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Generalsanierungen der Deutschen BahnZu viele Baustellen, zu wenig Geld

Vier wichtige Bahntrassen sollten jährlich saniert werden, das Schienennetz Anfang der 2030er fit sein. Das klappt nicht, gab DB-Chefin Palla bekannt.

Die Deutsche Bahn braucht mehr Zeit als gedacht für die Sanierung der Schieneninfrastruktur. Ursprünglich sollten die Arbeiten an rund 40 wichtigen Strecken Anfang der 2030er fertig sein – jetzt aber sagte Evelyn Palla, Chefin der DB AG, dass die sogenannten Korridorsanierungen bis in die 2040er Jahre hinein andauern könnten. Zugreisenden wird also noch Geduld abverlangt; die Bauarbeiten sollen die Schiene langfristig zuverlässig machen, kurzfristig aber sorgen sie für Einschränkungen.

Geplant war, pro Jahr vier hoch ausgelastete Trassen komplett zu sperren und mehrere Teile der Infrastruktur in einem Rutsch instand zu setzen. Nach Jahren der Unterfinanzierung ist das Schienennetz marode und Grund vieler Verspätungen.

Nun hat die Bahn unter Palla das Konzept der Generalsanierungen auf den Prüfstand gestellt – und es habe sich gezeigt, dass vier Stück in einem Jahr nicht hinhauen, sagte Palla. Für die Zukunft rechnet die Bahnchefin mit zwei bis drei Sanierungen pro Jahr, auch aus Geldgründen: „Wir werden die Anzahl der Korridorsanierungen pro Jahr an das Finanzierungsvolumen anpassen.“ Um die Infrastruktur fit zu machen, hatte die Bundesregierung ein Sondervermögen aufgesetzt. Dennoch veranschlage sie zu wenig Geld für die Schiene, kritisierten Verbände erst Anfang der Woche.

Auch die Verbindung Berlin–Lehrte, die ab Oktober generalsaniert wird, sorgt für Ärger. Am Mittwoch gab die DB bekannt, dass die Lehrter Stammbahn, die neben der Schnellfahrstrecke verläuft und als Ausweichroute vorgesehen war, erst Ende 2027 elektrifiziert sein wird – ein Jahr später als geplant.

Ab Dezember 2026 werden Fernzüge zwischen Berlin und Hannover deshalb über Magdeburg und Braunschweig umgeleitet, die Fahrtzeit verlängert sich um 80 Minuten. Güterzüge können ab Januar zusätzlich über Halle–Eichenberg fahren – und trotzdem teilte der Verband der Güterbahnen mit, die vorgestellten Pläne „rundweg“ abzulehnen. Die Umleitung sei „unverantwortlich“.

„Eine Verzögerung wäre das völlig falsche Signal“

Ähnlich sieht es der ökologische Verkehrsclub VCD, wenn es um die verzögerten Korridorsanierungen geht. „Eine Verzögerung wäre das völlig falsche Signal“, sagte die Bundesvorsitzende Christiane Rohleder. Vor allem der Bund müsse „dringend die erforderlichen Mittel bereitstellen, damit weiterhin vier Korridore pro Jahr saniert werden können“. Auch Probleme bei bisherigen Sanierungen lägen an mangelnden Finanzierungsfreigaben durch den Bund, der „auf dem Rücken von Fahrgästen und Verladern sparen will“.

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