dieser verdammte krieg (xxxL):
CAROLA RÖNNEBURG führt heute das Kriegstagebuch der taz
Besser Krieg führen
mit Dany-Joghurt
Außenminister Joseph Fischer hatte mit seinem Rücktritt gedroht. Gestern nun erschien die Frühstückslektüre für uneinsichtige grüne Zweifler von seinem Freund Daniel Cohn-Bendit in der taz, die ihm dafür freundlicherweise eine halbe Seite zur Verfügung gestellt hatte. Vor dem Rostocker Parteitag zogen der böse und der gute Cop so noch einmal alle Register, um die Koalition zu retten. Im Gegensatz zu allen anderen Parteien trügen die Grünen ihren Konflikt offen aus, ölte Daniel Cohn-Bendit, assistiert von Sergeant Ralf Fücks, und warb um Kooperation bei den kleineren Lichtern, nämlich bei „jenen Kritikern, die nicht prinzipiell gegen die militärische Intervention in Afghanistan sind“ – denen also nicht einmal aufgefallen war, was der grüne Länderrat am 16. Oktober beschlossen hatte.
„Jedes mögliche Vorgehen muss darauf gerichtet sein, die Terroristen und ihre Infrastruktur zu bekämpfen, aber die Zivilbevölkerung zu verschonen“, hatte es da geheißen, und: „Es geht nicht um Krieg gegen ein Land, eine Kultur oder eine Religion, sondern um die Bekämpfung von Terroristen.“
Solange weltweit noch genug Zivilbevölkerung übrig ist, die man dann schonen kann, sieht Cohn-Bendit allerdings keinen Grund, einen Bundeswehreinsatz abzulehnen. Es gelte doch bloß, „das Einsatzgebiet präziser zu bestimmen“ und „die Unterstützung der USA im Krieg gegen das Taliban-Regime an humanitäre Ziele, das internationale Recht und eine abgestimmte politische Strategie der Allianz zu binden“. Doch, doch, die USA hören auf ihre grünen Freunde. So kommt der gute Cop an seine Unterschriften.
MORGEN: Roger Willemsen
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