Wahlen in Brasilien : Rechts gegen Links, Jung gegen Alt
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Brasilien wählt, und der Linke Lula und Kontrahent Flávio Bolsonaro kämpfen erbittert um Stimmen. Droht der nächste Rechtsruck in Lateinamerika?
Brasilien wählt, und die ganze Welt schaut zu – so titeln international etliche Medien derzeit. Und tatsächlich geht es um viel, wenn die Brasilianer:innen an diesem Wochenende unter anderem einen neuen Präsidenten wählen. Offiziell treten 13 Kandidat:innen an, in Wahrheit geht es um ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem bisherigen Präsidenten Lula da Silva und seinem stärksten Kontrahenten Flávio Bolsonaro – dem Sohn von Ex-Präsident Jair Bolsonaro. Während Lula da Silva in vorherigen Umfragen vorne lag, holte Flávio Bolsonaro in den vergangenen Wochen auf. Es wird derzeit mit einer Stichwahl Ende Oktober gerechnet.
Droht mit Bolsonaro ein weiterer Rechtsruck in Lateinamerika, in einem Land wie Brasilien, das wirtschaftlich und politisch enorm relevant ist? Was erhoffen sich die Menschen vor Ort? Und kann der Hoffnungsträger der Linken, Lula da Silva, doch noch mal eine weitere Amtszeit antreten? Es wäre dann seine vierte Präsidentschaft. Trotz erheblicher Skandale, sie dürften Flávio Bolsonaro kaum Stimmen kosten.
Religion spielt eine zentrale Rolle im Wahlkampf und wird von beiden Seiten – teils auf absurde Weise – genutzt, im Kampf um die Stimmen der Wähler:innen. Und auch außenpolitisch wird die Wahl mit großem Interesse verfolgt. Unterstützt doch US-Präsident Donald Trump ganz offen Bolsonaro, der argentinische Präsident Milei ebenso. Und Lula da Silva nähert sich China an, ist doch Brasilien ein wichtiger Akteur in der Gruppe der Brics-Staaten.
Über das Machtgebaren Links gegen Rechts, über den Machtkampf Alt gegen Jung, und Arm gegen Elite, darüber spricht Tanja Tricarico aus dem Auslandsressort der taz mit Brasilien-Korrespondentin Christine Wollowski.
Die Folge wurde aufgezeichnet am 29. 9. 2026 um 11.00 MESZ.
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