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Ebola in der DR KongoDer Ausbruch weitet sich aus

Im Kongo fehlt es an Personal, in manchen Orten steigen die Fallzahlen weiter dramatisch an. Infizierte Kleinkinder sterben laut WHO zu 60 Prozent.

ap | Beim Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo fehlt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation an medizinischem Personal für den Betrieb von Behandlungszentren. Besonders angespannt sei die Lage in der östlichen Provinz Nord-Kivu, wo die Zahl der Fälle binnen drei Wochen um 73 Prozent stieg, wie die WHO am Mittwoch mitteilte.

Für ein einziges Ebola-Behandlungszentrum würden etwa 300 Fachkräfte benötigt, darunter Pflegekräfte, Hygienefachleute, Anästhesisten und Ärzte, sagte WHO-Vertreterin Anne Ancia. Es fehlten jedoch Personal und Geld für dessen Bezahlung. „Wir errichten Ebola-Behandlungszentren, verfügen aber nicht immer über das für den Betrieb erforderliche Personal“, erklärte Ancia. „Dieses medizinische Personal muss bezahlt werden.“

Der Ausbruch hat sich auf sieben Provinzen ausgeweitet. Nach jüngsten Regierungsangaben wurden 7.773 bestätigte Fälle und 3.759 Todesfälle registriert. Zugleich gingen die Fallzahlen zwischen dem 31. August und dem 20. September in Ituri, dem Zentrum des Ausbruchs, um 26 Prozent und in Haut-Uele um 15 Prozent zurück. Der Ausbruch sei jedoch weiterhin außer Kontrolle, sagte WHO-Regionaldirektorin Marie Roseline Belizaire.

Besonders gefährdet sind Kinder unter fünf Jahren. Ihre Fallsterblichkeitsrate liegt nach WHO-Angaben bei mehr als 60 Prozent, bei Erwachsenen bei rund 40 Prozent. Die Erkennung von Erkrankungen sei bei kleinen Kindern zudem schwierig, weil sie ihre Beschwerden oft nicht beschreiben könnten.

Impfungen haben Anfang der Woche begonnen

Im Kongo haben Testimpfungen gegen die grassierende Ebola-Epidemie begonnen. Wie die Weltgesundheitsorganisation WHO am Montag in Genf mitteilte, wurden 20.000 Dosen des Impfstoffs Ervebo für eine klinische Studie in der Provinz Ituri bereitgestellt. Ziel sei, Erkenntnisse über die Wirksamkeit des Vakzins bei der aktuell umlaufenden Bundibugyo-Variante des Virus zu gewinnen. Bislang ist ein Schutz durch Ervebo nur bei der Zaire-Variante nachgewiesen.

Erprobt werden soll der Impfstoff an Mitarbeitern des Gesundheitswesens, die dem Virus am stärksten ausgesetzt sind. Eine Ansteckung mit Ebola verläuft laut WHO statistisch in der Hälfte der Fälle tödlich.

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