piwik no script img

medienticker

Falschmeldung über Bodenoffensive, Beschuss von Medienbüro in Gaza

Am frühen Freitagmorgen gab das israelische Militär eine Erklärung an Medien heraus: „Luft- und Bodentruppen greifen derzeit im Gazastreifen an.“ Die knappe Stellungnahme löste Spekulationen aus, dass Israel eine Bodenoffensive im Gazastreifen gestartet habe. Einigen Reportern wurde gesagt, dass die Invasion begonnen habe. Stunden später erklärte das Militär, es müsse etwas klarstellen: Im Gazastreifen befänden sich gar keine Truppen. Zahlreiche Medien hatten da schon fälschlicherweise berichtet, Israel habe im Gazastreifen eine Bodenoffensive begonnen. Militärkommentatoren sagten, die Medien seien benutzt worden, um Hamas-Kämpfer in eine tödliche Falle zu locken. Israel führte am Freitag mit Artillerie und Luftwaffe einen Militärschlag gegen ein Tunnelsystem der Hamas durch, das deren Kämpfern bei Bodenkämpfen Schutz bieten sollte. Israel setzte 160 Kampfflugzeuge ein und bombardierte die Tunnel 40 Minuten lang, wie das Militär erklärte. Militärsprecher Jonathan Conricus sprach am Freitag gegenüber Reportern von einer „internen Fehlkommunikation“ beim Militär. „Diese Dinge können manchmal vorkommen inmitten einer komplexen Operation mit vielen beweglichen Teilen und mit einem unklaren Bild von dem, was passiert“, sagte er. „Sobald ich verstanden hatte, dass ich die falschen Informationen hatte, habe ich die relevanten Leute mit einer Klarstellung auf den aktuellen Stand gebracht.“ Journalisten kritisierten, das Militär habe ausländische Medien zu einer Art Komplizen gemacht. Felicia Schwartz, Korrespondentin des Wall Street Journals, sagte, Conricus habe ihr ausdrücklich bestätigt, dass eine Bodenoffensive im Gang sei, was sie dann auch so gemeldet habe.

Am Samstag hat die israelische Armee beim Beschuss des Gazastreifens ein von internationalen Medien genutztes Gebäude angegriffen. Das 13-stöckige Hochhaus wurde von mehreren Raketen getroffen und zerstört, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. In dem Gebäude hatten unter anderem die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) und der Fernsehsender Al Jazeera ihre Büros. Nach Angaben der israelischen Armee, die den Eigentümer des Hauses vor dem Angriff gewarnt hatte, befanden sich in dem Hochhaus auch militärische Anlagen des Geheimdienstes der Hamas. Die Nachrichtenagentur AP zeigte sich „schockiert und entsetzt“ über den Angriff. „Es wurde nur ganz knapp der Verlust menschlichen Lebens verhindert“, erklärte sie in Washington. (ap, afp)

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen