Nationalheiligtum Tankstelle: Traumberuf Tankwart
Sprit finden viele teuer, deshalb eröffnet unser Autor seine eigene Tanke – im Videospiel „Gas Station Simulator“. Da steckt ganz schön Arbeit drin!
Screenshot: MD Games
Es gibt nur einen Ort, wo Bockwurstwasser, Fußmatten und Druckbetankung zu einem heimeligen Etwas werden: an der deutschen Tankstelle. Doch weil uns das Ausland einen Strich durch die billige Tankrechnung macht, ist das deutsche Nationalheiligtum in Gefahr.
Deshalb musste ich etwas unternehmen. Anstatt immer nur stumpf zu tanken, wollte ich zur Abwechslung auf der anderen Seite des Tankstutzens stehen und die Tricks der Betreiber lernen. Da kommt der „Gas Station Simulator“ wie gerufen.
Das Game beginnt in der US-amerikanischen Pampa an der Route 66. Schnell merke ich, dass Betanken eigentlich unwichtig ist. Stattdessen muss ich der alten Scheune, die ich als Tankstelle auserkoren habe, erst einmal einen neuen Anstrich verpassen. Die Zigarettenauslage und ein Kühlregal für Bier und Snacks sorgen dafür, dass sich die Kundschaft wohl fühlt. Es ist ganz schön stressig, wenn ich mehrere Autoreifen flicken und Dellen ausbeulen muss, während die Kundschaft nach Pils verlangt.
„Gas Station Simulator“
„Gas Station Simulator“ bei Steam/PC
Wenn Sie sich jetzt fragen, warum ich in meiner Freizeit Arbeit spiele, haben Sie recht. Dabei ist der „Gas Station Simulator“ noch harmlos.
In „Snowrunner“, dem Offroad-Trucksimulator, habe ich hunderte Stunden verbracht, um in der russischen Taiga dringend benötigte Bauteile zum Sägewerk zu bringen. Zum Glück war der Sprit für die Trucks umsonst, sonst wäre ich längst pleite.
Allerdings ist mir der „Gas Station Simulator“ zu US-amerikanisch, es braucht unbedingt ein deutsches Pendant. Darin würde ich als Tankwart deutsches Brauchtum pflegen: Bockwurstwasser ordnungsgemäß erhitzen, Fußmatten ausklopfen und die Auslage mit den hässlichen Blumen befüllen, die schusselige Männer ihren Frauen viel zu spät zum Jahrestag holen.
Oder ich würde als Chef eines Mineralölkonzerns die Preise diktieren. Krisen würde ich selbstverständlich nicht ausnutzen und Tankrabatte vollständig an die Kundschaft weitergeben. Es geht schließlich ums deutsche Nationalheiligtum.
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