Kinder fragen, die taz antwortet: Warum haben Hände fünf Finger?
Zeigefinger, Mittelfinger, Ringfinger – sind die wirklich alle nötig? Eigentlich nicht, die Evolution wollte es aber so.
Eins, zwei, drei, vier, fünf! Deine beiden Hände haben Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger, Ringfinger und den kleinen Finger. Aber warum genau fünf? Die menschliche Hand ist mit ihren Fingern ein echtes Wunderwerk der Natur. Wir Menschen sind aber nicht die einzigen Lebewesen mit fünf Fingern an jeder Hand. Die meisten vierbeinigen Tiere an Land haben so etwas wie fünf „Finger“ an ihren Klauen und Pfoten. Ausnahmen sind zum Beispiel Maulwürfe mit sechs oder Eichhörnchen mit vier Fingern an jeder Hand.
Ein Mann namens Charles Darwin hat schon vor über 100 Jahren erforscht, warum es so viele Arten von Lebewesen gibt und wie sie entstanden sein könnten. Er fand heraus: Wir sind mit Affen, Fledermäusen und allen anderen Tieren verwandt, die Hände haben. Und wir alle haben unsere Hände von gemeinsamen Vorfahren geerbt.
So, wie du deine Haut-, Haar- und Augenfarbe von deinen Eltern geerbt hast. Diese Merkmale sind in den Zellen unserer Körper festgelegt. Jedes Lebewesen hat so viele kleine Zellen, dass du sie nicht einmal mit einer Lupe erkennen kannst. Auch dein Leben hat einmal als winzige Zelle angefangen, bis sie sich vermehrt und einen neuen Menschen geformt hat. In jeder Zelle befinden sich unsere Gene. Sie sind der „Bauplan“ für jedes Lebewesen.
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Fünf Finger, solange es keine besseren Möglichkeiten gibt
Merkmale können sich auch verändern, wenn Gene immer wieder von Generation zu Generation vererbt werden. Das muss aber so oft passieren, dass du das nicht mehr an deinen Händen abzählen kannst, auch wenn du 100 Finger hättest. Diesen sehr langsamen Vorgang der Natur nennt man Evolution. Die Evolution ist zum Beispiel der Grund dafür, warum wir Menschen aufrecht auf zwei Beinen gehen.
Warum wir fünf Finger haben, erklärt Forscher Dietmar Zinner in einem Artikel für das Redaktionsnetzwerk Deutschland so: „Neue Merkmale, die zufällig entstehen, bleiben erhalten, solange sie funktionieren und die Tiere sich erfolgreich fortpflanzen können und es keine ‚besseren‘ Möglichkeiten gibt.“ Warum genau fünf? Das ist fraglich, denn „für die Herstellung und Nutzung von Werkzeugen war die genaue Anzahl der Finger nicht entscheidend“. Viel wichtiger an unserer Hand sei der Daumen, sagt Zimmer. Er liegt gegenüber der anderen Finger und ermöglicht dadurch festes und genaues Greifen. „Das hätte auch mit weniger oder mehr als vier zusätzlichen Fingern funktioniert.“
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