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Comeback von Tennisstar Serena WilliamsGanz nahe an der Sportgeschichte

Tennislegende Serena Williams ist mit 44 zurück – und könnte ausgerechnet an Berlins lauschigem Hundekehlesee ihren ersten Nach-Comeback-Titel holen.

Mit 40 zurück ins Tor der Nationalmannschaft? Große Aufregung und Diskussionen löste aus, als Manuel Neuer vom Rücktritt zurücktrat und sich bereit erklärte, auch im gerade begonnenen fünften Lebensjahrzehnt das Nationaltor zu hüten.

Dabei ist das doch gar nichts gegen das, was sich gerade am lauschigen Hundekehlesee am Rande des Grunewalds abspielt, weit im Südwesten Berlins, wo nicht wenige gerne mit Laufschuhen unterwegs sind. Gerade noch vom Grunewaldsee mit Blick aufs dortige Jagdschloss losgejoggt, ein kleines Waldstück gequert, einem rumpeligen Uferweg gefolgt, Villen mit Badestegen auf der gegenüberliegenden Seeseite bestaunt – und plötzlich fast vor eine Betonwand gelaufen.

Blick nach oben: Das ist keine Wand, das sind herausfahrbare Tribünen, von denen der Blick über den See geht. Und dahinter ist der Ort, an dem Neuers Comebackversuch geradezu mickrig erscheint. Dort schlägt nach Plan an diesem frühem Dienstagabend Serena Williams beim traditionsreichen Frauenturnier erneut auf – nicht mit 40, sondern mit 44 Jahren.

Mehr Grand-Slam-Titel hat keine gewonnen

Wenn Neuer einer der besten Torhüter aller Zeiten war (und ist, hofft offenbar zumindest Bundestrainer Nagelsmann), so heißt es über Williams: nicht eine der Besten – die Beste aller Zeiten. Jedenfalls hat keine Frau so viele Grand-Slam-Einzeltitel-gesammelt, also die weltweit bedeutendsten Turniere in Wimbledon, Paris, New York und Melbourne gewonnen. 23 Mal siegte sie – Deutschlands Tennis-Legende Steffi Graf kommt ihr in dieser Liste mit 22 davon noch am nächsten. Sie war allerdings mehr Wochen an der Spitze der Weltrangliste.

Erst vergangenen Dienstag stand Williams fast vier Jahre nach ihrem Rücktritt in London wieder auf einem Turnierplatz – und gewann ihre Auftaktpartie im Doppel sogar. Dass es nicht bis zum Turniersieg weiterging, lag nicht an ihr: Ihre Doppelpartnerin verletzte sich vor dem nächsten Spiel.

Was in London nicht geklappt hat, soll nun in Berlin passieren, an der Seite einer anderen Partnerin, Karolína Muchová, in der Weltrangliste Nummer 10 und damit nur einen Rang schlechter platziert als Williams’ Londoner Partnerin Victoria Mboko. Überhaupt sind nach Veranstalterangaben neun der aktuell nominell zehn besten Tennisspielerinnen des Planeten in Berlin am Start – hinter jenen Betontribünen gleich an der Joggingstrecke am See.

Das Comeback vom Rücktritt vorgemacht hatte im vorigen Jahr Williams’ Schwester Venus. Die war sogar schon 45, als sie bei einem US-Turnier derselben Kategorie wie Berlin ein Spiel gewann. Mit einem Finalsieg würde Serena Williams das toppen, aber nicht ganz Rekordhalterin werden: Denn die gleichfalls ikonenhafte Martina Navratilova gewann noch mit 49 Jahren Turniere im Doppel und im Mixed. Fußballtorwart Neuer müsste für solche Dimensionen noch eine ganze Weile Bälle fangen und nicht nur jetzt bei der Weltmeisterschaft in Übersee.

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