Mini-Parteien bei der Europawahl: Achtungserfolge für Kleine
Freie Wähler und Volt ziehen mit drei Sitzen ins Europaparlament. „Die Partei“ verliert zwar leicht, kann aber wohl ihre zwei Mandate verteidigen.
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Die europafreundliche Partei Volt hat bei den EU-Wahlen überraschend gut abgeschnitten. Hochrechnungen zufolge kommt die Partei mit den lila Wahlplakaten („Sei kein Arschloch“) auf 2,8 bis 3 Prozent. Weil es bei der Europawahl keine Sperrklausel gibt, würde sie damit drei Sitze erzielen. Bei den Wahlen vor fünf Jahren hatte Volt mit einem Stimmenanteil von 0,7 Prozent einen Sitz errungen. Auch andere kleine Parteien haben den Sprung ins Europaparlament geschafft.
Die „sonstigen Parteien“ kommen der Prognose der ARD auf mehr als 10 Prozent. Die Freien Wähler, die in Bayern gemeinsam mit der CSU regieren, legten um 0,4 Prozentpunkte auf 2,6 Prozent zu. Das könnte für drei Sitze reichen. Die Partei des Satirikers Martin Sonneborn „Die Partei“ kommt auf 1,8 Prozent, nach 2,4 Prozent vor fünf Jahren. Trotz der Verluste dürfte die Partei nach jetzigem Stand ihre bisherigen zwei Sitze behalten. Dann könnte neben Sonneborn Autor*in Sibylle Berg ins Europaparlament einziehen, die auf Platz 2 der Liste kandidiert hat.
Die Tierschutzpartei bleibt voraussichtlich stabil mit 1,4 Prozent. Dagegen verliert die ÖDP 0,2 Prozentpunkte und erhält 0,8 Prozent. Die „Familie“ fällt um 0,1 Prozentpunkte auf 0,6 Prozent. Alle drei werden voraussichtlich einen Sitz bekommen. Die Piraten verlieren 0,2 Prozentpunkte und werden wohl nicht mehr im Europaparlament vertreten sein.
Bei den Europawahl vor fünf Jahren hatten kleine Parteien in Deutschland insgesamt 9 Sitze geholt. Die Freien Wähler und Die Partei hatten jeweils zwei Sitze bekommen, die Piraten, die Tierschutzpartei, die Familienpartei, die ÖDP und VOLT jeweils einen. Bei den Wahlen 2019 hatte ein Stimmenanteil von 0,7 Prozent gereicht, um einen Sitz zu erhalten.
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