Superreiche und die Klimakrise: Ein Jahr CO₂-Emissionen pro Flug
Superreiche verursachen enorm viele klimaschädliche Emissionen, warnt Oxfam. Vor allem mit ihren Privatjets und Investitionen heizen sie das Klima an.
Foto: Sven Severing/imago
Oxfam warnt im Vorfeld der diesjährigen UN-Klimakonferenz im türkischen Antalya vor den Folgen exzessiven Reichtums. Das reichste Promille der Weltbevölkerung verursacht mehr klimaschädliche Emissionen als die ärmsten 44 Prozent, schreibt die Entwicklungshilfeorganisation in einer am Dienstag veröffentlichten Studie. Insbesondere Privatjets und Investitionsentscheidungen sind demnach für die Erderhitzung verantwortlich.
„Die Klimakrise ist eine Frage der sozialen Ungleichheit. Nur die wenigsten nutzen Privatjets oder besitzen Milliardenvermögen“, sagt Oxfam-Referent Manuel Schmitt. So hat im vergangenen Jahr ein Flug im Privatjet im weltweiten Durchschnitt mit 3,7 Tonnen CO2 fast so viele klimaschädliche Emissionen verursacht wie ein Mensch im ganzen Jahr.
Auch Deutschlands Superreiche heizen das Klima im Vergleich zum Rest der Bundesrepublik besonders an. Die über 55.000 Privatjets, die im Jahr 2025 an hiesigen Flughäfen starteten, stießen laut dem Oxfam-Bericht über 182.000 Tonnen CO2 aus. Sie verursachten damit in weniger als einer halben Stunde mehr CO2 als ein*e Durchschnittsbürger*in in Deutschland im gesamten Jahr.
Manuel Schmitt, Oxfam
Überreiche verschärfen auch mit ihren Investitionen die Klimakrise, wie die Oxfam-Auswertung des Anlageverhaltens von 1.000 Milliardär*innen zeigt. Die daraus entstandenen Emissionen beliefen sich auf 486 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Folglich verursacht ein*e Milliardär*in im Durchschnitt durch Investitionen in etwas mehr als einer Minute mehr CO2 als ein Mensch aus der ärmeren Hälfte der Menschheit im gesamten Jahr. Bei den 49 untersuchten deutschen Milliardär*innen waren die klimaschädlichen Wirkungen ihrer Investitionen sogar noch deutlich stärker als der globale Durchschnitt.
Oxfam fordert Steuern für Superreiche
„Wer die Klimakrise so stark befeuert, muss auch für ihre Bewältigung zahlen, statt die Kosten auf die Allgemeinheit abzuwälzen“, sagt Oxfam-Referent Schmitt. Er fordert: Hohe Vermögen, Privatjets und Übergewinne, insbesondere fossiler Konzerne, müssten stärker besteuert werden, „damit diejenigen, die besonders viel zur Klimakrise beitragen, auch einen besonders hohen Beitrag zu ihrer Bewältigung leisten“.
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