Volksbad in Berlin: Veranstaltung wegen Sicherheitsbedenken abgesagt
Das Freibad vor der Volksbühne sollte Schwarzen Kindern und Jugendlichen für einige Stunden exklusiv zur Verfügung stehen. Nach Gewaltandrohungen wurde das Event abgesagt.
Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa
dpa | Wegen Sicherheitsbedenken haben die Berliner Volksbühne und der Verein „Each One Teach One“ (Eoto) eine geplante Veranstaltung abgesagt. Für Freitagnachmittag war ursprünglich vorgesehen gewesen, Schwimmen exklusiv für Menschen der Schwarzen Community anzubieten.
Die Volksbühne und der Verein könnten eine sichere An- und Abreise der angemeldeten Besucher ebenso wenig garantieren wie einen entspannten Feriennachmittag, hieß es. Eoto ist im Bereich der Rassismusprävention tätig und setzt sich für das Empowerment Schwarzer Menschen ein. Der Verein ist einer der Träger des Black Communities Center in Berlin-Wedding, das dieses Jahr eröffnet wurde.
Seit dem 7. August 2026 und noch bis Anfang Oktober steht vor dem Theater ein 25 Meter langes und 1,30 Meter tiefes Freibad, das sogenannte Volksbad. Der Eintritt ist kostenlos. An einigen Tagen allerdings ist das Schwimmbecken für bestimmte Vereine reserviert – am Freitag war die Exklusivnutzung von Eoto geplant gewesen.
Diese Exklusivnutzung war auf Kritik gestoßen. Das Schwimmen für Schwarze Kinder und Jugendliche sei zum Ziel rechter und rassistischer Hetze geworden, so die Volksbühne. AfD-Chefin Alice Weidel sprach von „Apartheid“, bezog sich also auf das frühere politische System in Südafrika. Obwohl die überwiegende Mehrheit der Menschen Schwarze waren, hatten nur die Weißen das politische Sagen. Auch eine junge Berliner CDU-Kommunalpolitikerin äußerte Unverständnis und sagte, sie dürfe nicht ins Freibad, weil sie weiß sei. Dies sei ein diskriminierendes Gefühl.
Anfeindungen gegen Verein für Rechte Schwarzer Menschen
Auch der Verein Eoto direkt sei angefeindet worden: „Seit Beginn der öffentlichen Diskussion über die Veranstaltung erhalten wir rassistische Droh-E-Mails sowie Gewaltandrohungen und diskriminierende Kommentare auf Social-Media“, so der Verein. Die Kinder- und Jugendabteilung von Eoto sei von der Berliner Volksbühne eingeladen worden.
Die Volksbühne bleibt trotz der Kritik bei ihrem Standpunkt: „Wir werden selbstverständlich weiterhin positive Maßnahmen für strukturell benachteiligte Menschen anbieten“, teilte der Intendant der Berliner Volksbühne, Matthias Lilienthal, mit. Auch die Zusammenarbeit mit dem Verein Eoto solle fortgesetzt werden. Allerdings habe der Schutz von Gästen, Partnern und Mitarbeitern oberste Priorität.
Weil es Probleme mit den Duschen gibt, ist das Volksbad seit Dienstag geschlossen. Laut Programmvorschau soll es am Freitag wieder öffnen. Ob der öffentliche Badebetrieb ab 18.00 Uhr wie geplant stattfinden kann, sei allerdings noch unklar, sagte eine Sprecherin am Donnerstagnachmittag der Deutschen Presse-Agentur.
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