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Handreichung für WM-Aus der DeutschenUnd tschüss!

Gegen die DFB-Elf scheint sich bei der WM alles verschworen zu haben. Fünf Gründe für Bundestrainer Julian Nagelsmann, warum die Deutschen nur scheitern konnten.

Gottes Beistand

Eindrucksvolle Bilder zweier betender deutscher Nationalspieler sind um die Welt gegangen. Felix Nmecha und Jonathan Tah bitten um Jesus’ Segen für Deutschland und werden in der Springer-Presse ordentlich dafür gefeiert. Für einen Achtelfinaleinzug braucht es starken Gottesbeistand. Stoßgebete zweier einzelner Spieler sind da zu wenig. Wie es anders geht, hat einer der Gastgeber gezeigt. Mit 4:1 hatten die USA den Gegner der Deutschen in ihrem ersten Gruppenspiel bezwungen. Danach versammelte sich die gesamte US-Mannschaft zum gemeinsamen Gebet am Mittelkreis. Undenkbar im DFB-Team. In spiritueller Hinsicht hat der deutsche Fußball den Anschluss an die Weltspitze längst verloren. Eine Mission Weltmeistertitel ist im modernen Fußball ohne Missionierung nicht mehr möglich.

Stumpfer Rasen

Spätestens seit der Niederlage gegen Ecuador kennt man in Deutschland den Ausdruck „stumpfer Rasen“. Die Bälle rollen auf dem arg trockenen Geläuf nicht so weit wie sonst, sie springen anders auf und machen auch sonst nicht, was die Spieler wollen. Als „Wahnsinn“ bezeichnete das Jürgen Klopp. Der muss es ja wissen, schließlich ist er der Weltkopf des Fußballs bei einem Getränkehersteller. „Stumpfheit“ ist vor allem für die Mannschaft ungerecht, die das Spiel macht. Warum Ecuador offensichtlich keine Probleme mit der Wiese im Stadion von New York/New Jersey hatte, bliebt zwar ein Rätsel, war aber eben so. Auf jeden Fall waren die Bedingungen vor allem für die Deutschen unfair. In Boston soll der Rasen auch so „stumpf“ sein.

Südamerikanische Härte

Schon wieder ein südamerikanischer Gegner. Das deutsche Team hat sich noch gar nicht richtig vom Spiel gegen Ecuador erholen können. Von der typisch südamerikanischen Zweikampfhärte und körperlichen Intensität, die sie da zu spüren bekommen haben. Ganz in der Tradition des südamerikanischen Fußballs wird es aber gegen Paraguay wohl nicht anders werden. Klar, die Deutschen sind auch alles durchtrainierte Profispieler, aber gegen so harten Körperkontakt kommen oft die besten europäischen Teams nicht an. Das weiß man. Und auch, dass man da spontan auch nicht mehr viel machen kann, im „Oberkörperbereich“, wie Nagelsmann in weiser Voraussicht schonmal angemerkt hat. Da hilft nur noch, den Gegnern aus dem Weg zu gehen.

Angezählter Bundestrainer

Das Turnier hatte noch gar nicht für die Deutschen begonnen, da wurde schon am Stuhl von Bundestrainer Julian Nagelsmann gesägt. Nicht von irgendwem, sondern vom zweimaligen Fifa-Welttrainer und WM-TV-Experten Jürgen Klopp, dem bekanntlich schon lange nachgesagt wird, dass er Lust auf diesen Job haben könnte. Als sein Kompagnon vor der Kamera Thomas Müller auch schon nicht ganz ironiefrei bemerkte, dass „zum Glück“ Julian Nagelsmann die Mannschaft aufstelle, erwiderte Klopp: „Noch“. Herzlich gelacht wurde darauf und auch die DFB-Nationalspieler werden sich kräftig auf die Schenkel geklopft haben. Die Autorität von Nagelsmann war schon vor WM-Anpfiff auf Berti-Vogts-Level. Wie will man so arbeiten? Von da an war das frühzeitige Ausscheiden eigentlich vorprogrammiert.

Turnierbaum

Jahrzehntelang wurde immer über das Losglück der DFB-Elf gelästert. Aber was da jetzt alles bei der WM in Nordamerika an Unglück zusammengekommen ist, kann eigentlich nicht mit rechten Dingen zugehen. Mit der Elfenbeinküste, Ecuador und Curaçao bekamen die Deutschen, vom karibischen Gegner vielleicht einmal abgesehen, nahezu unlösbare Aufgaben zugelost. Dass trotz des Erfolgs gegen das afrikanische Spitzenteam Elfenbeinküste schon im Sechzehntelfinale mit Paraguay erneut ein südamerikanisches Schwergewicht wartet, damit war nun wirklich nicht zu rechnen. Und last but not least dann auch noch Frankreich im Achtelfinale. Bei solchen Konstellationen kann es selbst ein Weltklasseteam wie das deutsche einmal vorzeitig aus dem Turnier hauen. Bei der WM-Analyse sollte der DFB vielleicht einmal genauer hinschauen. Ist das die Rache der Fifa für die Protestgeste der deutschen Elf in Katar?

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