51.

Vertreter des südkoreanischen Gesundheitswesens sagten, noch sei unklar, was sich hinter diesem Trend verberge. Epidemiologischen Untersuchungen würden derzeit fortgesetzt. Während der Professor für Infektionskrankheiten Kim Woo-joo davon ausgeht, dass die Zahl der Rückfälle steigen wird, bringen andere Experten falsche Testergebnisse als Ursache für den Trend ins Spiel.

Die Frage, ob sich von einer Infektion genesene Menschen erneut am Coronavirus anstecken können, ist von internationaler Bedeutung. Viele Länder setzen darauf, dass von einer Corona-Infektion geheilte Menschen eine Immunität gegen das Virus entwickeln und mit der Zeit ein genügend größer Bevölkerungsteil immun gegen die Krankheit ist, um ein Wiederaufleben der Pandemie zu verhindern. (rtr)

Forscher*innen: Schulöffnungen für Ältere bald möglich

14.24 Uhr: Die Forschungsgemeinschaft Leopoldina will in ihrer mit Spannung erwarteten Stellungnahme offenbar eine schrittweise Öffnung der Schulen inerhalb der nächsten Wochen empfehlen. Wie der Spiegel am Freitag berichtete, soll sich die Öffnung auf ältere Schüler beschränken, weil ihnen zugetraut werde, vernünftig mit Schutzmasken umzugehen und den nötigen Abstand zu halten.

Die Leopoldina gilt als wichtiger Berater der Bundesregierung, Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU, will die Stellungnahme mit in die gemeinsame Entscheidung mit den Ministerpräsidenten einfließen lassen. Die Bund-Länder-Beratungen darüber, welche Lockerungen nach den Osterferien in Deutschland möglich sind, finden am kommenden Mittwoch statt. (afp)

Nächster EU-Sondergipfel per Video am 23. April

14.14 Uhr: Wegen der Coronakrise hat die EU einen weiteren Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs per Videokonferenz einberufen. Wie EU-Ratspräsident Charles Michel am Freitag im Onlinedienst Twitter mitteilte, soll es bei den Beratungen am 23. April um die Bewältigung der Wirtschaftskrise wegen der Pandemie gehen. Die EU müsse die Grundlage für eine „robuste wirtschaftliche Erholung“ nach der Krise schaffen, forderte Michel. (afp)

Italien macht zu: Rettungsschiff sucht weiter nach Hafen

13.32 Uhr: Das deutsche Rettungsschiff „Alan Kurdi“ ist mit 150 Flüchtlingen an Bord weiterhin auf der Suche nach einem sicheren Hafen. Die Lage spitze sich weiter zu, es sei zur dauerhaften Beherbergung von 150 Menschen nicht geeignet, teilte die Organisation „Sea Eye“ am Karfreitag mit. Die Bitte der Crew nach dringend benötigten Lebensmitteln sei von der italienischen und der maltesischen Rettungsleitstelle abgelehnt worden. Aber es brauche Nachschub innerhalb der nächsten 48 Stunden, betonte Kapitänin Bärbel Beuse.

„Sea Eye“-Vorsitzender Gorden Isler sagte, es könne nicht sein, dass es angesichts der Corona-Pandemie „milliardenschwere Rettungspakete für die europäische Industrie“ gebe und gleichzeitig behauptet werde, „dass es für den Schutz von Migrantinnen und Migranten keine Ressourcen gibt“. Europa habe eine Situation zugelassen, in der humanitäre Katastrophen „mittlerweile miteinander konkurrieren und gegeneinander ausgespielt werden“. Die „Alan Kurdi“ suche nun nordwestlich von Sizilien Schutz gegen bevorstehende Unwetter.

Mehrere Seenotrettungsorganisationen kritisierten außerdem am Donnerstag einen Aufruf des Bundesinnenministeriums, die Rettung wegen der Corona-Pandemie einzustellen. (epd)

Seuchenexperte der US-Regierung warnt vor Lockerungen

13.25 Uhr: Der Seuchen-Experte der US-Regierung, Anthony Fauci, warnt vor einer voreiligen Lockerung der Coronavirus-bedingten Einschränkungen. Auch wenn es positive Entwicklungen in Infektions-Schwerpunkten wie New York gebe, sei es dafür zu früh, sagt er dem Sender CNN. (rtr)

Corona-Krise trifft Kirche finanziell hart

13.13 Uhr: Die Coronakrise verstärkt die Finanzierungsprobleme der Evangelischen Kirche in Deutschland. In einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte der Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm, „wir rechnen schon in diesem Jahr mit spürbar weniger Kirchensteuern“. Grund seien die Auswirkungen der Krise auf den Arbeitsmarkt, woraus sich die Steuereinnahmen maßgeblich ableiten. Eine Folge der derzeit ausfallenden Gottesdienste sei auch, dass die Kollekte entfalle. (dpa)

Der Disput der Virologen und Journalisten

12.20 Uhr: Der eine hat tolle News aus der Forschung im besonders vom Virus betroffenen Kreis Heinsberg. Der andere zerreißt diese Neuigkeiten in der Luft. taz-Redakteurin Heike Haarhoff hat einen Artikel über den wissenschaftlichen Diskurs über neue Erkenntnisse zum Coronavirus geschrieben. Professor Christian Drosten ist damit nicht zufrieden – der Twitterdiskurs folgt: (taz)

Weiter sinkende Zahl täglicher Todesfälle in Spanien

11.40 Uhr: In Spanien schwächt sich der Anstieg bei den Todesfällen infolge einer Coronavirus-Infektion weiter ab. Ihre Zahl stieg um 605 auf 15.843, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Damit fiel der Zuwachs erneut niedriger aus. Die Zahl der Infektionen legte um 4.576 auf 157.022 zu. (dpa)

Jubelnde Ärzt*innen vor einer Klinik in Barcelona

Jubelnde Ärzt*innen vor einer Klinik in Barcelona Foto: Matthias Oesterle/dpa

Bangladesch riegelt Distrikt mit Rohingya-Flüchtlingscamps ab

11.29 Uhr: Die Behörden in Bangladesch haben wegen der Corona-Pandemie den Distrikt Cox's Bazar abgeriegelt. In der südöstlichen Region liegen die Camps, in denen eine Million Rohingya-Flüchtlinge unter teils unmenschlichen Bedingungen lebt. Nur eine medizinische Notfallversorgung sowie das Verteilen von Nahrungsmitteln an die Flüchtlinge werde beibehalten, berichtete das Nachrichtenportal BDNews 24 am Freitag.

Noch gibt es in den überfüllten Flüchtlingslagern selbst keine bestätigten Covid-19-Infektionen. Hilfsorganisationen und Menschenrechtler warnen jedoch vor erhöhten Risiken für die Rohingya. Mehr als 740.000 von ihnen waren allein Ende August 2017 vor einer brutalen Offensive des Militärs in Myanmar ins benachbarte Bangladesch geflohen. Als eines der ärmsten Länder der Welt ist Bangladesch kaum für die Corona-Pandemie gerüstet. Am Freitagvormittag (MESZ) wurden laut der US-Universität Johns Hopkins landesweit 330 Infizierte und 21 Tote registriert. Fachleute gehen jedoch von weitaus höheren Zahlen aus. (epd)

Gesamtes Parlament von Botswana in Quarantäne

Auch der Präsident Mokgweetsi Eric Keabatswe ist in Quarantäne Foto: Markus Schreiber/ AP

11.22 Uhr: In Botswana hat sich das gesamte Parlament und Präsident Eric Masisi in Quarantäne begeben. Bei einer Parlamentssitzung am Mittwoch seien die Abgeordneten in Kontakt mit einer mit Covid-19 infizierten Mitarbeiterin gekommen, teilte die Regierung am Freitag mit. Die Behörden überwachten nun die Ausgangssperre, nachdem sich manche Abgeordneten nicht an freiwillige Absprachen gehalten hätten. In dem Land im südlichen Afrika wurden laut Weltgesundheitsorganisation bis Freitag sechs Corona-Infektionen und ein Todesfall registriert.

Erntehelfer vor Flüchtlingskindern

11.15 Uhr: Die wenigen Geflüchteten Kinder, die Deutschland aktuell von den griechischen Inseln aufnehmen, sollen erst in den nächsten Tagen eintreffen. (epd)

Erste Erntehelfer aus Rumänien sind bereits Donnerstag in Düsseldorf gelandet. Viele weitere werden folgen. (dpa)

Ausgangssperre in Italien wird bis zum 3. Mai verlängert

10.56 Uhr: Die italienische Regierung hat Medienberichten zufolge entschieden, die verhängte Ausgangssperre um drei Wochen bis zum 3. Mai zu verlängern. Wie italienische Medien am Freitag unter Berufung auf Gewerkschaftsangaben berichteten, verkündete Ministerpräsident Giuseppe Conte die Entscheidung am Donnerstagnachmittag bei einer Videokonferenz mit Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern. Eine offizielle Ankündigung und ein Dekret sollen demnach am Freitag oder Samstag folgen. (afp)

Opposition findet EU-Hilfen „beschämend“

10.15 Uhr: FDP und Grünen üben scharfe Kritik an der Einigung der Eurogruppen-Finanzminister. „Gemessen an nationalen Wirtschaftspaketen und den Konjunkturpaketen in den USA ist die Eurogruppen Einigung beschämend“, sagt der haushaltspolitische Sprecher der Grünen im Europaparlament, Rasmus Andresen, zu Reuters. Dagegen bemängelt der FDP-Finanzexperte Florian Toncar, dass sich die Eurogruppe nun „allein auf umfangreiche über Schulden finanzierte staatliche Programme fokussiert“ und die Idee von Eurobonds weiter auf der Agenda bleibe.

Stärkster Anstieg binnen eines Tages in Ungarn

8.55 Uhr: Ungarn meldet einen Anstieg der entdeckten Infektionsfälle um 210 auf 1.190. Das ist der bislang stärkste Zuwachs in dem Land an einem Tag. (rtr)

8.42 Uhr: Polen könnte nach Angaben der Regierung womöglich bereits in den kommenden Tagen den Höhepunkt der Epidemie erleben. Zuvor hatte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki erklärt, dass es erst im Mai oder Juni zum Höhepunkt der Infektionen kommen könnte. (rtr)

8.35 Uhr: Der französische Pharmakonzern Sanofi will 100 Millionen Dosen des Malaria-Medikaments Hydroxychloroquin zur Behandlung gegen das Coronavirus an 50 Länder spenden. Hydroxychloroquin wird als ein mögliches Mittel gegen die neue Atemwegserkrankung Covid-19 angesehen und gegenwärtig bei der Behandlung von Patienten getestet. (rtr)

Erster Fall im Jemen gemeldet
Gesundheitspersonal versprüht Desinfektionsmittel in Sanaa

Weniger martialisch, als es aussieht: Gesundheitspersonal versprüht Desinfektionsmittel in Sanaa Foto: Mohammed Mohammed/dpa

7.05 Uhr: Der Jemen hat den ersten Coronavirus-Fall in dem Bürgerkriegsland gemeldet. Er sei in der östlichen Region Hadhramaut aufgetreten, teilt das nationale Notfallkomitee auf Twitter mit. Der Patient werde medizinisch versorgt, sein Zustand sei stabil. Die Vereinten Nationen (UN) hatten vor schweren Folgen eines Coronavirus-Ausbruchs im Jemen gewarnt. Millionen Menschen sind in dem Land, das ohnehin zu den ärmsten der Erde zählt, von Hunger bedroht und mussten vor den Kämpfen fliehen. (rtr)

OPEC-Länder vereinbaren Produktionssenkung

Die größten Ölförderländer wollen deutlich weniger Öl fördern als bisher, um den Verfall des Ölpreises zu stoppen. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) und ihre Partnerländer vereinbarten am Freitagmorgen, die Produktion im Mai und Juni um zehn Millionen Barrel pro Tag zurückzufahren. Die in einer langen Videokonferenz erzielte Einigung kann nach Angaben der Opec aber erst in Kraft treten, wenn ihr auch Mexiko zugestimmt hat. (afp)

Wieder stärkerer Anstieg deutscher Infiziertenzahlen

6.20 Uhr: In Deutschland ist die Zahl der Todesfälle nach Angaben des Robert-Koch-Instituts um 266 auf 2.373 gestiegen. Mittlerweile wurden 113.525 Infektionsfälle bestätigt, 5.323 mehr als am Tag zuvor. Die Zahl der genesenen Patienten legte binnen 24 Stunden um 3.987 auf 53.913 zu. (rtr)

5.22 Uhr: Der US-Flugzeugbauer Boeing erwägt einem Zeitungsbericht zufolge den Abbau von etwa zehn Prozent der Stellen in dem Unternehmen. Dies könne über Abfindungen, Frühverrentungen und Kündigungen geschehen, berichtet das Wallstreet Journal. (rtr)

Demonstrantin vor Gefängnis

Eine Demonstrantin fordert Massenfreilassungen vor dem Cook County Gefängnis in Chicago Foto: Ashlee Rezin Garcia/dpa

Großer Virus-Ausbruch in US-Gefängnis

3.07 Uhr: Im größten Gefängnis von Chicago sind rund 450 Häftlinge und Wärter positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie die Behörden mitteilen. Es ist einer der größten Ausbrüche der Epidemie an einem einzelnen Ort innerhalb der USA. (rtr)

Die USA sind mit 465.275 gemeldeten Infektionsfällen und 16.643 Todesfällen (Johns Hopkins Universität) neben Spanien und Italien das am stärksten betroffene Land. taz-Journalist Malte Kreutzfeld spricht sich in Anbetracht der Todesfälle im US-Bundesstaat New York weiterhin dagegen aus, das Virus mit „einer gewöhnlichen Grippe“ zu vergleichen:

2.18 Uhr: Bei der US-Fluggesellschaft Delta Air Lines sind fast 35.000 Mitarbeiter bereit, sich in der Krise unbezahlt freistellen zu lassen. Das Unternehmen suche dennoch weitere Freiwillige, sagt Chef Ed Bastian. Man biete Freistellungen von bis zu zwölf Monaten an. (rtr)

1.55 Uhr: Festland-China meldet 42 neue Infektionen mit dem Coronavirus. Darunter seien 38 Reisende, die den Erreger in sich trügen, teilen die Gesundheitsbehörden mit. Zudem gebe es 47 neue asymptomatische Fälle. Am Vortag hatte China 63 neue Infektionen und 61 asymptomatische Fälle registriert. (rtr)

1.45 Uhr: Der UN-Sicherheitsrat hat in einer Videokonferenz erstmals über die Pandemie beraten. Das Gremium streitet allerdings noch darüber, ob es im Kampf gegen die Epidemie tätig werden soll. Vor allem die USA und China leisten dagegen Widerstand, wie Diplomaten berichten. UN-Generalsekretär Antonio Guterres macht sich indes dafür stark, dass der UN-Sicherheitsrat aktiv wird. Die Pandemie bedrohe Frieden und Sicherheit und könne soziale Unruhen und Gewalt auslösen, warnt er. „Ein Signal der Einheit und Entschlossenheit des Sicherheitsrates würde viel bedeuten in diesen Zeiten der Angst.“ (rtr)

0.00 Uhr: Die Bundesregierung rechnet nach einem Bericht des Focus damit, dass Hunderte bedrohte Unternehmen in Deutschland den Staat um eine zeitlich begrenzte Beteiligung bitten werden. Möglicherweise werde der Staat sich sogar bei mehr als 1000 Unternehmen beteiligen, wenn der Shutdown der Wirtschaft länger andauern sollte. Grundlage für die vorübergehenden Staatsbeteiligungen ist das Ende März verabschiedete Gesetz über den Wirtschaftsstabilitätsfond (WSF). (rtr)

Boris Johnson hat Intensivstation verlassen

0.00 Uhr: Der an einer Coronavirus-Infektion erkrankte britische Premierminister Boris Johnson befindet sich auf dem Weg der Besserung und hat am Donnerstag die Intensivstation eines Londoner Krankenhauses verlassen. Johnson sei am Abend von der Intensivstation auf die normale Station verlegt worden, teilte die britische Regierung mit. Dort werde er während der „frühen Phase seiner Genesung genau überwacht“. Er sei in „extrem guter Stimmung“, hieß es weiter. (afp)

Einigung der EU-Finanzminister auf 500 Milliarden-Hilfe

0:00 Uhr: Die EU-Finanzminister haben sich in der auf milliardenschwere Hilfen für gefährdete Staaten, Firmen und Jobs geeinigt. Dies teilten Teilnehmer am späten Donnerstagabend auf Twitter mit. Der Kompromiss gelang erst nach zwei Verhandlungsrunden und heftigem Streit über die Bedingungen des Pakets im Umfang von rund 500 Milliarden Umfang. Das Streitthema Corona-Bonds wurde zunächst ausgeklammert. (dpa)

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte haben sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit soll der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie Anfang Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen: Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 5. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen sollen die Regeln gelockert werden: PatientInnen oder BewohnerInnen sollen wieder durch eine bestimmte Person besucht werden können.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport soll das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt sein. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga darf die Saison ab Mitte Mai mit Geisterspielen fortsetzen – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten. Was alles unter „Großveranstaltung“ fällt, wird noch geklärt.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios sollen die Ländern Lockerungen eigenständig verantworten.

■ Spielplätze sollen unter Auflagen wieder öffnen – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen werden wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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