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die kinderfrageWarum haben wir Augenbrauen?

Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Natalie, 10 Jahre alt.

Den genauen Grund, warum uns Augenbrauen wachsen, kennen wir bis heute nicht. Aber wenn man sich anschaut, wofür sie gut sind, ergeben sich verschiedene Vermutungen. Augenbrauen haben vor allem zwei wichtige Aufgaben. Die erste: Sie schützen unsere Augen vor Schmutz, ähnlich wie die Wimpern. Sie halten den Schweiß auf, der uns die Stirn hinunterläuft, zum Beispiel an heißen Sommertagen oder wenn wir Sport machen.

Früher konnte dieser Schutz sogar lebenswichtig sein: Vor Tausenden von Jahren mussten die ersten Menschen in Afrika oft schnell rennen – etwa bei der Jagd oder wenn ein gefährliches Tier auftauchte. Wenn einem damals der Schweiß in die Augen lief und man ihn erst wegwischen musste, konnte das wertvolle Zeit kosten oder sogar das Leben. Vielleicht haben sich die Augenbrauen während der Evolution – der Entwicklungsgeschichte – also deshalb gebildet, weil wir sie dringend brauchen.

Spannend ist auch, wie sich unser Gesicht im Lauf der Zeit verändert hat. Unsere tierischen Vorfahren hatten anstelle von Augenbrauen noch sogenannte Überaugenwülste: Das sind Erhebungen – eine Art Vordach – über den Augen. Man sieht sie heute noch bei unserem engsten Verwandten, dem Schimpansen. Bei uns Menschen verschwanden diese Wülste irgendwann, stattdessen wuchsen uns bewegliche Augenbrauen auf der nun flachen Stirn.

Genau diese Beweglichkeit führt zur zweiten wichtigen Aufgabe: Augenbrauen helfen uns, einander besser zu verstehen. Wenn wir traurig, wütend, überrascht oder fröhlich sind, erkennt man das oft zuerst an unseren Brauen. Ein grimmiges Runzeln oder ein erschrockenes Hochziehen zeigt sofort, wie wir uns fühlen. Gerade in gefährlichen Zeiten, als man noch um sein Überleben kämpfen musste, konnten Missverständnisse schlimme Folgen haben. Manche Wis­sen­schaft­le­r*in­nen glauben deshalb, dass sich Augenbrauen vor allem zur besseren Verständigung entwickelt haben.

wochentaz

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