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Kinder fragen, die taz antwortetWarum werden Haare grau, wenn man älter wird?

Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Olivia, 10, und Karla, 6.

Mit dem Alter nimmt der Gehalt des Melanins bei den meisten Leuten ab Foto: Westend61/imago

Mal lockig, wellig oder ganz glatt, mal schwarz, mal rot, mal braun, mal blond – und irgendwann grau. Die Haare auf unserem Kopf können ganz unterschiedlich aussehen. Diese bunte Vielfalt macht es möglich, dass wir so viele verschiedene Frisuren tragen können. Und die wiederum haben großen Einfluss darauf, wie wir uns selbst sehen oder von anderen wahrgenommen werden.

Doch warum sind die Haare von Mensch zu Mensch so unterschiedlich? Und warum werden sie irgendwann grau?

Ein Haar setzt sich aus zwei Teilen zusammen: dem sichtbaren Teil, man nennt ihn den Haarschaft, und der Haarwurzel. Die Haarwurzel steckt in der Haut. Dort ist sie von Gewebe umgeben, das Haarfollikel heißt. Am Ende des Follikels sind viele Nervenfasern, durch die spüren wir, wenn sich unsere Haare bewegen, zum Beispiel wenn es stürmt oder jemand an den Haaren zieht. An ihrem Ende ist die Haarwurzel dann zur Haarzwiebel verdickt. Hier entstehen ständig neue Haarzellen, durch die unsere Haare wachsen.

In dieser Wachstumsphase kann ein Haar jeden Monat einen Zentimeter länger werden, wenn man es nicht abschneidet. Diese Phase dauert bei manchen Menschen drei Jahre, bei anderen bis zu sieben – entsprechend können manche Leute ihre Haare bis zu den Schultern tragen, andere bis zum Po. Unendlich lang, so wie bei Rapunzel im Märchen, können Haare aber nicht wachsen. Denn irgendwann wird die Haarwurzel müde und stößt ihr Haar ab. Dann macht sie für einige Wochen Pause, bevor sich wieder neue Haarzellen in ihr anreichern.

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Luft ersetzt Farbpigmente

In der Haarzwiebel entsteht neben den Haarzellen auch ein Farbstoff: das Melanin. Dieses wird von sogenannten Pigmentzellen hergestellt. Das Melanin färbt die Haare rot, blond, braun oder schwarz. Mit dem Alter nimmt der Gehalt des Melanins bei den meisten Leuten ab. Statt der Farbpigmente schließt das Haar dann vermehrt Luft ein. So verliert es seine Farbe nach und nach. Je nach früherer Haarfarbe und dem Anteil der weißen Haare auf dem Kopf erscheint das Kopfhaar dann grau oder sogar weiß.

Ob Haare glatt oder lockig sind, hängt übrigens vom Querschnitt des Haarschafts ab. Ist dieser rund, wachsen die Haare glatt aus der Haut. Je ovaler oder unregelmäßiger der Querschnitt, desto lockiger oder welliger sind die Haare.

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