Zitrusfrüchte in Salz: Salzig macht lustig
Zitrone ohne alles ist lecker. Wenn man sie über einige Zeit in Salzlake einlegt, wird eine vielseitige Köstlichkeit aus ihr.
Foto: Thomas Winz/The Image Bank RF/getty images
H eute geht es um einen meiner Lieblinge, eine echte Bereicherung jeder Küche und ein Grundnahrungsmittel in vielen nordafrikanischen Küchen: die Salzzitronen. Hierzulande sind sie eher eine Randerscheinung, kaum einer macht sie selbst, dabei ist das Rezept doch watscheneinfach. Man nehme ein paar unbehandelte (!!!) dickschalige Biozitronen – zum Beispiel der Sorte Eureka oder Lisbon – und viertele sie längs, aber so, dass sie oben noch zusammenhängen. Alternativ schneidet man sie in dicke Scheiben.
Die wendet man dann in ordentlich grobem Meersalz oder streut es in die Zwischenräume der Viertel. Anschließend schichtet man die Zitronen in sterile Gläser und drückt sie etwas zusammen, bis Saft austritt. Wenn der Zitronensaft nicht reicht, füllt man mit Salzwasser auf. Die Gläser gut verschließen und in den nächsten Tagen regelmäßig schütteln, sodass alles unter Flüssigkeit ist. Nach zwei, drei Wochen sind die Salzzitronen fertig. Sie halten sich ewig, mindestens ein halbes Jahr.
Ich entnehme sie auch gern nach einigen Wochen und lege sie luftdicht in Olivenöl ein. So mache ich zugleich Zitronenöl, das ich besonders gern zu Fisch und Huhn verwende.
Die Zitronen esse ich samt Schale pur oder in Salaten, in Dressings und kleingeschnitten in Gemüse-Hühnerpfannen – kurzum: zu allem, was ein bisschen Pep braucht.
Dieser Text erschien zuerst in der wochentaz, unserer Wochenzeitung von links!
In der wochentaz geht es jede Woche um die Welt, wie sie ist – und wie sie sein könnte. Eine linke Wochenzeitung mit Stimme, Haltung und dem besonderen taz-Blick auf die Welt. Jeden Samstag neu am Kiosk und natürlich im Abo.
Wer nun wie ich ein stinknormales Zitronenbäumchen hat und sich fragt, ob’s mit denen auch geht, dem sei gesagt: aber ja! Einfach mal probieren, denn die herrlich frische, säuerlich-salzige Zutat ist nicht nur äußerst schmackhaft, sondern auch richtig gesund.
Der hohe Gehalt an Vitamin C wirkt antioxidativ und entzündungshemmend. Auch wichtige Mineralstoffe sind enthalten, etwa Kalium, das hilft, den Blutdruck zu regulieren. Wer Salzzitronen regelmäßig in seine Ernährung einbaut, dem jauchzt außerdem die Verdauung und die Immunabwehr.
Aber besonders toll ist, dass Salzzitronen ein fermentiertes Lebensmittel sind. Durch die Salzlake werden Milchsäurebakterien erzeugt, so wie beim Sauerkraut. Salzzitronen sind also ein Probiotikum. Wie gut, dass so was noch dazu schmecken kann: Die Säure wird durch das Salz weicher, runder und schmeckt angenehm fruchtig.
Wer will mir widersprechen, wenn ich behaupte: Gesunde Lebensmittel sind auch immer etwas für wahre Feinspitze, Pardon, Feinschmecker. Guten Appetit!
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert